Quick Tip: Auf Frischhaltefolie verzichten und Plastik sparen

Heute geht es wieder weiter in der Kategorie „Quick Tip„. Wie immer könnt ihr die Tipps einfach und schnell umsetzen und vermeidet dieses Mal dadurch nicht nur Plastik, sondern spart auch Geld. Was kann ich da noch als Argument vorbringen? Ach ja! Ihr habt wahrscheinlich schon alles, was ihr braucht, zu Hause. Na, wenn das nicht mal ein Allrounder unter den Tipps ist.

Aber zum Thema. Frischhaltefolie wird aus Erdöl gewonnen und landet nach einer Verwendung in der Regel im Müll. Sie scheint zwar eine praktische Erfindung zu sein, aber am Ende zeigt sich für mich (und viele andere), dass es super ohne geht. Die Alternative zu Frischhaltefolie? Die Schüssel mit den Resten vom Essen könnt ihr fix mit einem Teller abdecken. Das bringt den Bonus, dass ihr oben drauf noch etwas anderes stapeln könnt. Das Stück Zwiebel (oder ein anderes Stück Obst oder Gemüse) wandert in einem Schraubglas in den Kühlschrank. Und mal ehrlich: manche Sachen lagern wir einfach so. Nicht alles wird gleich staubtrocken und ungenießbar, wenn es nicht luftdicht verpackt rumliegt.

Der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Verpackungen, die ihr erst kaufen müsst. Für die altbekannten (aber vielleicht nicht zwingend gesunden) Plastikdosen findet ihr zahlreiche Alternativen. Wenn auch nicht komplett plastikfrei, bin ich ein großer Fan von Glasschüsseln mit auslaufsicherem Plastikdeckel. Zur Arbeit habe ich damit immer mein Mittagessen transportiert und vor Ort direkt darin in der Mikrowelle erwärmt. Zu Hause nutze ich sie auch, um Reste einzufrieren oder – ohne Deckel – darin zu backen. Mit einer Handvoll Dosen in verschiedenen Größen kommt ihr ziemlich weit. Leichter, etwas stoßfester, aber je nach Modell nicht auslaufsicher, sind Edelstahlbüchsen. Bei uns unterwegs im Gebrauch für die Snacks des Sohnemanns. Und zu Guter Letzt lassen sich ein Stück Käse oder das belegte Brot für den Ausflug auch in ein Wachstuch einwickeln. Ob mit Bienenwachs oder als vegane Version, selbstgemacht oder gekauft – eure Einsatzmöglichkeiten sind auch hier vielfältig.

Die Liste ließe sich noch etwas verlängern, aber ich denke, ihr versteht auch so, worum es mir geht. Ein Stück Frischhaltefolie von der Rolle zu reißen scheint die einfachste Lösung zu sein. Eine nachhaltige Alternative habt ihr aber ebenso schnell zur Hand und muss oft auch gar nichts kosten. Damit spart ihr vielleicht keine Unsummen oder Berge an Abfall. Aber der Blog heißt ja auch nicht umsonst „Kleine Schritte“ 🙂

Teilen:

Ein Jahr Wickeln mit Stoffwindeln – ein Erfahrungsbericht

Zum ersten Geburtstag unseres kleinen Mannes habe ich euch im letzten Beitrag unsere Erstausstattung für die Babypflege gezeigt. Ein paar Wochen und einen Umzug später kommt nun endlich auch das zweite Baby-Fazit. Dieses Mal geht es um unsere Erfahrungen nach einem Jahr Wickeln mit Stoffwindeln. Inzwischen sind doch einige Wochen seit seinem Geburtstag ins Land gegangen, daher kann ich jetzt auch wirklich von einem Jahr sprechen. Denn wir sind nicht von Anfang an mit den Stoffies, wie sie viele liebevoll nennen, eingestiegen. Aber dazu später mehr. Wir haben inzwischen auf jeden Fall ausreichend Geschäftchen versorgt, um die wichtigsten Erkenntnisse und Tipps mit euch zu teilen.

Da ich hier nicht auf alle Details vom Wickeln mit Stoffwindeln eingehen kann, möchte ich euch erst einmal etwas Lesestoff empfehlen. Für so ziemlich jede Frage, die euch kommen kann, findet ihr im Windelwissen-Blog von Julia eine Antwort. Praktisch sind ihre Beiträge zu den verschiedenen Altern/Situationen, denn nicht jeder steigt ja direkt nach der Geburt ein.

Welcome to the System-Jungle

All-in-one, Pocketwindeln, Prefolds – wer sich für das Wickeln mit Stoffwindeln entscheidet, scheint erstmal eine neue Sprache lernen zu müssen. Das sieht erstmal kompliziert aus, ist aber eine sinnvolle Vielfalt für unterschiedliche Ansprüche. Bei Windelwissen findet ihr eine tolle Übersicht über die verschiedenen Systeme. Wir haben uns gleich zwei verschiedene angeschafft und sie haben sich beide bewährt. Meist nutzen wir die Kombination aus einer wasserdichten Überhose und Mullwindeln. Unsere Überhosen sind genaugenommen Pocketwindeln, in die man die Einlage einschieben kann, aber wir legen sie einfach oben drauf. Die Mullwindeln, die ihr vielleicht als Spucktuch kennt, sind toll, weil man sie mit dem Kind mitwachsend flexibel falten kann. Für alle, die jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Mit den Windeltüchern putzen wir dem Kleinen später nicht das Gesicht ab. Wir haben zwei gut unterscheidbare Stapel für die zwei Zwecke ;-).

Mitwachsende Pocketwindel-Überhose und All-in-One-Windel im Vergleich

Während diese Kombi auch immer noch unser Standard ist, hat sich das zweite Set inzwischen doch nicht als Fehlkauf herausgestellt. Das ist eine All-in-One-Windel, bei der die Einlage (aus Bambusfasern) mit Druckknöpfen in der Überhose befestigt wird. Wie bei den Pocketwindeln haben wir auch hier mitwachsende Modelle gekauft. D.h., dass die Überhose durch Druckknöpfe verkleinert werden kann. Für unseren schmalen Knirps waren uns die Windeln aber am Anfang zu wulstig und sie hielten an den dünnen Beinchen nicht immer dicht. Da wir aber keinen anderen Hersteller ausprobieren wollten, blieben sie erstmal im Schrank. Seit wir sie komplett offen nutzen können, greife ich aber immer öfter danach. Durch die fixe Einlage und die Klettverschlüsse sind sie nämlich auch dann schnell angezogen, wenn der kleine Mann keine Zeit zum Wickeln hat.

Wie viel Waschgänge dürfen es sein?

