Quick Tip: Umweltfreundlich Naseputzen

Grüßt euch auch jedes Jahr das Heuschnupfen-Murmeltier? Oder nehmt ihr im Winter jede Erkältung mit? Dann habt ihr bestimmt auch einen ordentlichen Verbrauch an Taschentüchern. Mein heutiger Beitrag der Quick Tip-Reihe soll euch daher zeigen, warum Stofftaschentücher und Recycling-Papiertaschentücher nachhaltiger sind als die üblichen Verdächtigen.

Im Jahr 2017 verbrauchte jeder Deutsche rund 17 Kilogramm „Hygienepapier“. Der Begriff schließt neben Taschentüchern auch beispielsweise Toilettenpapier, Küchenkrepp oder Servietten ein. Während diese Zahl in den letzten Jahren immer weiter anstieg, sank eine andere. Einst wurden 75% dieser Papiere aus Recyclingmaterial gefertigt. Inzwischen werden aber für knapp die Hälfte davon Frischfasern verwendet. Wir fällen also, nur um unsere Nase zu putzen, Bäume.

Die benutzten Taschentücher können aber wiederum nicht recycelt werden. Sie gehen dem Kreislauf also nach einer Nutzung verloren. Wenn dann noch Regenwald gerodet wird, nur um für diese einmalige Nutzung Bäume anzubauen, ist das gleich doppelt schädlich für die Umwelt. Und genau das ist immer öfter der Fall.

Eine sehr ausführliche Übersicht darüber, wie umweltfreundlich verschiedene Arten von Taschentüchern sind, hat Sarah von minimalwaste.de erstellt. Stofftaschentücher liegen in der Umweltbilanz langfristig klar vorne, da sie viele Male wieder genutzt werden können. Das gilt insbesondere, wenn ihr Second Hand kauft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Flohmärkte und die Schränke der (Groß-)Eltern da großartige Fundgruben sein können. Dann fällt auch meist kein zusätzlicher Verpackungsmüll an. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: viele meiner Stofftaschentücher sind so weich, dass meine Nase nicht so schnell wund wird.

Wenn ihr euch damit nicht anfreunden könnt – auch wenn ich euch nur empfehlen kann, es auszuprobieren – dann achtet beim nächsten Einkauf einfach auf den Blauen Engel. Trägt ein Produkt dieses Siegel, besteht es ausschließlich aus Recyclingfasern. Dadurch putzt ihr eure Nase auf jeden Fall ressourcensparender. Ob Stofftaschentücher oder Papiertaschentücher – mit einem Blick auf die Herkunft seid ihr schnell nachhaltiger.

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Regional und saisonal essen Teil 1: Obst und Gemüse

Es ist Frühling und damit verschwindet langsam, aber sicher das letzte Wintergemüse aus der Auslage und macht Platz für Neues. Ich freue mich immer sehr darüber, wenn ich auf dem Markt zwischen Kohl und Wurzelgemüse wieder Bärlauch, Rhabarber und den ersten Spargel entdecke. Verheißen sie doch eine Fülle an Obst und Gemüse der nächsten Monate. Doch diese fast schon überschwängliche Freude kenne ich eigentlich erst, seit wir regional und saisonal einkaufen und essen.

Es ist für viele sicherlich eine der besten Errungenschaften unserer Zeit, fast jedes Lebensmittel zu fast jeder Jahreszeit zu bekommen. Dank diversen Transportmitteln und unserer global vernetzten Wirtschaft findet gefühlt auch die letzte Beere den Weg vom anderen Ende der Welt zu uns. Die Auswahl in den meisten Supermärkten sieht entsprechend ganzjährig relativ gleich aus. Teilweise ändert sich lediglich die Herkunftsangabe auf den Schildchen. Aber das hat natürlich nicht nur einen monetären Preis.

Kurze Transportwege und saisonales Essen punkten mehrfach

Der gewichtigste Grund für uns auf Produkte mit möglichst kurzer Anreise zu setzen, ist der Klimaschutz. Zwischen einem in der Region angebauten Gemüse und der per Flieger importierten Ware können Welten liegen, was die Klimagas-Emissionen angeht. Klar kenne ich auch den ollen Vergleich zwischen einem monatelang in Deutschland kühl gelagerten Apfel und dem „frischen“ Äquivalent aus Übersee. Genau daher betone ich hier, dass wir versuchen uns nicht nur regional zu ernähren, sondern auch saisonal. Was nicht Saison hat, landet in der Regel nicht im Einkaufskorb.

