Nachhaltig campen: Verpflegung

Eine meiner liebsten Beschäftigungen im Urlaub ist es, die lokale Küche zu erkunden. So finde ich es beispielsweise immer total spannend durch die landestypischen Supermärkte zu stöbern und zu schauen, was es dort alles gibt. Als Camper müssen wir dort sowieso hin, um unsere Vorräte aufzustocken. Wie auch zu Hause schauen wir dann trotz allem Urlaubsfeeling auf ein paar Sachen, die uns wichtig sind. So legen wir auch auswärts Wert darauf, möglichst nachhaltig produzierte Produkte zu kaufen, wenig Lebensmittel zu verschwenden und auch unser Müllberg sollte uns nicht über den Kopf wachsen. Wie wir beim Campen unsere Verpflegung möglichst nachhaltig gestalten, habe ich für euch zusammengefasst.

Vor der Abreise

Schon beim Packen für den Urlaub haben wir bei unseren ersten Campingtrips typische Anfängerfehler gemacht. Natürlich hatten wir an das Zelt, die Schlafsäcke und den Kocher gedacht. An ein paar Gewürze, damit das selbst gekochte Essen auch im Urlaub besser schmeckt, leider nicht. Salz und Pfeffer hatten wir, wenn ich mich recht erinnere, dabei. Aber das wird den meisten von euch auch ein wenig zu dürftig sein. Also werft beim Packen einen Blick in euren Küchenschrank und überlegt, welche Gewürze ihr häufig benutzt und was sich sehr universell einsetzen lässt. Und die packt ihr dann auch ein. Bei uns ist das neben Salz und Pfeffer noch Gemüsebrühpulver, italienische Kräuter und Knoblauch- und Paprikapulver.

Dann macht es Sinn ein paar Basics einzupacken. Öl und Essig (ggf. umgefüllt in kleinere Flaschen) sind immer eine gute Idee. Zusätzlich haben wir immer noch je ein bis zwei Portionen Beilagen wie Nudeln oder Couscous dabei, Müsli fürs Frühstück und sämtliche angebrochenen Essensreste, wie Margarine, Milch oder Saft. Eine gewisse Grundausstattung ist natürlich sehr praktisch. Aber für mich spielt auch eine Rolle, dass wir so nicht darauf angewiesen sind, sofort nach einer Einkaufsmöglichkeit Ausschau zu halten. Dafür extra herumzufahren und dann vielleicht Produkte kaufen zu müssen, die nicht unserer Vorstellung von nachhaltigem Essen entsprechen, ist nicht so toll. Oder mit einem Kilo Salz nach Hause zu fahren, weil es gerade keine kleineren Packungen gab.

Kleinere Vorräte zur Verpflegung mitzunehmen macht Sinn, um nachhaltig zu campen.

Ab geht die Reise

Ist alles verstaut und die Fahrt beginnt, kommt irgendwann unweigerlich der Hunger. Jetzt mit Kind ist der vielleicht auch mal schnell dringend. Raststättenessen ist jetzt nicht gerade bekannt dafür, besonders umweltfreundlich zu sein. Die vegetarische Auswahl ist oft überschaubar, der Müllberg nach dem Essen eher nicht. Darum packen wir uns immer ausreichend Essen für die Fahrt ein. In der Regel belegte Brote und klein geschnittenes Obst oder Gemüse. Außerdem noch ein paar kleinere Snacks, die notfalls auch im Auto gegessen werden können, ohne dass es danach eine Grundreinigung braucht.

Natürlich ist es kein Beinbruch, wenn wir uns mal mit der Menge verschätzen und doch was kaufen oder Gelüste nach einem Eis haben. Am Ende darf auch die Fahrt in und vom Urlaub schön sein. Es geht vielmehr darum, flexibel zu sein. Denn nicht immer kommt der Hunger gerade dann, wenn ein großer Rastplatz in der Nähe ist. Und extra Umwege fürs Essen wollen wir lieber nicht fahren (müssen).