Zur nächsten Frage: Wie viele Windeln braucht ihr? Eine Orientierung dafür findet ihr auch bei Windelwissen. Welche Menge für euch passt, hängt davon ab, wie oft ihr waschen wollt und könnt. Und davon, wie viel zusätzliche Wäsche ihr habt, um die Maschine aufzufüllen und ressourcenschonend zu waschen. Es gibt zwei „Extreme“. Entweder ihr kauft gerade so viele, dass ihr jeden zweiten, maximal dritten Tag waschen müsst. Das setzt voraus, dass ihr genügend dreckige Handtücher etc. als „Füllmaterial“ habt. Denn mit dem meisten Systemen sollte eine durchschnittliche Waschmaschine mit der Menge von zwei Tagen noch nicht voll sein. Dafür könnt ihr dann alle Windeln direkt vom Popo in ein Behältnis werfen. Bis es Zeit ist alles in die Maschine zu kippen, stinkt es nicht (zu arg). Je länger nasser Urin sich zersetzen kann, umso mehr stinkender Ammoniak entsteht.

Alternativ könnt ihr den Weg gehen, der für uns sehr gut funktioniert. Wir sind mit Einlagen für 4-5 Tage versorgt. Damit unser Bad aber nicht durchgängig nach altem Pipi riecht, hängen wir die benutzten Windeln zum Trocknen auf und stecken sie dann in einen Wetbag. Mit Einführung der Beikost duftet das, was davon hinten rauskommt, natürlich auch bei uns nicht nach Rosen. Daher ist es ganz gut, dass der Wetbag geruchsdicht ist. Egal, wie oft ihr waschen wollt, lässt sich das nämlich nicht verhindern. Da zumindest machen Stoffies oder Wegwerfwindeln keinen Unterschied.

Stoffwindeln mit Mulltuch als Einlage
Alter und Schönheit schließen sich nicht aus

Anders als bei Wegwerfwindeln kauft ihr Stoffwindeln in der Regel nur einmal und dann gleich alle, die ihr bis zum Ende der Wickelzeit braucht. Entsprechend sind es eben nicht mal ein paar Euro hier, ein paar Euro da, sondern gleich ein Batzen auf einmal. Und je nach Menge und Hersteller könnt ihr auch ordentlich in die Tasche greifen. Rechnet man hoch, was all die Wegwerfwindeln am Ende kosten, seid ihr aber schnell wieder im Plus. Nichtsdestotrotz ist der Preis eines der Argumente dafür, die Augen nach gebrauchten Stoffwindeln offen zu halten. Wir haben unsere beiden Sets günstig als Komplettpakete online gefunden. Sowohl Mamikreisel als auch ebay Kleinanzeigen sind voll davon und die Auswahl an Marken und Mustern ist riesig.

Neben dem Preis spricht beim Wickeln mit Stoffwindeln auch die Umweltbilanz für Second Hand. Wie ich schon in meinem Beitrag zu Stofftaschentüchern festgestellt habe, ist entscheidend, dass keine neuen Ressourcen gebraucht werden und, dass die Nutzungsdauer verlängert wird. Leider sind die Studien zu dem Thema, wie ihr bei der Windelmanufaktur nachlesen könnt, veraltet. Als grober Richtwert taugen sie dennoch. Selbst mit deren Datenlage kann man sagen, dass Stoffwindeln umweltfreundlicher sind, wenn mindestens 2 Kinder damit gewickelt werden. Und das halten sie auch locker aus. Unsere Pocketwindeln, die neu eher so zu den Billigheimern gehören, wurden vor unserem Kleinen von mindestens einem anderen Kind getragen und zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Wickeln mit Stoffwindeln ist flexibel und wächst mit

Gerade im ersten Jahr verändern sich das Kind und dessen Ausscheidungsverhalten immer wieder. Hier punktet die Flexibilität der Kombi Mullwindeln und Überhosen. Am Anfang haben wir die Mullwindel noch so gefaltet, dass sie möglichst gut am Kind sitzt (Dreieck mit Steg). Da bei unserem Spargeltarzan die abdichtenden Speckröllchen fehlten, ersparte uns das die ein oder andere ausgelaufene Windel. Später, als er das Pipi länger halten konnte und entsprechend mehr auf einmal rauskam, bewährte sich eine Faltung mit mehr Lagen vorne. Die ist gleichzeitig schneller anzulegen, ein weiteres Plus bei unserem aktiven Kind.

Was bei uns überhaupt keine Verwendung findet, ist Windelvlies. Die „Auffangtücher“ fürs große Geschäft, die danach in den Müll geworfen werden, sind für viele unabdingbar. Da der Muttermilchstuhl fürs Waschen nicht entfernt werden muss, wollte ich erstmal die Beikost abwarten. Als die kam zeigte sich, dass das Kaka nach wie vor für uns ein mehrmals tägliches Vergnügen bleibt. Wir müssten also fast durchgängig Windelvlies benutzen und nur für Pipi ist mir das zu schade. Daher kratzen wir das Häufchen schnell mit einem alten, sonst ungenutzten Plastiklöffel ins Klo. Hätten wir ein „Einmal-die-Woche-Kind“ wäre das vielleicht anders.

All-in-One Stoffwindeln mit Einlage aus Bambusfasern
Stoffwindeln sind angenehm – auch für das Kind

Grundsätzlich sind Stoffies atmungsaktiver, da sie je nach Hersteller einen geringen oder gar keinen Kunststoffanteil haben. Dadurch gibt es seltener einen gereizten oder entzündeten Windelbereich. Wir hatten selten einen richtig roten Popo und wenn, dann in der Regel gut zuordenbar. Die meisten Reizungen kamen erst die letzten Monate bedingt durchs Essen und wären unabhängig vom Windelsystem aufgetaucht. Was bei Stoffies fehlt, ist das trockene Gefühl, nachdem etwas rein gemacht wurde. Gerade bei den Bambuseinlagen scheint das unseren Sohn anfangs auch etwas gestört zu haben. Das finden wir Eltern aber eigentlich eine gute Sache. Denn so angenehm es für uns ist, eine volle Windel noch eine Weile dran lassen zu können, die Kleinen verlieren jedes Gefühl für ihre Ausscheidungen und wir müssen es ihnen später wieder „antrainieren“. Und mit der Zeit hat sich unser Zwerg doch soweit daran gewöhnt, sodass nicht immer sofort eine frische Windel her muss.

Aber: Macht euch nicht mehr Stress als nötig!

Zum Schluss noch der fast wichtigste Tipp von allen: Nehmt das alles nicht zu streng! Natürlich ist es schön, dass wir mit Stoffies jede Menge Müll vermeiden und Ressourcen schonen und unseren Kleinen etwas Gutes tun. Aber trotzdem ist alles nicht umsonst gewesen, wenn ab und zu doch mal eine Wegwerfwindel zum Einsatz kommt. Obwohl wir uns schon vor der Geburt mit Stoffwindeln eingedeckt hatten, haben wir auch gleich eine Packung (Öko-)Einmalwindeln bereitgelegt. Praktische Wickelerfahrung hatten wir nämlich, wie so viele frisch gebackene Eltern, quasi nicht. Und da ein Neugeborenes sowieso schon so viele Fragen aufwirft, wollten wir uns in Sachen Wickeln keinen Stress machen. Dieses Backup in der Hinterhand zu haben, hat uns da auch echt den Druck rausgenommen und den Einstieg erleichtert.