Um mal eine ganz grobe Hausnummer zu nennen, hier ein paar Zahlen vom Bundesumweltministerium. Während für ein durchschnittliches Kilogramm Obst und Gemüse aus der Region rund 230 Gramm CO2 ausgestoßen werden, liegt man bei dem aus anderen europäischen Ländern schon beim Doppelten. Der Extremfall, also aus Übersee und mit dem Flieger transportiert, liegt bei gewichtigen 11.000 Gramm CO2 pro Kilogramm.

Gleichzeitig sollte uns auch bewusst sein, dass wir durch unseren Konsum massive Probleme in anderen Ländern verursachen. Beispielsweise herrscht in Spanien mancherorts Wassermangel trotz vieler Sparmaßnahmen der Bauern. Und um die ganze Landwirtschaft dort und in anderen Ländern am Laufen zu halten, braucht es zahlreiche Arbeiter, die oft unter widrigen Bedingungen leben und arbeiten. Der teilweise deutliche Preisunterschied zwischen heimisch-saisonalen und importierten Produkten scheint da fast das geringste Argument zu sein.

Auch im Winter kann man regional und saisonal einkaufen und essen
Wie frisch vom Feld darf es sein?

Die einzige Einkaufsstätte, von der ich behaupten würde, dass wir Stammkunden sind, ist der Stand von „unserem“ Biobauern auf dem Wochenmarkt. Man kennt uns dort und der samstägliche Einkauf gehört fest zu unserem Alltag. So kommen wir sehr einfach an das, was aktuell in der Region wächst. Zwar bieten sie auch Produkte von weiter her an, die gerade keine Saison haben oder generell nicht bei uns wachsen. In meinem Beitrag zum DIY-Zitrusreiniger hatte ich euch bereits verraten, dass wir dieses Angebot auch mal nutzen. Aber die Verkäufer nehmen sich auch immer Zeit zu zeigen, was gerade frisch um die Ecke geerntet wurde. Und sie wissen, was bald kommt oder jetzt nicht mehr wächst oder was generell nicht regional zu bekommen ist.

Eines will ich nicht unter den Tisch fallen lassen. Wollt ihr regional und saisonal einkaufen und essen, dann müsst ihr tatsächlich auch einmal verzichten. Im November wachsen auf unseren Feldern keine Erdbeeren, die regionalen Tomaten haben im April noch nicht genug Sonne zum Wachsen abbekommen. Und ja, im Winter essen wir oft Kohl. Und ja, gegen Ende der jeweiligen Saison können wir das ein oder andere nicht mehr sehen. Das klingt aber schlimmer, als es ist. Mir zumindest schmeckt die erste Tomate der Saison nicht nur besser, weil sie möglichst lange an der Pflanze reifen konnte.

Wir setzen da auch auf eine weitere Stärke des Wochenmarkts. Die Verkäufer kennen ihre Produkte und gerade Biobauern haben gerne mal welche, die ihr nicht im Supermarkt findet. Wenn wir – unabhängig von der Jahreszeit – mal keine Lust auf das Übliche haben, dann fragen wir, was gerade Saison hat. Meist gibt es zur Antwort noch eine Rezeptidee, damit die Entscheidung leichter fällt. So haben wir bereits rund ums Jahr Neues ausprobiert: Topinambur, Spitzkohl, Wurzelpetersilie, Lombardo-Paprika. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Handliche Übersichten für zu Hause und unterwegs

Im Internet gibt es verschiedene kleine Helfer, damit ihr euch nicht merken müsst, was wann wächst. Schön und praktisch finde ich den Saisonkalender von Utopia, den es digital und in gedruckter Form gibt. Als netter Bonus werden für letztere Bäume gepflanzt. Für unterwegs habe ich bisher zwei Apps ausprobiert. Zum einen „GrünZeit“ von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Sie umfasst nur heimisches Obst und Gemüse und zeigt wie stark diese aktuell das Klima belasten. Und zum anderen habe ich mir den Saisonkalender des Bundeszentrum für Ernährung angeschaut. Hier seht ihr zusätzlich noch wann verschiedene Importwaren in ihren Herkunftsländern Saison haben.

Als Zwischenfazit kann ich sagen, dass es bei Obst und Gemüse nicht kompliziert ist, auf kurze Transportwege und Saisonzeiten zu achten. Auf der einen Seite könnt ihr so zwar nicht alles jederzeit essen. Aber lasst ihr euch darauf ein, werdet ihr viele neue, leckere Lebensmittel für euch entdecken. Was jenseits von Obst und Gemüse auf unseren Tisch kommt, werde ich euch dann in Teil 2 verraten.