Auf dem Campingplatz gelten andere Regeln

Während wir hier unseren Kühlschrank und die Abstellkammer haben, um unser Essen zu lagern, sind die Möglichkeiten im Zelt eher begrenzt. Daher müsst ihr überlegen, was ihr alles kauft. Frisch angekommen mag es zwar verlockend sein, sich gleich mal durch das regionale Sortiment zu kaufen. Aber wenn die Hälfte davon dann verdirbt, weil ihr es nicht richtig lagern könnt, wäre das sehr schade. Darum solltet ihr lieber öfter einkaufen, eher zur kleineren Packung greifen und zumindest grob planen, wann ihr überhaupt selbst kochen wollt.

Alles, was sich ohne Kühlung gut hält, ist natürlich unproblematischer. Da ist eher die Frage, wie viel Platz ihr noch habt. Alles, was gekühlt werden muss, solltet ihr aber im Auge behalten. Wir haben eine Kühlbox in der so gebräuchlichen Größe, die am Strom hängt. Dadurch können wir zwar durchgehend kühlen, aber haben nur wenig Platz.

Verpflegung für unterwegs

Und was ist mit Tagesausflügen?

Sind wir im Urlaub unterwegs, ähnelt das meist der Anreise. Wir versuchen möglichst schon morgens zu planen, ob wir unterwegs essen gehen wollen. Wollen wir das nicht, haben wir für die entsprechenden Mahlzeiten etwas dabei. Dazu kommen immer ein paar Snacks und natürlich darf eine Trinkflasche mit Wasser nicht fehlen. So sparen wir eine Menge Müll. Statt an einem Kiosk schnell mal einen Schokoriegel zu kaufen, packen wir ein paar Kekse (aus der größeren Packung im Zelt) ein und meist noch etwas Obst. Natürlich heißt das nicht, dass wir nicht doch mal einen verpackten Snack oder eine Limo kaufen. Zero Waste ist schön und gut, aber manchmal auch nicht so einfach im (Familien-)Alltag unterzukriegen.

Auch die Verpflegung kann das Campen nachhaltig machen

Wie zu Hause sind wir auch im Urlaub nicht päpstlicher als der sprichwörtliche Papst. Wir schauen uns nach Wochenmärkten um, versuchen Müll zu vermeiden und etwas vorbereitet zu sein. Doch wir nehmen auch mal mehr Verpackung in Kauf, um sicher zu gehen, dass uns das Lebensmittel darin nicht verdirbt. Oder kaufen spontan mal etwas, das wir mit Planung nachhaltiger hätten bekommen können. Am Ende ist es wie so oft ein Abwägen zwischen einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck und einer entspannten Zeit. Doch wir haben uns inzwischen so gut ein gegroovt, dass der Nachhaltigkeitsaspekt unseres Urlaubsessens fast schon nebenher mitläuft.

Habt ihr noch Tipps, die ihr ergänzen würdet?

Darum solltet ihr eure Verpflegung beim Campen nachhaltig gestalten

  • Besser vorbereitet: Gerade mit Kindern kann ein „Hungernotfall“ schonmal den Urlaubstag trüben. Das vorbereitete Essen ist als schneller Problemlöser jederzeit zur Hand.
  • Weniger Lebensmittelabfälle: Habt ihr eure Kühl- und Aufbewahrungsmöglichkeiten im Blick, verdirbt euch weniger Essen.
  • Weniger Abfall: Gekaufte Snacks und Take-Away verursachen schnell unnötigen Abfall und lassen sich durch entsprechende Planung verringern.

Wohnung nachhaltig einrichten in 3 Schritten

Unser Umzug in die größere Wohnung ist jetzt schon eine ganze Weile her und dennoch ist er nicht abgeschlossen. Ein paar kleine Ecken warten noch auf die Fertigstellung. Denn während es „nur“ zwei Tage dauerte, unser Hab und Gut hier her zu verfrachten, dauert das Einrichten der Wohnung deutlich länger. Das liegt auch daran, dass wir nicht gleich Lust hatten, alles schnellstmöglich fertig zu kriegen. Zum anderen aber auch daran, dass wir für der Umwelt zuliebe einige bewusste Entscheidungen treffen wollten. Und das lässt sich auf die Schnelle oft nicht umsetzen. Mit welchen Leitlinien auch ihr eure Wohnung oder Haus nachhaltig einrichten könnt und warum das oft sogar Geld spart, habe ich einmal zusammengefasst.