Als der Kleine dann auf der Welt war, kam noch dazu, dass er eher schmal war – gerade an den Oberschenkeln. Ungeübt, wie wir waren, liefen uns anfangs einige Windeln aus, sodass wir uns nicht gleich an die Stoffies trauten. Nach ein paar Wochen üben stiegen wir dann tagsüber um. Da unser Wickeltisch im Bad steht und wir nachts nur ungern aufstehen wollten, blieben wir hier bei Wegwerfwindeln. Irgendwann war morgens beim Aufstehen aber immer die Windel leer oder frisch gefüllt, daher gibt es jetzt auch nachts Stoff. Wenn es hin und wieder doch geschickter ist, weil wir nicht waschen können und der Vorrat an sauberen Windeln nicht ausreicht, dann greifen wir wieder zur Variante für die Tonne. Und das ist für uns auch völlig in Ordnung.

Unsere 2 Stoffwindel-Systeme
Wie geht es für uns mit den Stoffies weiter?

Ihr habt es sicherlich gemerkt: ich bin ein echter Fan vom Wickeln mit Stoffwindeln. Nach einem Jahr stehe ich aber immer noch vor weiteren Herausforderungen. Seit der Kleine läuft, ist er noch weniger davon begeistert, eine Pause auf dem Wickeltisch einzulegen. Gleichzeitig haben wir aber auch schon angefangen das Töpfchen als Option anzubieten und hoffen, es die nächsten Monate auch als solche zu etablieren. Daher werde ich mich bald nach Möglichkeiten umsehen, ihm diesen Schritt zu erleichtern. Unsere neue Wohnung hat zudem nicht so empfindliche Böden und einen Garten hat, also bleibt die Windel erstmal öfter weg. Wenn es wieder kühler wird, werde ich vermutlich ein paar Trainer-Höschen anschaffen, um ihm das selbstständige Ausziehen zu erleichtern.

Auf jeden Fall werden uns die Stoffies noch eine Weile begleiten, daher ziehe ich hier auf dem Blog bestimmt noch ein weiteres Fazit. Spätestens dann, wenn wir windelfrei sind. Bis dahin hoffe ich, dass ich mit unseren Erfahrungen dem ein oder anderen von euch den letzten sanften Stubs für das „Ja“ zum Wickeln mit Stoffwindeln gegeben habe, den ihr noch gebraucht habt. Und ich beantworte natürlich gerne alle offenen Fragen, die euch bleiben. Schreibt mir einfach in die Kommentare 🙂

Das spricht für das Wickeln mit Stoffwindeln
  1. Zero Waste-freundlich: Selbst mit Wegwerfwindeln als Backup und optionalem Windelvlies könnt ihr jede Menge Abfall sparen.
  2. Umweltfreundlich: Die Klimabilanz von bis zum Ende der Lebensdauer genutzten Stoffies ist deutlich besser als die herkömmlicher Einmalwindeln.
  3. Hautfreundlich: Durch die bessere Atmungsaktivität ist der Windelbereich besser vor Reizungen geschützt.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Sanfte und nachhaltige Babypflege

Meine erste Begegnung mit der Abteilung für Babypflege im Drogeriemarkt hatte ich schon lange bevor mein Sohn überhaupt angedacht war. Da meine Kopfhaut von zu aggressivem Shampoo anfängt zu jucken, habe ich eine Zeit lang Babyshampoo benutzt. Dabei musste ich allerdings feststellen, dass einige Hersteller sehr optimistisch sind, was die zarte Babyhaut aushält. Den Inhaltsstoffen nach müssen die Kleinen ganz schön robust sein. Teilweise ist der einzige Unterschied zur Variante für Erwachsene der Duft. Inzwischen ist unser Sohn schon quasi kein Baby mehr. Daher möchte ich mit euch meine Erkenntnisse und Erfahrung zum Thema nachhaltige Babypflege weitergeben.

Wie viel darf es denn sein?

Kein bisschen Hornhaut, selbst die ultraweichen Babynägel hinterlassen Kratzer – nichts scheint so zart zu sein, wie die Haut eines Säuglings. Verständlich, dass es da verlockend ist, die Kleinen regelmäßig von Kopf bis Fuß mit einer dicken Cremeschicht zu versehen. Ist die Babyhaut allerdings gesund, ist allzu viel Pflege nicht notwendig. Ein bis zwei Mal die Woche ohne Badezusatz in die Wanne, eincremen nach Bedarf und schon ist der Zwerg gut versorgt.

Die wenigen Produkte, die ihr verwendet, sollten auf die empfindliche Haut abgestimmt sein. Lasst euch aber von der Beschreibung mancher Hersteller nicht in die Irre führen. Denn nicht überall, wo „Baby“ draufsteht, ist auch ein sanftes Produkt drin. Ein paar entscheidende Punkte auf der Liste der Inhaltsstoffe solltet ihr im Blick behalten, wie ihr in diesem Ratgeber nachlesen könnt.

Am Anfang darf es gerne überschaubar sein

Eines kann ich euch gleich zu Beginn versprechen: Die Erstausstattung für euer Baby ist mit ganz wenigen Pflegeprodukten komplett. Und von denen solltet ihr vorsichtshalber auch lieber erstmal eine Packung kaufen. Denn auf so einen kleinen Hopser könnt ihr nicht viel schmieren :-). Wir kommen nach einem Jahr Elternschaft auf 4 1/2 Produkte für unsere nachhaltige Babypflege.