Darum solltet ihr Obst und Gemüse regional und saisonal einkaufen und essen:
  1. Weniger Klimagase: Kurze Transportwege schonen das Klima.
  2. Keine Auslagerung von Problemen: Die Landwirtschaft in Ländern mit schwierigen Anbaubedingungen wird nicht weiter belastet.
  3. Gesündere und schmackhaftere Lebensmittel: Regional angebaute Produkte können länger an der Pflanze reifen als Importware.
  4. Lokale Kreisläufe fördern: Der Kauf von heimischen Lebensmitteln stärkt die Produzenten vor Ort.
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Quick Tip: Akkus statt Batterien

Es gab mal eine Zeit, da habe ich gefühlt täglich Batterien ausgewechselt. Der geliebte Discman hat ebenso eine Menge davon geschluckt, wie der Gameboy und andere technische Geräte. Heute sind die genannten nicht mehr im Einsatz. Aber beispielsweise die Fernbedienung, das Stilllicht und die Fahrradlampe sind auf Saft aus dieser Art von Quelle angewiesen. Das sieht bei vielen von euch vermutlich nicht viel anders aus. Daher ist mein nächster Quick Tip darüber, warum ihr zugunsten von Akkus auf nicht-aufladbare Batterien verzichten solltet.

Auf den ersten Blick sehen Akkus, die man wiederaufladen kann, und Batterien, die nach der Entleerung im Müll landen, gleich aus. Der Unterschied liegt rein technisch im Inhalt, in Sachen Umweltfreundlichkeit in der Nutzungsdauer. Warum Akkus die nachhaltigere Variante sind, lässt sich kinderleicht ausrechnen. Jede Wiederaufladung eines Akkus spart die Rohstoffe einer Batterie. Außerdem benötigt die Herstellung letzterer deutlich mehr Energie, als die eines Akkus.

Bleibt zu erwähnen, dass ein Akku in der Anschaffung etwas mehr kostet. Ohne ein passendes Ladegerät kommt ihr auch nicht weit. Da ein Akku aber sehr oft wieder aufgeladen werden kann, seid ihr recht schnell im Plus. Mit in die Rechnung muss, dass die Ladung Strom aus der Steckdose günstiger als die aus einer Batterie. Wir haben vor ein paar Jahren ein Ladegerät für mehrere Größen und einige Akkus angeschafft. Wie viele wir brauchen, haben wir schlichtweg abgezählt und dann noch einen kleinen Puffer eingerechnet. Manchmal ist es ja ungeschickt warten zu müssen, bis der Akku geladen ist.

Geht euch also das nächste Mal eine Batterie leer, dann nutzt doch einfach die Gelegenheit und versorgt euch mit Akkus. Wer weiß, vielleicht freut ihr euch dann in so verrückten Zeiten wie zurzeit, dass ihr wegen einer solchen Kleinigkeit nicht in den Laden rennen müsst 😉

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Torffreie Erde für nachhaltigeres Grün

Die Gartensaison startet! Ein perfekter Zeitpunkt, um hier meine Liebe fürs Gärtnern zu verbreiten. Und zum Einstieg gibt es ein Thema nicht nur für Gartenbesitzer. Es ist vielmehr ein Tipp für alle, die irgendwo ein Pflänzchen stehen haben. Einsame Zimmerpflanze oder üppige Naturoase? Irgendwann braucht es neues Futter um die Wurzeln. Dass auch die Topfpflanze auf der Fensterbank etwas für den Klimaschutz tun kann, klingt erstmal unwahrscheinlich. Aber tatsächlich ist deren Beitrag gar nicht mal so unbedeutend, sofern wir darauf achten, in welche Erde wir sie betten. Nicht jeder hat die Möglichkeit einen eigenen Kompost anzulegen oder von einem im Umfeld zu profitieren, auch ich aktuell nicht. Und so stehe ich und steht auch ihr sicherlich hin und wieder mal vor den großen Säcken voller braun-schwarzem Nährboden für unsere grünen Lieblinge. Daher möchte ich euch zeigen, warum ihr beim Kauf von Erde genauer hinschauen solltet.

Wichtiger Lebensraum und Kohlenstoffspeicher

Ein Begriff, den ihr in diesem Zusammenhang immer wieder lesen werdet, ist Torf. Und ob mit oder ohne, ist bei Pflanzenerde in Sachen Nachhaltigkeit ein ganz entscheidendes Kriterium. Ein kurzer Abriss, was Torf eigentlich ist. Gewonnen wird er aus Mooren, die zu 95% aus Wasser und zu 5% aus (hauptsächlich) Humus und Pflanzenstoffen, dem sogenannten Torf, bestehen. Um an letzteres zu kommen, werden die Moore entwässert und damit quasi zerstört. Während es in Deutschland fast keine intakten Moore mehr gibt, wird dies in Osteuropa noch in großen Gebieten und kostengünstig praktiziert.