Wohin kann die schnelle Lösung führen?

Zunächst einmal die Frage, was dagegenspricht, beim Einrichten der Wohnung zu hetzen. In meinem Beitrag zum nachhaltig Umziehen hatte ich bereits kurz zusammengefasst, dass eine schnell besorgte Lösung sich auch als Fehlkauf herausstellen kann. Und selbst wenn ihr vorher schon plant, was wohin soll, passt es nach dem Einzug vielleicht doch nicht ganz. Weil ihr euch vermessen habt, weil es optisch nicht passt oder es eure Art zu wohnen stört. Manchmal braucht es auch einfach etwas Zeit, um das perfekte Möbelstück zu finden. Selbst, wenn ihr es neu kaufen möchtet. Als wir vor ein paar Jahren neue Stühle brauchten, sind wir wochenlang durch unzählige Läden getingelt. Dabei wussten wir recht genau, was wir wollen. Gekauft haben wir erst, als wir sicher waren, dass wir die beste Lösung gefunden haben.

Also empfehle ich euch genau das: Zeit nehmen! Warum? Am Ende soll die Wohnung oder das Haus voller Stücken sein, die ihr lange nutzen könnt und wollt. Denn wie nachhaltig ihr euch einrichtet, zeigt sich gänzlich erst nach ein paar Jahren. Um dahin zu kommen, könnt ihr konkret – und in der Reihenfolge – auf die folgenden drei Grundsätze schauen.

Beim Einrichten der Wohnung zuerst alles vorhandene einplanen.
Image by Andrew Neel via Pexels

1. Man nehme, was man hat

Beim Einzug haben wir all unsere Möbel mitgenommen und auf die Räume verteilt. Ein paar Stücke, wie unser Sofa oder das Bett sind direkt auf den Platz gewandert, wo sie nun final stehen. Anderes wurde nochmal umgeräumt. So passte unser Vorratsregal zwar in die Abstellkammer, nutzte aber die Fläche nicht gut genug aus. Also wanderte es ins Schlafzimmer, wo es besser passte. Letztendlich haben wir für alles ein gutes Zuhause gefunden. Manchmal müsst ihr dafür ein bisschen um die Ecke denken oder Möbelstücke nachträglich umstellen. Dann seht ihr, was wirklich nirgendwo passt und was bleiben kann.

2. Man nehme, was man anpassen kann

Nun könnt ihr manchmal so viel Tetris spielen, wie ihr wollt. Wenn ein Möbelstück nicht passt, dann passt es nicht. In der letzten Wohnung räumten wir zwischendurch mal das Wohnzimmer komplett um. Und während uns das Layout gut gefiel, stach ein etwas mitgenommenes Regal unschön heraus. Aber wir fanden einfach keine passende und bezahlbare Alternative. Also hübschten wir kurzerhand das alte Teil mit ein wenig Holz, Leim und ein paar „Füßen“ (aka Pflastersteinen) auf. Klingt nach einer schnellen Übergangslösung, aber tatsächlich haben wir es genau so in der neuen Wohnung wieder aufgebaut. Generell lieben wir einfache DIYs, um Stücke wieder aufzumöbeln. So wie die Vergrößerung von unserem Esstisch. Gerade für IKEA-Möbel sind die Inspirationen endlos!

Möbel anzupassen ist manchmal der beste Weg, um sie lange zu nutzen.
Image by Ivan Samkoy vie Pexels

3. Man nehme, was man kaufen kann

Irgendwann fehlten uns trotz Umräumen und Heimwerken noch Möbel. Mit zusätzlichem Kinderzimmer und Büro war das unvermeidlich. Glücklicherweise hatten wir keine Eile und konnten nach gebrauchten Stücken Ausschau halten. Flohmärkte gab es hier in der Region in der Zeit pandemiebedingt fast keine. Second Hand-Geschäfte mit Möbeln gibt es auch leider kaum. Aber auf die Kleinanzeigen, hier insbesondere die von ebay, ist meist Verlass. Ein Schränkchen für den Fernseher und ein Hochbett für das Kinderzimmer durften einziehen. Beides mussten wir noch anpassen, aber im Möbel(um)bau ohne eigene Werkstatt sind wir schon geübt.