  1. Popocreme: Selbst mit Stoffwindeln und unseren schonenden, selbstgemachten Feuchttüchern sind auch wir nicht vor dem bösen roten Popo gefeit. Ein tagelanger Durchfall letzten Herbst und das ein oder andere neue Essen bei der Beikost haben unseren kleinen Mann nicht kalt gelassen. Bei uns hat sich da eine Naturkosmetik-Salbe mit Calendula bewährt. Gerade sprießen auf unserem Balkon viele kleine Ringelblumen-Sprösslinge. Wie mein erster Versuch glückt, selbst eine Salbe daraus zu machen, werde ich euch hoffentlich in ein paar Monaten berichten können. Ist der Windelbereich mal so richtig rot, dann hilft eine Salbe mit (mehr) Zink weiter. Unsere Popocreme hat davon nicht ganz so viel und hilft daher in den Fällen nicht so schnell, wie eine Zinksalbe aus der Apotheke es tut.
  2. Pflegeöl: Gerade am Anfang gab es immer mal wieder eine kleine Hautstelle bei unserem Kleinen, die ein wenig Unterstützung gebrauchen konnte. Sei es der Windelbereich, der zwar nicht wund, aber vielleicht ein wenig gereizt war, oder eine Hautfalte. Unsere Hebamme hatte uns eine kleine Probepackung Babyöl mitgegeben und das setzen wir in so einem Fall ganz gezielt ein. Da sich die Begeisterung für eine Babymassage bei unserem Wurm in Grenzen hielt, reichen uns bisher die paar Milliliter.
  3. Zahnpflege: Ich bin kein (Zahn-)Arzt oder sonst irgendwie qualifiziert euch hier zu sagen, was die richtige Zahnpflege für euer Baby ist. Dass sie, in welcher Form auch immer, aber von Anfang an sinnvoll ist, werden euch viele (Experten) sagen. Wir möchten jedenfalls, dass die Zahnpflege ebenso wie das Baden oder Essen im Alltag unseres Kindes integriert ist.
  4. Abgerundete Nagelschere: Den Punkt könnt ihr als optional ansehen, denn ich gehe mal davon aus, dass so ziemlich jeder eine Nagelschere im Haus hat. Ich hatte auch eigentlich nicht vor extra eine Babynagelschere zu kaufen. Bis ich dann das erste Mal mit meiner eigenen vor meinem Sohn saß. Da lief mir auf einmal fast der Angstschweiß den Rücken herunter. Ich konnte einfach nicht mit dem spitzen Ding die Mini-Nägel kürzen während er, wie so oft, nicht ans Stillhalten dachte (selbst im Schlaf). Also haben wir jetzt noch ein Exemplar mit abgerundeter Spitze und das hilft zumindest meinen Nerven. Denn einfacher wird das Ganze nicht, wenn der Bewegungsdrang zunimmt.

Und der halbe Tipp? Das Schweizer Taschenmesser der Babypflege ist die gute, alte Muttermilch. Ein Schuss ins Badewasser, ein bisschen auf eine raue Hautstelle, eine Schicht auf den wunden Popo – Mutter Natur hat uns Mamas da gleich mal was mitgegeben. Ich hatte zwischenzeitlich immer mal wieder Milch abgepumpt, die der kleine Mann dann aber aus der Flasche verschmähte. War gerade Badetag, dann kam sie halt ins Wasser und er hatte trotzdem was davon.

Optionalin der Erstausstattung Babypflege: eine abgerundete Nagelschere
Was eine nachhaltige und sanfte Babypflege ausmacht

Grundsätzlich versuche ich, wie ihr seht, die Menge an Produkten klein zu halten. Dadurch schmeiße ich nicht lauter halb volle Packungen weg, wenn sich kein anderer Verwendungszweck mehr findet. Gleichzeitig kontrolliere ich bei meinem Kleinen sehr genau, welche Inhaltsstoffe die verschiedenen Cremes und Co. haben. Da ich mir aber leider nicht annähernd merken kann, welche Inhaltsstoffe ich vermeiden will, nutze ich die App Codecheck. Dort ist genau aufgelistet, welche Inhaltsstoffe aus welchen Gründen problematisch sind oder sein können. Ich greife im Endeffekt dann auf zertifizierte Naturkosmetik zurück. Da der Begriff „Naturkosmetik“ nicht gesetzlich geschützt ist, werdet ihr einige Produkte finden, die sich damit zu Unrecht schmücken. Hier gibt es aber einige Siegel, auf die ihr vertrauen könnt, wie beispielsweise NaTrue oder Ecocert.

Behaltet ihr also ein paar Sachen im Auge, habt ihr fast keinen Aufwand um eure Zwerge natürlich zu pflegen. Hat euer Baby krankheitsbedingt Probleme mit der Haut, kann selbstverständlich noch die ein oder andere Notwendigkeit dazu kommen. Da wir hier keinerlei Probleme hatten, kann ich dazu leider nichts sagen. Aber ein gesundes Baby braucht wirklich nur ganz wenige Produkte, um zufrieden zu sein. Dass das nicht nur für die Pflege gilt, darauf werde ich mit Sicherheit einmal in einem anderen Beitrag eingehen.

Nachhaltige Babypflege tut den Kleinen und der Natur gut
  1. Keine Schadstoffe: Ihr schützt die zarte Haut und langfristig auch die Gesundheit eurer Zwerge.
  2. Keine Erdölprodukte: Bei der Herstellung von Naturkosmetik wird auf Bestandteile aus Erdöl verzichtet.
  3. Weniger Müll: Durch die Reduzierung auf wenige Produkte fällt wenig Verpackungsmüll an und die Chance, dass nur wenige oder keine ungenutzten Reste übrigbleiben, steigt.
Weitere Infos zum Thema
Teilen:

Quick Tip: Umweltfreundlich Naseputzen

Grüßt euch auch jedes Jahr das Heuschnupfen-Murmeltier? Oder nehmt ihr im Winter jede Erkältung mit? Dann habt ihr bestimmt auch einen ordentlichen Verbrauch an Taschentüchern. Mein heutiger Beitrag der Quick Tip-Reihe soll euch daher zeigen, warum Stofftaschentücher und Recycling-Papiertaschentücher nachhaltiger sind als die üblichen Verdächtigen.

Im Jahr 2017 verbrauchte jeder Deutsche rund 17 Kilogramm „Hygienepapier“. Der Begriff schließt neben Taschentüchern auch beispielsweise Toilettenpapier, Küchenkrepp oder Servietten ein. Während diese Zahl in den letzten Jahren immer weiter anstieg, sank eine andere. Einst wurden 75% dieser Papiere aus Recyclingmaterial gefertigt. Inzwischen werden aber für knapp die Hälfte davon Frischfasern verwendet. Wir fällen also, nur um unsere Nase zu putzen, Bäume.

Die benutzten Taschentücher können aber wiederum nicht recycelt werden. Sie gehen dem Kreislauf also nach einer Nutzung verloren. Wenn dann noch Regenwald gerodet wird, nur um für diese einmalige Nutzung Bäume anzubauen, ist das gleich doppelt schädlich für die Umwelt. Und genau das ist immer öfter der Fall.

Eine sehr ausführliche Übersicht darüber, wie umweltfreundlich verschiedene Arten von Taschentüchern sind, hat Sarah von minimalwaste.de erstellt. Stofftaschentücher liegen in der Umweltbilanz langfristig klar vorne, da sie viele Male wieder genutzt werden können. Das gilt insbesondere, wenn ihr Second Hand kauft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Flohmärkte und die Schränke der (Groß-)Eltern da großartige Fundgruben sein können. Dann fällt auch meist kein zusätzlicher Verpackungsmüll an. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: viele meiner Stofftaschentücher sind so weich, dass meine Nase nicht so schnell wund wird.