Und da sind wir auch schon am Kern des Problems. Zum einen wird bei dieser Praxis ein jahrhunderte- bis jahrtausendealter Lebensraum zerstört. Dadurch sind viele der dort heimischen Arten vom Aussterben bedroht. Nicht weniger gravierend ist die Tatsache, dass durch die Trockenlegung der Moore CO2 freigesetzt wird. Aktuell speichern die Moore, die gerade mal 3% der Landfläche der Erde bedecken, (noch) doppelt so viel CO2 als alle unsere Wälder zusammen. Und bewaldet ist immerhin 30% der weltweiten Landfläche. Diese Flächen zu schützen und zu erhalten ist also aktiver Umwelt- und Klimaschutz in einem.

Torffreie Blumenerde
Bessere Blumenerde zu kaufen ist nicht schwer

Und was können eure Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen bzw. ihr jetzt für die Moore tun? Die Antwort ist so einfach gesagt wie umgesetzt: Kauft ausschließlich torffreie Erde! Inzwischen gibt es die fast überall, wo es Blumenerde zu kaufen gibt. Der BUND hat dazu einen Einkaufsführer erstellt, falls ihr euch vor eurem Einkauf informieren wollt. Aber auch ohne solltet ihr mit der Auswahl in den Regalen gut zurechtkommen. Die entsprechenden Säcke sind mit „torffrei“ oder „ohne Torf“ markiert. Achtung nur bei Produkten, die mit „torfreduziert“ betitelt sind. Ein Anteil von bis zu 80% klingt für mich eher nach Augenwischerei und bringt den Mooren herzlich wenig.

Warum torffreie Erde doppelt nachhaltig ist:
  1. Schutz von Flora und Fauna: Bedrohte Arten in den Mooren dieser Welt verlieren nicht weiter ihren Lebensraum.
  2. Erhalt eines wichtigen CO2-Speichers: Die Moore speichern große Mengen Kohlenstoff, deren Freisetzung den Klimawandel enorm beschleunigen würden.
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Quick Tip: Deckel drauf!

Da, wie der Blogname verrät, jeder kleine Schritt zählt, gibt es heute den ersten Beitrag der Reihe „Quick Tip„. Das sind schnell umgesetzte Alltagstipps, die in Summe einen großen Unterschied in der eigenen Ökobilanz machen können. Wusstet ihr, dass das Kochen mit Deckel bis zu 65% weniger Energie verbraucht? So ganz grundsätzlich war mir das ja klar. Wie viel es bringt hat mich aber dann doch überrascht. Da wir fast jeden Tag kochen und auch der Sohnemann inzwischen Beikost bekommt, ist der Herd bei uns recht oft an. Entsprechend viel Strom können wir dadurch sparen.

Bei Töpfen hat man in der Regel einen passenden Deckel dabei und muss dann nur dran denken. Wir haben zwar auch eine Pfanne mit Deckel, die restlichen sind allerdings, wie vermutlich bei vielen anderen zu Hause, ohne. Dank der Standardgrößen, die es im Handel gibt, lohnt sich allerdings immer ein Blick zu den Töpfen. Wir haben gleich zwei Pfannen, die so abgedeckt werden können.

Steht ihr vor der Entscheidung neues Kochgeschirr zu kaufen, dann achtet darauf etwas mit Glasdeckel zu nehmen. So müsst ihr den Deckel nicht immer abnehmen, um nach dem Essen zu schauen. Bei Lebensmitteln, die beim Überkochen gerne mal eine ordentliche Sauerei verursachen, wie beispielsweise Nudeln, reicht es oft den Deckel leicht schräg aufzulegen. Natürlich geht dann wieder mehr Energie verloren, aber zumindest nicht gleich alle. Gerade bei Reis schalte ich nach dem Aufkochen aber auch direkt wieder runter, sodass es nicht so schnell überkocht und ich den Deckel komplett drauflegen kann.

Sicherlich gibt es genügend Gerichte, bei denen das Kochen mit Deckel hinderlich wäre. Die Soße kocht natürlich nur schwerlich ein, wenn das verdunstete Wasser direkt wieder von oben ins Essen tropft. Aber bei allem anderen: Deckel drauf! 🙂

Weitere Infos zum Thema:

Tipps für den Alltag: Kochen und Backen (wwf.de)

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