Ja, Second Hand hat seine Grenzen. Bei uns war die Abstellkammer auch nach Monaten der Planung und Suche immer noch ein Provisorium. Durch den Schnitt passten leider viele Regale nicht. Also blieb uns hier nur der gezielte Neukauf. Wir wussten dafür inzwischen genau, was wir brauchen und das Risiko eines Fehlkaufs war sehr gering. Natürlich könnt ihr bei Neukäufen immer darauf achten, ein möglichst nachhaltiges Produkt zu kaufen. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass das nicht immer möglich ist. Sei es, weil die Maße einfach nicht stimmen oder weil das Budget nicht hergibt (größere) Anschaffungen bei dem nachhaltigsten Hersteller zu machen. Nutzt ihr dafür aber das Möbelstück sehr lange – gerade, weil es so gut passt – trefft ihr trotzdem eine umweltfreundlichere Entscheidung.

Bilder als Erinnerungsstücke und nachhaltige Kunstdrucke zum nachhaltig Wohnung einrichten

Und was ist mit Deko?

Ich bin definitiv keine Deko-Queen. Außer einer Wagenladung Pflanzen finden sich hier nur wenige kleine Objekte, die gemeinhin als Deko durchgehen. Das liegt auch daran, dass wir es lieber etwas minimalistischer mögen. Das Hauptproblem, das ich bei Deko in Sachen Nachhaltigkeit sehe, ist die Schnelllebigkeit. Gestern hatten noch alle DIE EINE Vase rumstehen, heute will sie keiner mehr sehen. Natürlich müsst ihr nicht gleich, wie ich, fast ganz darauf verzichten. Schlichte, zeitlose Designs, die ihr bestenfalls vielfältig umgestalten könnt, sind immer eine gute Idee. Auch hier ist der Gebrauchtmarkt groß und bunt. Prints gibt es inzwischen auch von nachhaltigen Shops. Und am schönsten (für mich) sind immer noch Erinnerungsstücke. Der Kunstdruck eines Künstlers aus England oder unser alter Gameboy aus den 90ern machen mich mit ihrem Anblick einfach glücklich.

Nicht schnell, aber möglich: eine Wohnung nachhaltig einrichten

Zusammengefasst kostet es Zeit, wenn ihr euer Haus oder eure Wohnung nachhaltig einrichten wollt. Zeit, um anzukommen und zu sehen, was ihr wirklich braucht. Zeit, um nach den passenden Möbelstücken zu suchen. Und manchmal auch Zeit, um Vorhandenes anzupassen. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass ihr dadurch mehr tut, als euren Lebensstil ökologischer zu gestalten. Blickt ihr tagtäglich auf halbgare Lösungen und ärgerliche Fehlkäufe, fühlt ihr euch zu Hause vermutlich weniger wohl, als wenn es rundherum einfach passt. Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf finde ich die Wartezeit, bis wir die passende Lösung gefunden haben, meist relativ erträglich.

Habt ihr ein Möbelstück, das ihr nie mehr hergeben wollt? Oder habt ihr auch schon einmal monatelang nach einer Lösung gesucht, bis ihr endlich etwas passendes gefunden habt? Erzählt gerne davon in den Kommentaren.

Darum lohnt es sich für euch, eure Wohnung nachhaltig einzurichten:

  • Fehlkäufe vermeiden: Selbst wenn ihr versucht, ungeliebte oder unpassende Möbelstücke wieder zu verkaufen, kann es sein, dass sie am Ende auf dem Müll landen.
  • Lebensdauer verlängern: Je besser eure Einrichtung zu euch und euren Bedürfnissen passt, umso länger werdet ihr sie nutzen und umso nachhaltiger wurden die dafür gebrauchten Ressourcen eingesetzt.
  • Geld sparen: Je schneller ihr Gegenstände ersetzt, umso mehr Geld gebt ihr i.d.R. langfristig aus. Kauft ihr seltener (oder sogar nur einmal) und ggf. dazu noch gebraucht, könnt ihr Geld sparen.