Wenn ihr euch damit nicht anfreunden könnt – auch wenn ich euch nur empfehlen kann, es auszuprobieren – dann achtet beim nächsten Einkauf einfach auf den Blauen Engel. Trägt ein Produkt dieses Siegel, besteht es ausschließlich aus Recyclingfasern. Dadurch putzt ihr eure Nase auf jeden Fall ressourcensparender. Ob Stofftaschentücher oder Papiertaschentücher – mit einem Blick auf die Herkunft seid ihr schnell nachhaltiger.

Teilen:

Regional und saisonal essen Teil 1: Obst und Gemüse

Es ist Frühling und damit verschwindet langsam, aber sicher das letzte Wintergemüse aus der Auslage und macht Platz für Neues. Ich freue mich immer sehr darüber, wenn ich auf dem Markt zwischen Kohl und Wurzelgemüse wieder Bärlauch, Rhabarber und den ersten Spargel entdecke. Verheißen sie doch eine Fülle an Obst und Gemüse der nächsten Monate. Doch diese fast schon überschwängliche Freude kenne ich eigentlich erst, seit wir regional und saisonal einkaufen und essen.

Es ist für viele sicherlich eine der besten Errungenschaften unserer Zeit, fast jedes Lebensmittel zu fast jeder Jahreszeit zu bekommen. Dank diversen Transportmitteln und unserer global vernetzten Wirtschaft findet gefühlt auch die letzte Beere den Weg vom anderen Ende der Welt zu uns. Die Auswahl in den meisten Supermärkten sieht entsprechend ganzjährig relativ gleich aus. Teilweise ändert sich lediglich die Herkunftsangabe auf den Schildchen. Aber das hat natürlich nicht nur einen monetären Preis.

Kurze Transportwege und saisonales Essen punkten mehrfach

Der gewichtigste Grund für uns auf Produkte mit möglichst kurzer Anreise zu setzen, ist der Klimaschutz. Zwischen einem in der Region angebauten Gemüse und der per Flieger importierten Ware können Welten liegen, was die Klimagas-Emissionen angeht. Klar kenne ich auch den ollen Vergleich zwischen einem monatelang in Deutschland kühl gelagerten Apfel und dem „frischen“ Äquivalent aus Übersee. Genau daher betone ich hier, dass wir versuchen uns nicht nur regional zu ernähren, sondern auch saisonal. Was nicht Saison hat, landet in der Regel nicht im Einkaufskorb.

Um mal eine ganz grobe Hausnummer zu nennen, hier ein paar Zahlen vom Bundesumweltministerium. Während für ein durchschnittliches Kilogramm Obst und Gemüse aus der Region rund 230 Gramm CO2 ausgestoßen werden, liegt man bei dem aus anderen europäischen Ländern schon beim Doppelten. Der Extremfall, also aus Übersee und mit dem Flieger transportiert, liegt bei gewichtigen 11.000 Gramm CO2 pro Kilogramm.

Gleichzeitig sollte uns auch bewusst sein, dass wir durch unseren Konsum massive Probleme in anderen Ländern verursachen. Beispielsweise herrscht in Spanien mancherorts Wassermangel trotz vieler Sparmaßnahmen der Bauern. Und um die ganze Landwirtschaft dort und in anderen Ländern am Laufen zu halten, braucht es zahlreiche Arbeiter, die oft unter widrigen Bedingungen leben und arbeiten. Der teilweise deutliche Preisunterschied zwischen heimisch-saisonalen und importierten Produkten scheint da fast das geringste Argument zu sein.

Auch im Winter kann man regional und saisonal einkaufen und essen
Wie frisch vom Feld darf es sein?

Die einzige Einkaufsstätte, von der ich behaupten würde, dass wir Stammkunden sind, ist der Stand von „unserem“ Biobauern auf dem Wochenmarkt. Man kennt uns dort und der samstägliche Einkauf gehört fest zu unserem Alltag. So kommen wir sehr einfach an das, was aktuell in der Region wächst. Zwar bieten sie auch Produkte von weiter her an, die gerade keine Saison haben oder generell nicht bei uns wachsen. In meinem Beitrag zum DIY-Zitrusreiniger hatte ich euch bereits verraten, dass wir dieses Angebot auch mal nutzen. Aber die Verkäufer nehmen sich auch immer Zeit zu zeigen, was gerade frisch um die Ecke geerntet wurde. Und sie wissen, was bald kommt oder jetzt nicht mehr wächst oder was generell nicht regional zu bekommen ist.

Eines will ich nicht unter den Tisch fallen lassen. Wollt ihr regional und saisonal einkaufen und essen, dann müsst ihr tatsächlich auch einmal verzichten. Im November wachsen auf unseren Feldern keine Erdbeeren, die regionalen Tomaten haben im April noch nicht genug Sonne zum Wachsen abbekommen. Und ja, im Winter essen wir oft Kohl. Und ja, gegen Ende der jeweiligen Saison können wir das ein oder andere nicht mehr sehen. Das klingt aber schlimmer, als es ist. Mir zumindest schmeckt die erste Tomate der Saison nicht nur besser, weil sie möglichst lange an der Pflanze reifen konnte.

Wir setzen da auch auf eine weitere Stärke des Wochenmarkts. Die Verkäufer kennen ihre Produkte und gerade Biobauern haben gerne mal welche, die ihr nicht im Supermarkt findet. Wenn wir – unabhängig von der Jahreszeit – mal keine Lust auf das Übliche haben, dann fragen wir, was gerade Saison hat. Meist gibt es zur Antwort noch eine Rezeptidee, damit die Entscheidung leichter fällt. So haben wir bereits rund ums Jahr Neues ausprobiert: Topinambur, Spitzkohl, Wurzelpetersilie, Lombardo-Paprika. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Handliche Übersichten für zu Hause und unterwegs

Im Internet gibt es verschiedene kleine Helfer, damit ihr euch nicht merken müsst, was wann wächst. Schön und praktisch finde ich den Saisonkalender von Utopia, den es digital und in gedruckter Form gibt. Als netter Bonus werden für letztere Bäume gepflanzt. Für unterwegs habe ich bisher zwei Apps ausprobiert. Zum einen „GrünZeit“ von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Sie umfasst nur heimisches Obst und Gemüse und zeigt wie stark diese aktuell das Klima belasten. Und zum anderen habe ich mir den Saisonkalender des Bundeszentrum für Ernährung angeschaut. Hier seht ihr zusätzlich noch wann verschiedene Importwaren in ihren Herkunftsländern Saison haben.

Als Zwischenfazit kann ich sagen, dass es bei Obst und Gemüse nicht kompliziert ist, auf kurze Transportwege und Saisonzeiten zu achten. Auf der einen Seite könnt ihr so zwar nicht alles jederzeit essen. Aber lasst ihr euch darauf ein, werdet ihr viele neue, leckere Lebensmittel für euch entdecken. Was jenseits von Obst und Gemüse auf unseren Tisch kommt, werde ich euch dann in Teil 2 verraten.

Darum solltet ihr Obst und Gemüse regional und saisonal einkaufen und essen:
  1. Weniger Klimagase: Kurze Transportwege schonen das Klima.
  2. Keine Auslagerung von Problemen: Die Landwirtschaft in Ländern mit schwierigen Anbaubedingungen wird nicht weiter belastet.
  3. Gesündere und schmackhaftere Lebensmittel: Regional angebaute Produkte können länger an der Pflanze reifen als Importware.
  4. Lokale Kreisläufe fördern: Der Kauf von heimischen Lebensmitteln stärkt die Produzenten vor Ort.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Quick Tip: Akkus statt Batterien

Es gab mal eine Zeit, da habe ich gefühlt täglich Batterien ausgewechselt. Der geliebte Discman hat ebenso eine Menge davon geschluckt, wie der Gameboy und andere technische Geräte. Heute sind die genannten nicht mehr im Einsatz. Aber beispielsweise die Fernbedienung, das Stilllicht und die Fahrradlampe sind auf Saft aus dieser Art von Quelle angewiesen. Das sieht bei vielen von euch vermutlich nicht viel anders aus. Daher ist mein nächster Quick Tip darüber, warum ihr zugunsten von Akkus auf nicht-aufladbare Batterien verzichten solltet.

Auf den ersten Blick sehen Akkus, die man wiederaufladen kann, und Batterien, die nach der Entleerung im Müll landen, gleich aus. Der Unterschied liegt rein technisch im Inhalt, in Sachen Umweltfreundlichkeit in der Nutzungsdauer. Warum Akkus die nachhaltigere Variante sind, lässt sich kinderleicht ausrechnen. Jede Wiederaufladung eines Akkus spart die Rohstoffe einer Batterie. Außerdem benötigt die Herstellung letzterer deutlich mehr Energie, als die eines Akkus.

Bleibt zu erwähnen, dass ein Akku in der Anschaffung etwas mehr kostet. Ohne ein passendes Ladegerät kommt ihr auch nicht weit. Da ein Akku aber sehr oft wieder aufgeladen werden kann, seid ihr recht schnell im Plus. Mit in die Rechnung muss, dass die Ladung Strom aus der Steckdose günstiger als die aus einer Batterie. Wir haben vor ein paar Jahren ein Ladegerät für mehrere Größen und einige Akkus angeschafft. Wie viele wir brauchen, haben wir schlichtweg abgezählt und dann noch einen kleinen Puffer eingerechnet. Manchmal ist es ja ungeschickt warten zu müssen, bis der Akku geladen ist.

Geht euch also das nächste Mal eine Batterie leer, dann nutzt doch einfach die Gelegenheit und versorgt euch mit Akkus. Wer weiß, vielleicht freut ihr euch dann in so verrückten Zeiten wie zurzeit, dass ihr wegen einer solchen Kleinigkeit nicht in den Laden rennen müsst 😉

Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Torffreie Erde für nachhaltigeres Grün

Die Gartensaison startet! Ein perfekter Zeitpunkt, um hier meine Liebe fürs Gärtnern zu verbreiten. Und zum Einstieg gibt es ein Thema nicht nur für Gartenbesitzer. Es ist vielmehr ein Tipp für alle, die irgendwo ein Pflänzchen stehen haben. Einsame Zimmerpflanze oder üppige Naturoase? Irgendwann braucht es neues Futter um die Wurzeln. Dass auch die Topfpflanze auf der Fensterbank etwas für den Klimaschutz tun kann, klingt erstmal unwahrscheinlich. Aber tatsächlich ist deren Beitrag gar nicht mal so unbedeutend, sofern wir darauf achten, in welche Erde wir sie betten. Nicht jeder hat die Möglichkeit einen eigenen Kompost anzulegen oder von einem im Umfeld zu profitieren, auch ich aktuell nicht. Und so stehe ich und steht auch ihr sicherlich hin und wieder mal vor den großen Säcken voller braun-schwarzem Nährboden für unsere grünen Lieblinge. Daher möchte ich euch zeigen, warum ihr beim Kauf von Erde genauer hinschauen solltet.

Wichtiger Lebensraum und Kohlenstoffspeicher

Ein Begriff, den ihr in diesem Zusammenhang immer wieder lesen werdet, ist Torf. Und ob mit oder ohne, ist bei Pflanzenerde in Sachen Nachhaltigkeit ein ganz entscheidendes Kriterium. Ein kurzer Abriss, was Torf eigentlich ist. Gewonnen wird er aus Mooren, die zu 95% aus Wasser und zu 5% aus (hauptsächlich) Humus und Pflanzenstoffen, dem sogenannten Torf, bestehen. Um an letzteres zu kommen, werden die Moore entwässert und damit quasi zerstört. Während es in Deutschland fast keine intakten Moore mehr gibt, wird dies in Osteuropa noch in großen Gebieten und kostengünstig praktiziert.

Und da sind wir auch schon am Kern des Problems. Zum einen wird bei dieser Praxis ein jahrhunderte- bis jahrtausendealter Lebensraum zerstört. Dadurch sind viele der dort heimischen Arten vom Aussterben bedroht. Nicht weniger gravierend ist die Tatsache, dass durch die Trockenlegung der Moore CO2 freigesetzt wird. Aktuell speichern die Moore, die gerade mal 3% der Landfläche der Erde bedecken, (noch) doppelt so viel CO2 als alle unsere Wälder zusammen. Und bewaldet ist immerhin 30% der weltweiten Landfläche. Diese Flächen zu schützen und zu erhalten ist also aktiver Umwelt- und Klimaschutz in einem.

Torffreie Blumenerde
Bessere Blumenerde zu kaufen ist nicht schwer

Und was können eure Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen bzw. ihr jetzt für die Moore tun? Die Antwort ist so einfach gesagt wie umgesetzt: Kauft ausschließlich torffreie Erde! Inzwischen gibt es die fast überall, wo es Blumenerde zu kaufen gibt. Der BUND hat dazu einen Einkaufsführer erstellt, falls ihr euch vor eurem Einkauf informieren wollt. Aber auch ohne solltet ihr mit der Auswahl in den Regalen gut zurechtkommen. Die entsprechenden Säcke sind mit „torffrei“ oder „ohne Torf“ markiert. Achtung nur bei Produkten, die mit „torfreduziert“ betitelt sind. Ein Anteil von bis zu 80% klingt für mich eher nach Augenwischerei und bringt den Mooren herzlich wenig.