Nachhaltig reisen: Warum Camping?

Da ich beruflich aus dem Tourismus komme, ist das Thema Urlaub für mich sehr emotional. Und natürlich wirkt sich unser Bestreben, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen, auch auf die Gestaltung unserer Freizeit aus. Glücklicherweise ist die von uns schon lange bevorzugte Reiseart auch eine, die sich gut mit einem überschaubaren ökologischen Fußabdruck kombinieren lässt. Warum Camping für uns das beste Paket bietet, um nachhaltig zu reisen, habe ich einmal für euch zusammengefasst.

Nachhaltig reisen – geht das überhaupt?

Nachhaltig reisen ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Möglichkeiten auf der einen Seite. Der entsprechende Markt wächst seit Jahren und zumindest auf dem Papier interessieren sich viele Deutsche dafür. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Herausforderungen. Die nachhaltigste Reise ist schon alleine wegen der Anreise die, die gar nicht erst gemacht wird. Gleichzeitig erweitert Reisen den Horizont und lässt vielleicht sogar erst das Bedürfnis entstehen, unsere schöne Erde zu schützen. Nicht zuletzt spielt natürlich auch das Bedürfnis nach Erholung eine Rolle. In einer Gesellschaft, die so auf Leistung ausgelegt ist, bietet der Urlaub ein wichtiges Gegengewicht.

Tipps, wie der Urlaub nachhaltig gestaltet werden kann, gibt es unzählige. Dass Flugreisen hohe CO2-Emissionen mit sich bringen, ist nicht neu. Ebenso bekannt ist, dass Kreuzfahrtschiffe viel Dreck ausstoßen und, dass die Einmalpackungen in vielen Hotels eine Menge Müll machen. Doch letztlich kommt es auf so viele Faktoren – und dabei auch auf die eigenen Bedürfnisse – an, dass niemand beurteilen kann, was DIE nachhaltige Reise ausmacht.

Es gibt nicht die eine Lösung für nachhaltiges reisen.

Frei und schön

Gerade weil die Urlaubsmotive so unterschiedlich sein können, gebe ich euch einen kleinen Einblick in unsere Wünsche. Wenn es darum geht, warum wir seit Jahren immer wieder Campen, spielen die eine große Rolle. Etwas, was wir beide nicht mögen, ist zu viel Struktur in unserem Urlaub. Auch wenn wir zu Hause zu recht festen Zeiten essen, schränkt uns das im Urlaub ein. Das hängt mit unserem zweiten Bedürfnis zusammen. Wir sind keine Urlauber, die ein oder zwei Wochen an einem Fleck auf der faulen Haut liegen. Bevor unser Kleiner da war, haben wir meist Rundreisen mit vielen Etappen gemacht, um möglichst viel von unserem Ziel zu sehen. Und auch jetzt sind Tagesausflüge ein fester Bestandteil. Entsprechend verpflegen wir uns lieber individuell.

Wir hatten eine recht lange Zeit, in der immer einer von uns beiden studierte. Entsprechend spielte in unseren „Urlaubsanfängen“ auch das Budget eine Rolle. Ein Hotel mit Verpflegung ist deutlich teurer als ein Zeltplatz und Essen aus dem Kocher. Selbst dann, wenn wir uns für eine Ferienwohnung entschieden haben, kamen wir am Ende noch günstig weg. Das gleiche gilt für das eigene Auto im Vergleich zu einer Anreise mit Zug oder gar Flugzeug und einem Mietwagen vor Ort. Nachdem wir beide im Job waren, waren wir so verliebt in unsere Zelturlaube, dass wir nicht mehr auf Hotel & Co. umsteigen wollten.

Campingplätze haben oft eine einzigartige Lage an Seen oder anderen schönen Orten.

Darum reisen wir beim Camping nachhaltig

Nun sind wir ja, wie erwähnt, nicht erst auf Camping umgestiegen, als wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern wollten. Dass unsere liebste Reiseart sich leicht klimafreundlicher gestalten lässt, ist eher Zufall. Doch was daran macht sie denn in meinen Augen grün? Zunächst einmal fällt (Infra-)Struktur weg. Anlagen, wie Bäder, werden gemeinsam genutzt, viele Räume und Wege braucht es nicht. Es gibt kein tägliches Handtuchwechseln oder Frühstücksbüffet, das bis zur letzten Minute gut bestückt sein muss. Das spart schon einmal Ressourcen, wie Wasser und Energie.

Das hängt natürlich auch mit Komfort zusammen. Im Zelt verzichten wir auf eine Klimaanlage, wir nutzen weniger elektrische Geräte und der Gang zur Dusche ist nicht durchgehend überdacht. In einem Hotel wären das fette Minuspunkte, aber für uns zur Erholung nicht notwendig. Unser eigenes, auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Equipment immer dabei zu haben, ist uns da wichtiger. Natürlich sind wir nicht ab dem ersten Urlaub perfekt ausgestattet losgezogen. Aber wir haben kaum mehr dabei als das, was wir wirklich brauchen und nutzen.

Durch geschickte Wahl des Campingplatzes lassen sich die Emissionen vor Ort noch einmal reduzieren. Inzwischen gibt es Öko-Campingplätze, aber da die selten sind, dies nur als Erwähnung. Trotzdem kann die Platzwahl einen Unterschied machen. Je besser die Lage, umso besser kommt ihr zu Fuß, mit (Leih-)Fahrrädern oder öffentlichen Verkehrsmitteln rum. Das funktioniert auch bei manchen großen Städten. London oder Kopenhagen sind hier gute Beispiele.

Nachhaltig reisen und Camping lassen sich vereinbaren

Perfekt ist es nicht

Ganz klares Ausrufezeichen: Auch wenn wir nur innerhalb von Europa reisen, ist die Anfahrt mit dem eigenen Auto mit einigen Emissionen verbunden. Da Camping aber auch viel Gepäck bedeutet, fällt eine Anreise mit dem Zug, zumindest, solange wir kleine Kinder haben, raus. Mehr als ärgerlich, dass das Angebot an Autozügen inzwischen so minimal ist. Und da fiel auch schon ein weiterer Punkt: die Ausrüstung. Neben einem Zelt oder Camper, also einem Dach überm Kopf, braucht es natürlich auch einen kleinen Haushalt, um ohne Schlafzimmer, Wohnzimmer und evtl. auch Küche zu reisen. Und nur einen kleinen Teil davon könnt ihr aus dem Alltag mitnehmen. Also haben wir Campingstühle und einen faltbaren Tisch, kompaktes Geschirr, Kocher, Matratzen, Schlafsäcke und so weiter. Zwar ist vieles davon schon seit Jahren im Gebrauch, aber angeschafft werden musste es trotzdem erstmal.

Weniger ins Gewicht fallend, aber trotzdem ein Punkt ist, dass die Ausrüstung zwischen den Urlauben auch gelagert werden muss. Der Platz ist im Vergleich zu unserer gesamten Wohnfläche vielleicht minimal. Doch auch der zählt in unseren ökologischen Fußabdruck mit hinein. Und nicht zuletzt ist die durchschnittliche Camping-Ausstattung nicht gerade besonders öko. Zelt und Luftmatratzen aus Plastik, keine transparenten Lieferketten, lange Transportwege. Und die wenigen Produkte, die grün(er) sind, sind oft unglaublich teuer. Für unser Familienzelt haben wir lieber auf Second Hand zurückgegriffen.

Camping ist und bleibt unsere erste Wahl

Wir verbringen unseren Urlaub nur selten anders als im Zelt. Und wenn, dann meist in einer Ferienwohnung. Das ist in Sachen Freiheiten und nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten dem Camping am ähnlichsten. An welchen Punkten ihr euren Campingurlaub nachhaltiger gestalten könnt, würde den Rahmen eines Beitrags sprengen. Deswegen werde ich auf verschiedene Aspekte separat eingehen. Jetzt habt ihr auf jeden Fall mal eine Übersicht darüber, was für uns dafürspricht, dass es sich mit Camping gut nachhaltig reisen lässt.

Achtet ihr bei eurem Urlaub auf Umweltverträglichkeit? Und wenn ja, wie sehr hat es euer Reiseverhalten verändert? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.

Darum lassen sich nachhaltig reisen und Camping vereinbaren:

  • Emissionsärmere Anreise: Gerade, wenn mehrere Urlauber in einem Fahrzeug verreisen, wird im Vergleich zum Flugzeug die Umwelt weniger belastet.
  • Überschaubare Infrastruktur: Im Vergleich zu anderen Urlaubsarten sind weniger Straßen, Gebäude etc. notwendig.
  • Weniger Ressourcen vor Ort: Der geringere Einsatz von elektrischen Geräten und die Eigenleistung z.B. bei der Verpflegung bieten Einsparpotentiale.

Mehr Infos zum Thema:

Quick Tip: Recycling-Toilettenpapier

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Jeder von uns muss mal aufs Klo! Und ohne genaue Zahlen zu kennen, behaupte ich jetzt einfach mal, dass ein Großteil von uns Klopapier nutzt. Und weil das so viele betrifft, gibt es hier einen kleinen Impuls dazu, warum Recycling-Toilettenpapier eure erste Wahl sein sollte.

Der Grund lässt sich auf zwei Arten erklären. In Zahlen ausgedrückt verbraucht Recycling-Toilettenpapier bis zu 60% weniger Energie und 70% weniger Wasser. Da der Toilettengang etwas ist, was ihr tendenziell mehrmals am Tag macht, spart ihr aufs Jahr einiges. Wenn Zahlen nicht so euer Ding sind, ein anderer Gedanke. Es ist eine ganz schöne Verschwendung einen Baum mehrere Jahre wachsen zu lassen, zu fällen, zu verkleinern, zu Klopapier zu verarbeiten, nur um uns damit einmal sauber zu machen. Besonders in einem Land wie unserem, in dem massenweise Papier zur Wiederverwertung gesammelt wird. Das macht auch Bambus zu einer schlechteren Alternative. Die recycelte Variante ist definitiv die bessere Wahl und sollte ihr kratziges Image endlich mal loskriegen.

Konsequenterweise könntet ihr noch einen Schritt weiterdenken. Denn so oder so geht das Papier nach einer Nutzung den Abfluss runter. Also möchte ich noch Alternativen nennen. Bei uns bisher selten, eher teuer und nur etwas für Haus-/Wohnungsbesitzer ist ein Hightech-Klo, wie man es beispielsweise in Japan nutzt. Mit Wasser und warmer Luft wird euer Popöchen auf Knopfdruck sauber. Altbekannt und aus der Mode gekommen ist das Bidet. Die flexiblere Variante ist eine Popodusche. Damit könnt ihr euch zwar nicht abtrocknen, aber sauber wird es. Und wie ein Babypo kann natürlich auch die Erwachsenenversion mit (Wasch-)Lappen sauber gemacht werden.

Zusammengefasst: Klopapier aus Frischfasern muss wirklich nicht sein. Der Umstieg auf Recycling-Toilettenpapier ist ein einfacher Weg für euch, euren Alltag nachhaltiger zu gestalten. Und noch dazu einer, der überhaupt keinen Mehraufwand macht.

Mit dem Essensplan gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Und auch wenn vieles auf dem Müll landet, ohne jemals unseren Einkaufskorb zu sehen, wandern bei uns Endverbrauchern rund 52% aller Lebensmittelabfälle in dem Müll. Man sollte meinen, dass ein Haushalt wie unserer, in dem Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, kaum Essensabfälle hat. Doch leider warfen auch wir lange mehr weg, als mir lieb war. Und das nicht, weil es uns nicht wichtig war und wir nicht darauf achteten. Sondern vielmehr, weil wir zu unorganisiert waren und die Lebensmittel nicht schnell genug aßen. Irgendwann zogen wir einen Schlussstrich und überlegten uns einen Plan, um das zu vermeiden. Das Ziel: Mit einem Essensplan für mehrere Tage und einem strukturierten Wocheneinkauf unsere Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren.

Schritt 1: Die Planung

So gehen wir vor: Als erstes entscheiden wir, welche Gerichte wir in den nächsten Tagen kochen möchten. Dabei berücksichtigen wir zuerst, welche Lebensmittel noch da sind, die in den nächsten Tagen gegessen werden müssen. Danach schauen wir, was gerade Saison hat und nicht zuletzt, ob der Terminkalender nach schnellen oder besonderen Mahlzeiten verlangt. Schön ist es, wenn wir an einem Tag bereits Zutaten für zwei Essen vorbereiten können. Das ist aber eher selten der Fall. Steht der Plan, gehen wir Gericht für Gericht durch und notieren uns, was wir dafür noch einkaufen müssen. So vergessen wir es auch seltener eine wichtige Zutat einzukaufen.

Schritt 2: Der Einkauf

Mit der fertigen Einkaufsliste steht nun der Wocheneinkauf an. Momentan heißt das, dass wir samstags erst auf den Wochen- und danach in den Supermarkt gehen. Zusätzlich gehe ich oft ein paar Tage später nochmal auf dem zweiten Wochenmarkt vorbei, damit wir möglichst frisches Gemüse haben. Auch wenn es uns generell gut passt, nur einmal die Woche groß einkaufen zu gehen, schaffen wir es nicht immer, einen Plan für eine ganze Woche aufzustellen. Entsprechend kaufen wir manchmal auch zwei Mal in einer Woche ein.

Regional und saisonales Obst und Gemüse

Schritt 3: Die Umsetzung

Nun folgt der angenehmste Teil: kochen und essen. Grundsätzlich legen wir nicht fest, welches Gericht wir an welchem Tag machen. Aber durch den Überblick über die nächsten Tage können wir einfacher entscheiden, was wir zuerst essen sollten, damit nichts verdirbt. Darüber hinaus entscheiden wir dann spontan, auf was wir Lust haben. Wie so ziemlich jeder andere Haushalt auch bestellen auch wir hin und wieder etwas – geplant oder spontan. Und manchmal werfen wir den Plan auch wieder über den Haufen, weil irgendwas nicht so ganz passt. Das ist völlig ok, denn durch die halboffene Planung sind wir nicht allzu eingeengt.

Und was hat es gebracht?

Ganz grundsätzlich haben wir schon lange unser Essen vorgeplant. Trotzdem ist uns immer wieder Essen vermeidbar schlecht geworden. Eine scheinbar kleine Veränderung hat uns dann einen großen Schritt nach vorne gebracht. Statt den Plan weiter auf einer Liste in einem unserer Handys festzuhalten, haben wir eine große Tafel aufgehängt. Alleine dadurch, dass wir unkompliziert und mit einem Blick den ganzen Essensplan sehen können, haben wir die leicht verderblichen Lebensmittel nun besser auf dem Schirm. Manchmal ist es eben nur Kopfsache. Ganz ohne Essensabfälle läuft es auch bei uns nicht. Aber der Anteil ist deutlich geringer als noch vor ein paar Jahren. Also ja, der Essensplan und der gezielte Wocheneinkauf haben unsere Lebensmittelverschwendung reduziert.

Teilt gerne mal eure Erfahrungen! Plant ihr auch lieber voraus und macht einen Großeinkauf oder entscheidet ihr immer spontan? Und was hat euch geholfen eure Lebensmittelabfälle zu reduzieren?

Darum lohnen sich Essensplan und Wocheneinkauf gegen Lebensmittelverschwendung:

  1. Weniger Emissionen: Auch Essen, das nicht gegessen wird, hat in der Erzeugung und dem Transport Emissionen verursacht. Muss es gar nicht erst produziert werden, fallen diese auch nicht an.
  2. Weniger Ressourcen gehen verloren: Besonders, wenn verdorbene Lebensmittel nicht kompostiert werden können, sondern auf der Müllhalde verbrannt werden, gehen wertvolle Nährstoffe verloren.
  3. Gut für den Geldbeutel: Jedes weggeschmissene Lebensmittel ist auch gleichzeitig weggeschmissenes Geld.

Weitere Infos zum Thema:

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