Warum torffreie Erde doppelt nachhaltig ist:
  1. Schutz von Flora und Fauna: Bedrohte Arten in den Mooren dieser Welt verlieren nicht weiter ihren Lebensraum.
  2. Erhalt eines wichtigen CO2-Speichers: Die Moore speichern große Mengen Kohlenstoff, deren Freisetzung den Klimawandel enorm beschleunigen würden.
Weitere Infos zum Thema
Teilen:

Nachhaltige Jeans – Grün ist das neue Blau

Die Jeans ist eine Erfolgsgeschichte in vielerlei Hinsicht. Sie wurde in den 1870ern erfunden und ist heute unverzichtbarer Bestandteil vieler Kleiderschränke. Teilweise ist sie für nur wenige Euro zu haben. Man kann aber auch einen ordentlichen Batzen Geld dafür ausgeben. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob der Preis etwas mit der Qualität und den Produktionsbedingungen zu tun hat. Und ob wir eigentlich wirklich guten Gewissens so viele Jeans kaufen können, wie wir es tun. Machen wir eine Reise rückwärts – vom Schrank bis zum Feld – um zu sehen, wie Jeans nachhaltig sein können.

Lang soll sie leben, tut sie aber nicht immer

Bevor ich angefangen habe auf Nachhaltigkeit zu achten, habe ich sowohl günstige als auch teurere Jeans gekauft. Und bei beiden hatte ich sehr langlebige und schnell durchgewetzte Modelle dabei. Ungeachtet der Reise, die die Hose vor meinem Kauf macht, zeigt sich hier schon der erste Knackpunkt. Egal wie und wo sie produziert wurde: Wenn sie nach wenigen Monaten kaputt geht und teilweise nicht mehr repariert werden kann, kann sie nicht nachhaltig sein. Aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Je größer der Stretch-Anteil in der Jeans, desto kürzer hält der Stoff. Und umso schwerer lässt sie sich flicken.

Nieten und Nähte in Billiglohnländern

Jeans werden in vielen Ländern produziert, aber oft sind Bangladesch, Pakistan und China als Produktionsstätten die erste Wahl. Seltener finden sich Hersteller, die in der Türkei oder Tunesien produzieren lassen. Wie auch bei vielen anderen Textilien immer wieder berichtet wird, hat dies einen klare ökonomische Gründe. Die Lohnkosten in diesen Ländern sind gering, die Regelungen zum Schutz der Arbeiter lasch. So lässt sich bei der Produktion Geld sparen. Dass die Arbeiter von ihren Löhnen kaum leben können, ist hinlänglich bekannt.

Nachhaltige Jeans sehen gut aus und halten größerer Belastung stand
Eine Giftspur bis in den Kleiderschrank

Bei der Produktion der Hosen wird durch den Einsatz von Chemikalien und speziellen Verarbeitungsverfahren die Gesundheit der Arbeiter gefährdet. Hier möchte ich nur ein Beispiel rauspicken. Eine Technik, um Jeans aufzuhellen, ist das Sandstrahlen. Dies kann bei unzureichendem Schutz der Arbeiter zu Lungenschäden führen.

Angenommen mich würde die Gesundheit derer, die meine Jeans herstellen, nicht kümmern. Wäre ich dann aus dem Schneider? Keineswegs! Denn ist die Chemikalie erst einmal im Stoff, wandert sie in Teilen bis in meinen Schrank. Bei seinem großen Test mit 21 Marken wertete Ökotest aufgrund gefährlicher Inhaltsstoffe gleich mehrere Modelle deutlich im Ergebnis ab. Wie sinnvoll die dann doch deutliche Abwertung in Einzelfällen ist, sei dahingestellt. Aber es zeigt zumindest die hohe Relevanz des Themas.

Alles startet auf dem Acker

Bei all den vielen Schritten, die für die Herstellung einer Hose notwendig sind, darf man nicht außer Acht lassen, welchen Unterschied die Art des Anbaus macht. Die Baumwolle, die den größten Anteil am fertigen Produkt ausmacht, ist nämlich alles andere als eine genügsame Pflanze. Ein enormer Wasserverbrauch und Pestizideinsatz und dazu niedrige Einkommen machen die herkömmliche Baumwollproduktion weltweit ökologisch und sozial zu einem schwergewichtigen Problemkind. Hier stellt auch Bio-Baumwolle bei weitem keine Ideallösung dar. Doch zumindest ein Teil der Probleme wird damit verringert oder sogar beseitigt. Und damit ist sie eindeutig die bessere Wahl.

Von der Baumwolle bis zur Verarbeitung können viele Giftstoffe in der Jeans landen
Kann es überhaupt nachhaltig sein, Jeans zu kaufen?

Der Kaufverzicht wäre, wie so oft, natürlich die nachhaltigste Variante. Wenn es um die zweite, dritte, fünfte gleich aussehende Hose geht, lässt sich das wahrscheinlich auch gut umsetzen. In meinem Schrank findet sich aber beispielsweise nur eine schmal geschnittene Jeans ohne Waschung. Geht diese irgendwann kaputt, werde ich sie entsprechend ersetzen müssen.

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, beginnt die Reise einer umweltverträglicheren Jeans auf jeden Fall mit Bio-Baumwolle. Hier kann man sich an dem GOTS- und dem IVN-Siegel ebenso orientieren wie an der Bezeichnung „kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau). Die beiden Siegel decken auch soziale Aspekte ab. Hier lohnt sich zusätzlich noch ein Blick nach dem Logo der Fair Wear Foundation oder dem Label von Fairtrade Cotton. Dafür gilt es strengere soziale Auflagen zu erfüllen.

Aufgrund meiner eher schlechten Erfahrungen mit sehr stretchigen Jeans werde ich in Zukunft auf einen möglichst geringen Stretch-Anteil achten. Das ist zwar vielleicht nicht so gemütlich wie eine Jogginghose, aber das ist auch nicht mein Anspruch an eine Jeans. Natürlich reißt auch das beste Modell irgendwann mal irgendwo. Aber die Chance, dass ich diese dann recht einfach flicken und als „Arbeitshose“ anziehen kann, sind deutlich höher als bei den anderen Modellen. Letztere reißen mir erfahrungsgemäß nämlich gerne an Stellen, die weder gut zu verstecken, noch zu retten sind.

Warum lohnt sich für der Griff zu einer Jeans, die nachhaltig ist?
  1. Geringere Umweltbelastung: Vom Feld bis zur Bearbeitung des Stoffs summieren sich weniger belastende Umwelteinflüsse.
  2. Faire Produktionsbedingungen: Entlang der gesamten Wertschöpfungskette profitieren Menschen von nachhaltigen Jeans.
  3. Gesünder für uns: Giftstoffe werden auch über die Haut aufgenommen und herkömmliche Jeans sind teilweise voll davon.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Quick Tip: Deckel drauf!

Da, wie der Blogname verrät, jeder kleine Schritt zählt, gibt es heute den ersten Beitrag der Reihe „Quick Tip„. Das sind schnell umgesetzte Alltagstipps, die in Summe einen großen Unterschied in der eigenen Ökobilanz machen können. Wusstet ihr, dass das Kochen mit Deckel bis zu 65% weniger Energie verbraucht? So ganz grundsätzlich war mir das ja klar. Wie viel es bringt hat mich aber dann doch überrascht. Da wir fast jeden Tag kochen und auch der Sohnemann inzwischen Beikost bekommt, ist der Herd bei uns recht oft an. Entsprechend viel Strom können wir dadurch sparen.

Bei Töpfen hat man in der Regel einen passenden Deckel dabei und muss dann nur dran denken. Wir haben zwar auch eine Pfanne mit Deckel, die restlichen sind allerdings, wie vermutlich bei vielen anderen zu Hause, ohne. Dank der Standardgrößen, die es im Handel gibt, lohnt sich allerdings immer ein Blick zu den Töpfen. Wir haben gleich zwei Pfannen, die so abgedeckt werden können.

Steht ihr vor der Entscheidung neues Kochgeschirr zu kaufen, dann achtet darauf etwas mit Glasdeckel zu nehmen. So müsst ihr den Deckel nicht immer abnehmen, um nach dem Essen zu schauen. Bei Lebensmitteln, die beim Überkochen gerne mal eine ordentliche Sauerei verursachen, wie beispielsweise Nudeln, reicht es oft den Deckel leicht schräg aufzulegen. Natürlich geht dann wieder mehr Energie verloren, aber zumindest nicht gleich alle. Gerade bei Reis schalte ich nach dem Aufkochen aber auch direkt wieder runter, sodass es nicht so schnell überkocht und ich den Deckel komplett drauflegen kann.

Sicherlich gibt es genügend Gerichte, bei denen das Kochen mit Deckel hinderlich wäre. Die Soße kocht natürlich nur schwerlich ein, wenn das verdunstete Wasser direkt wieder von oben ins Essen tropft. Aber bei allem anderen: Deckel drauf! 🙂

Weitere Infos zum Thema:

Tipps für den Alltag: Kochen und Backen (wwf.de)

Teilen:

Wie wird Schokolade fair?

Sie wird süße Sünde genannt, aber das bezieht sich nicht nur auf ihre Wirkung auf die Hüfte. Schokolade macht Probleme! Und da wir sie in rauen Mengen futtern, sind diese Probleme alles andere als klein. Knapp 10 Kilo isst jeder Deutsche jährlich. Und ja, da kann ich vermutlich auch mithalten. Dabei entspricht das nicht meinem Grundsatz, möglichst regional einzukaufen. Außerdem möchte ich durch meinen Konsum eigentlich keine Probleme woanders auf der Welt verursachen. Doch wie bekommen wir faire Schokolade?

Schlecht für die Hüfte, schlecht fürs Klima

Die Elfenbeinküste, Madagaskar, Indonesien, Chile – auch auf der vollständigen Liste der Kakao-Anbaugebiete findet sich kein Land, das für uns quasi um die Ecke liegt. Die Schokolade im Supermarkt hat, zumindest in ihren Einzelteilen, immer einen längeren Weg hinter sich. In Summe macht das ca. 3,5 Kilo CO2-Äquivalente für ein Kilo Schokolade. Zum Vergleich verursacht ein Kilo Äpfel rund 0,5 Kilo CO2-Äquivalente.

Wenn beim Anbau nichts mehr übrig bleibt

Wer das „Who is Who“ des Produktions-Gruselkabinetts sehen will, schaut sich den Kakao-Anbau an: Rodung von Regenwald, Kinderarbeit und keine existenzsichernden Preise für die Bauern. Durch den seit Jahren bestehenden Preisdruck auf den Markt blieben ökologische und soziale Aspekte schnell auf der Strecke. Man mag darüber streiten, ob hier die Verbraucher oder die Produzenten die Macht über den Preis haben. Ich bin davon überzeugt, dass die Mehrheit der Gesellschaft durchaus dazu bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen, wenn sie weiß, was sie dadurch ermöglicht.

Schokolade mit Fairtrade- und GEPA-Siegel
Nicht jedes Siegel ist gleich streng

Und was nun? Gänzlich auf Schokolade zu verzichten wäre natürlich die beste Variante, aber das will ich nicht. Also müssen faire Alternativen her. Einige Auszeichnungen auf der Verpackung scheinen da die Rettung zu sein. Doch so einfach ist das nicht. Die Kriterien für manche Siegel sind eher lasch und auch Fairtrade-Tafeln bestehen nicht zwingend zu 100% aus fair gehandelter Schokolade. Das ist aber keine Ausrede zu sagen: „Dann ist ja egal, was ich kaufe.“ Ganz im Gegenteil! Lieber eine nur teilweise fair produzierte Tafel, als ein gänzlich unethisches Produkt. Und nur, wenn immer mehr Menschen bereit sind, einen angemessenen Preis zu zahlen, können langfristig mehr Bauern existenzsichernd bezahlt und die Natur geschützt werden.

Wenn ihr einen schnellen Überblick über die bekannten Zertifizierungen sucht, ist dieser Artikel von Utopia eine gute Quelle. Knapp zusammengefasst: Empfehlenswert sind auf jeden Fall das bekannte Fairtrade- und das noch strengere GEPA-Siegel. Es gibt darüber hinaus Hersteller mit sehr guten Standards, die nicht „offiziell“ zertifiziert sind, z.B. Rapunzel Hand in Hand. Produkte, die „UTZ Certified“ sind, erfüllen nur geringfügige Voraussetzungen und sind nicht wirklich als fair zu bezeichnen. Im Endeffekt sind sie aber besser, als welche ohne Siegel.

Nicht nur der Blick auf die Tafel zählt

Was für die fertige Tafel Schokolade gilt, gilt natürlich auch für die anderen Variationen im Handel. Kakaopulver zum Backen, Trinkschokolade, süße Teilchen, Kekse… Alles, wozu der Rohstoff Kakao verarbeitet werden kann, sollte aus fair gehandelten Bohnen gemacht sein.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass es die ideale Alternative beim Schokoladenkauf nicht gibt. Umso wichtiger ist, dass ihr die wenigen Ansatzpunkte nutzt, um den eigenen Konsum nachhaltig zu gestalten.

Daher solltet ihr beim Schokoladenkauf zweimal hinschauen:
  1. Für die Bauern: Nur existenzsichernde Preise für die Rohstoffe können die Lebensbedingungen der Bauern verbessern. So besteht auch kein Bedarf an billiger Kinderarbeit.
  2. Für die Umwelt: Angemessene Preise ermöglichen naturschützende Anbaumethoden, durch die weniger Boden ausgelaugt wird. Dadurch kann auch weiteres Abholzen von Regenwald verhindert werden.
  3. Für mehr Fairtrade: Mehr Nachfrage nach Fairtrade-Schokolade erhöht Druck auf den Markt immer größere Teile der Produktion auf faire Rahmenbedingungen umzustellen.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben