Quick Tip: Deckel drauf!

Da, wie der Blogname verrät, jeder kleine Schritt zählt, gibt es heute den ersten Beitrag der Reihe „Quick Tip„. Das sind schnell umgesetzte Alltagstipps, die in Summe einen großen Unterschied in der eigenen Ökobilanz machen können. Wusstet ihr, dass das Kochen mit Deckel bis zu 65% weniger Energie verbraucht? So ganz grundsätzlich war mir das ja klar. Wie viel es bringt hat mich aber dann doch überrascht. Da wir fast jeden Tag kochen und auch der Sohnemann inzwischen Beikost bekommt, ist der Herd bei uns recht oft an. Entsprechend viel Strom können wir dadurch sparen.

Bei Töpfen hat man in der Regel einen passenden Deckel dabei und muss dann nur dran denken. Wir haben zwar auch eine Pfanne mit Deckel, die restlichen sind allerdings, wie vermutlich bei vielen anderen zu Hause, ohne. Dank der Standardgrößen, die es im Handel gibt, lohnt sich allerdings immer ein Blick zu den Töpfen. Wir haben gleich zwei Pfannen, die so abgedeckt werden können.

Steht ihr vor der Entscheidung neues Kochgeschirr zu kaufen, dann achtet darauf etwas mit Glasdeckel zu nehmen. So müsst ihr den Deckel nicht immer abnehmen, um nach dem Essen zu schauen. Bei Lebensmitteln, die beim Überkochen gerne mal eine ordentliche Sauerei verursachen, wie beispielsweise Nudeln, reicht es oft den Deckel leicht schräg aufzulegen. Natürlich geht dann wieder mehr Energie verloren, aber zumindest nicht gleich alle. Gerade bei Reis schalte ich nach dem Aufkochen aber auch direkt wieder runter, sodass es nicht so schnell überkocht und ich den Deckel komplett drauflegen kann.

Sicherlich gibt es genügend Gerichte, bei denen das Kochen mit Deckel hinderlich wäre. Die Soße kocht natürlich nur schwerlich ein, wenn das verdunstete Wasser direkt wieder von oben ins Essen tropft. Aber bei allem anderen: Deckel drauf! 🙂

Weitere Infos zum Thema:

Tipps für den Alltag: Kochen und Backen (wwf.de)

Teilen:

Wie wird Schokolade fair?

Sie wird süße Sünde genannt, aber das bezieht sich nicht nur auf ihre Wirkung auf die Hüfte. Schokolade macht Probleme! Und da wir sie in rauen Mengen futtern, sind diese Probleme alles andere als klein. Knapp 10 Kilo isst jeder Deutsche jährlich. Und ja, da kann ich vermutlich auch mithalten. Dabei entspricht das nicht meinem Grundsatz, möglichst regional einzukaufen. Außerdem möchte ich durch meinen Konsum eigentlich keine Probleme woanders auf der Welt verursachen. Doch wie bekommen wir faire Schokolade?

Schlecht für die Hüfte, schlecht fürs Klima

Die Elfenbeinküste, Madagaskar, Indonesien, Chile – auch auf der vollständigen Liste der Kakao-Anbaugebiete findet sich kein Land, das für uns quasi um die Ecke liegt. Die Schokolade im Supermarkt hat, zumindest in ihren Einzelteilen, immer einen längeren Weg hinter sich. In Summe macht das ca. 3,5 Kilo CO2-Äquivalente für ein Kilo Schokolade. Zum Vergleich verursacht ein Kilo Äpfel rund 0,5 Kilo CO2-Äquivalente.

Wenn beim Anbau nichts mehr übrig bleibt

Wer das „Who is Who“ des Produktions-Gruselkabinetts sehen will, schaut sich den Kakao-Anbau an: Rodung von Regenwald, Kinderarbeit und keine existenzsichernden Preise für die Bauern. Durch den seit Jahren bestehenden Preisdruck auf den Markt blieben ökologische und soziale Aspekte schnell auf der Strecke. Man mag darüber streiten, ob hier die Verbraucher oder die Produzenten die Macht über den Preis haben. Ich bin davon überzeugt, dass die Mehrheit der Gesellschaft durchaus dazu bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen, wenn sie weiß, was sie dadurch ermöglicht.

Schokolade mit Fairtrade- und GEPA-Siegel
Nicht jedes Siegel ist gleich streng

Und was nun? Gänzlich auf Schokolade zu verzichten wäre natürlich die beste Variante, aber das will ich nicht. Also müssen faire Alternativen her. Einige Auszeichnungen auf der Verpackung scheinen da die Rettung zu sein. Doch so einfach ist das nicht. Die Kriterien für manche Siegel sind eher lasch und auch Fairtrade-Tafeln bestehen nicht zwingend zu 100% aus fair gehandelter Schokolade. Das ist aber keine Ausrede zu sagen: „Dann ist ja egal, was ich kaufe.“ Ganz im Gegenteil! Lieber eine nur teilweise fair produzierte Tafel, als ein gänzlich unethisches Produkt. Und nur, wenn immer mehr Menschen bereit sind, einen angemessenen Preis zu zahlen, können langfristig mehr Bauern existenzsichernd bezahlt und die Natur geschützt werden.

Wenn ihr einen schnellen Überblick über die bekannten Zertifizierungen sucht, ist dieser Artikel von Utopia eine gute Quelle. Knapp zusammengefasst: Empfehlenswert sind auf jeden Fall das bekannte Fairtrade- und das noch strengere GEPA-Siegel. Es gibt darüber hinaus Hersteller mit sehr guten Standards, die nicht „offiziell“ zertifiziert sind, z.B. Rapunzel Hand in Hand. Produkte, die „UTZ Certified“ sind, erfüllen nur geringfügige Voraussetzungen und sind nicht wirklich als fair zu bezeichnen. Im Endeffekt sind sie aber besser, als welche ohne Siegel.

Nicht nur der Blick auf die Tafel zählt

Was für die fertige Tafel Schokolade gilt, gilt natürlich auch für die anderen Variationen im Handel. Kakaopulver zum Backen, Trinkschokolade, süße Teilchen, Kekse… Alles, wozu der Rohstoff Kakao verarbeitet werden kann, sollte aus fair gehandelten Bohnen gemacht sein.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass es die ideale Alternative beim Schokoladenkauf nicht gibt. Umso wichtiger ist, dass ihr die wenigen Ansatzpunkte nutzt, um den eigenen Konsum nachhaltig zu gestalten.

Daher solltet ihr beim Schokoladenkauf zweimal hinschauen:
  1. Für die Bauern: Nur existenzsichernde Preise für die Rohstoffe können die Lebensbedingungen der Bauern verbessern. So besteht auch kein Bedarf an billiger Kinderarbeit.
  2. Für die Umwelt: Angemessene Preise ermöglichen naturschützende Anbaumethoden, durch die weniger Boden ausgelaugt wird. Dadurch kann auch weiteres Abholzen von Regenwald verhindert werden.
  3. Für mehr Fairtrade: Mehr Nachfrage nach Fairtrade-Schokolade erhöht Druck auf den Markt immer größere Teile der Produktion auf faire Rahmenbedingungen umzustellen.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Mein Allzweckmittel: DIY Zitrusreiniger

Ein umweltschonender Reiniger, der mit wenig Aufwand selbst gemacht ist und dabei noch eine meiner „Klima-Sünden“ ausgleicht? Klingt fast zu schön, um war zu sein. Und doch schlägt selbstgemachter Zitrusreiniger mehrere Fliegen mit einer Klappe!

Wie es dazu kam? Am Anfang stand die Mandarine. Obwohl wir versuchen unser Obst und Gemüse möglichst regional und damit saisonal einzukaufen, gibt es ein paar Ausnahmen. Dazu gehören auch jeden Winter ein paar Zitrusfrüchte, sprich Mandarinen oder Orangen. Die gefühlt ewigen Monate mit viel Kohl, aber wenig frischem Obst sind ab und zu eine Herausforderung. Da macht so ein bisschen Vitamin C in orangener Schale einiges wieder wett. Aber trotz Bioqualität bleibt die Tatsache, dass das Obst einen langen Weg zurücklegen muss. Und auch der Bioanbau verursacht in den südlichen Ländern Europas Probleme für Mensch und Natur.

Also löst der Blick auf die Schale, die in den Müll wandert, nicht gerade Glücksgefühle aus. Aber wie so oft liefert das Internet auch hier wieder eine schöne Lösung. Essig und die Schalen in ein Gefäß, etwas warten und fertig ist der Zitrusreiniger. Eine tolle Sache!

Der fertige Zitrusreiniger nach einigen Tagen ziehen.

Orientiert habe ich mich dafür am Rezept vom smarticular, wobei ich Essig-Essenz statt Haushaltsessig nehme, weil ich das immer im Haus habe. Ich verdünne am Ende einfach alles mit Wasser. Das Ganze kommt dann in eine alte Sprühflasche und reicht mir meist bis zum nächsten Winter.

Bei uns ist der Haupt-Einsatzort eindeutig das Bad, denn Kalk- und Seifenablagerungen gehen damit wunderbar weg. Aber entsprechend ist auch die Küche ein heißer Kandidat. So sparen wir uns nicht nur so manches „Spezialmittelchen“, die man laut Hersteller unbedingt fürs Putzen braucht, sondern auch einige Verpackungen.

Darum solltet ihr euren Zitrusreiniger selber machen:
  1. Es spart Verpackung: Lose eingekaufte Zitrusfrüchte und in Glas abgefüllter Essig machen kaum Müll. Die fertigen Reiniger aus dem Supermarkt sind hingegen meist komplett in Plastik verpackt.
  2. Nur natürliche Inhaltsstoffe: Besonders wichtig auf Flächen, die später mit Lebensmitteln oder der Haut in Berührung kommen. Und natürlich wenn Kinder im Haus sind.
  3. Es ist günstig: Die Schalen sind eigentlich Abfall, der Essig kostet nicht viel. Mehr als für einen herkömmlichen Reiniger zahlt man also keinesfalls.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Müllfreier Baby-Popo dank selbstgemachten Feuchttüchern

Ob zu Hause oder unterwegs – das beste universell einsetzbare Mittel gegen dreckige Hände, Gesichter und Babypopos scheint das in eine mysteriöse Flüssigkeit getränkte Feuchttuch aus der Plastikverpackung zu sein. Dieser scheinbare Status Quo war mir schon vor meiner Schwangerschaft befremdlich und daher musste für den kleinen Mann eine andere Lösung her. Denn zum einen störte mich natürlich der reine Müllberg, der dadurch entsteht. Zum anderen gruselt mich ein bisschen die Vorstellung, was da für Chemie zusammengemischt werden muss, damit die Tücher nach ein paar Tagen weder stinken noch schimmeln. Und das soll auf die zarte Haut meines Babys? Bitte nicht!

Zum Glück bin ich nicht die Erste, die sich darüber Gedanken gemacht hat, und so konnte ich nicht nur eine gute Alternative finden, sondern auch die Schwangerschaft nutzen, um alles vorzubereiten. Spoiler Alert: Der Aufwand hält sich in Grenzen!

Schritt 1: Die passende Grundlage

Geeignet für Feuchttücher sind alle Stoffe, die einigermaßen gut Wasser aufsaugen und im nassen Zustand nicht zu kratzig sind. Um kein Mikroplastik zu produzieren und damit die Tücher nicht so schnell müffeln sollten es Naturfasern sein. Wir nutzen sowohl Frottee, als auch einen einfachen Baumwollstoff und beides hat seine Vorteile. Einmal hatte der kleine Mann bisher einen etwas wunden Po, allerdings mussten wir da aufgrund von Durchfall auch sehr häufig wickeln.

Um daraus Feuchttücher zu machen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten sind fertige Waschlappen. Die gibt es in unterschiedlichen Materialien und Größen zu kaufen und machen entsprechend wenig Arbeit bei der Anschaffung. Schon alleine um sicher zu gehen, dass sie schadstofffrei sind, würde ich immer auf Bio-Qualität zurückgreifen. Günstiger ist es, auf den gängigen Plattformen nach gebrauchten Tüchern zu schauen. Dadurch werden nicht noch einmal Ressourcen für die Herstellung verbraucht, was sie noch nachhaltiger macht.

Die drei Varianten der selbstgemachten Feuchttücher

Wen ihr zumindest in Grundzügen nähen könnt, könnt ihr, wie ich, die Lappen selbst machen. Ich habe dazu ein altes Handtuch und alte Bettwäsche genommen, die ich beide mal wegen zu vielen Löchern aussortiert habe, und davon rund 15 Tücher (ca. 15×15 cm) ausgeschnitten. Danach die Kanten versäumen und fertig. Obwohl ich nicht besonders schnell im Nähen bin, war das in 1-2 Nachmittagen erledigt. Zusätzlich habe ich noch eine Handvoll Lappen aus einem alten T-Shirt geschnitten. Die haben den Vorteil, dass sie nicht versäumt werden müssen, da Jersey sich nicht auffädelt. Ein super simples Upcycling!

Schritt 2: Die Aufbewahrung

Zu Hause benötigen wir grundsätzlich keine spezielle Aufbewahrung für unsere Tücher, weil wir sie beim Wickeln nass machen und gleich nutzen. Wer nicht, wie wir, im Bad wickelt, kann eine Schüssel und eine (Thermos-)Kanne mit Wasser neben dem Wickeltisch deponieren.

Sind wir unterwegs will ich aber nicht immer zuerst nach Wasser Ausschau halten müssen, daher nehme ich die Tücher gleich feucht mit. Dazu habe ich eine Plastikdose, die ich sonst für nichts mehr brauche, reserviert. Ihr könnt natürlich auch jedes andere Gefäß nehmen: ein Schraubglas, eine alte Packung herkömmlicher Feuchttücher, … Hier lohnt es sich zu schauen, was der Haushalt hergibt und was gut in die Wickeltasche passt.

Zugegebenermaßen ist meine Dose aktuell noch deutlich größer, als sie sein müsste. Ich nehme i.d.R. nur 3-5 der dünnen Lappen mit, je nachdem wie oft ich voraussichtlich Windeln wechseln muss. Da so ein Baby sich mit steigendem Alter aber eher mehr als weniger dreckig macht, gehe ich davon aus, dass das ein oder andere Tuch künftig auch für Essensreste, Dreckflecken und diverses Anderes auf dem Körper des kleinen Mannes genutzt wird.

Die Aufbewahrung für die Feuchttücher unterwegs
Schritt 3: Trocken putzt es sich schlecht

Damit der Popo oder das dreckige Gesichtchen auch wirklich sauber werden, fehlt noch die richtige Flüssigkeit. Da ich immer nur so viele Lappen mitnehme, wie ich ungefähr brauche und diese dann nicht tagelang „rumstehen“, halte ich die Lappen einfach kurz unters Wasser, drücke die überschüssige Flüssigkeit raus und fertig. Natürlich könnte ich auch das Wasser separat mitnehmen und nach Bedarf befeuchten. Aber ich möchte nicht noch einen extra Behälter dafür mitschleppen (insbesondere, da die Dose ohnehin schon für die meisten Tage zu groß ist).

Natürlich sind so aber auch keine Pflegestoffe in den Tüchern, was bei empfindlicheren Popöchen natürlich ein guter Bonus sein kann. Sobald wir mal gleich für mehrere Tage Tücher brauchen, werde ich daher diese Variante mit zusätzlichem Öl ausprobieren.

Bonus-Schritt: Wisch und wohin damit?

Da wir mit Stoffwindeln wickeln, ist bei uns klar, wohin die benutzten Lappen sollen. Die kommen zusammen mit der dreckigen Windel in einen kleinen Wetbag. Aber jedes andere wasserdichte Behältnis wäre genauso geeignet. Und zu Hause wandert alles zusammen in die Wäsche. Wenn wir nicht unterwegs sind, waschen wir die Tücher nach jeder Nutzung gleich aus, dann muss auch nicht jedes Mal ein frisches her. Da kommt uns wieder entgegen, dass wir im Bad wickeln. Die kleinen Tücher nehmen quasi keinen Platz weg, daher passen sie einfach immer mit in die Waschmaschine.

Und was, wenn das Baby groß ist?

Irgendwann wird auch das letzte Baby keine Windeln mehr brauchen. Aber heißt das dann, dass die Tücher ausgedient haben? Keinesfalls! Zunächst wird es noch ein paar Jährchen dauern, bis es nicht mehr praktisch ist, ein (feuchtes) Tuch für dreckige Gesichter und Hände dabei zu haben. Und gut erhaltene Tücher können, wenn die eigenen Kinder „sauber“ sind, auch jederzeit an andere Mamas weitergegeben werden. Darüber hinaus bekommen die Lappen in anderen Bereichen ein zweites, drittes, viertes Leben. Sei es zum Putzen, Spülen, Fahrrad reparieren, etc. Was dann noch übrig bleibt, darf dann auch ohne schlechtes Gewissen entsorgt werden.

Es spricht also einiges dafür Feuchttücher selbst herzustellen:
  1. Weniger Inhaltsstoffe: Ihr habt selbst in der Hand, was auf die empfindliche Haut eurer Kleinen kommt.
  2. Weniger Müll: Die Tücher können viele Male wiederverwendet werden.
  3. Gleicher oder geringerer Aufwand: Ist alles im Haus, hält sich der Aufwand in Grenzen und er ist auf jeden Fall nicht (wirklich) größer als der Gang zur Drogerie. Und auch der finanzielle Aufwand ist, besonders bei der Upcycling-Variante, geringer.
Weitere Infos rund um das Thema:
Teilen:

Muss alles in die Tonne, was nicht nachhaltig ist? Nicht unbedingt!

Seit ich mich mit den Thema Nachhaltigkeit beschäftige komme ich immer wieder an den Punkt, an dem ich über etwas in meinem Verhalten stolpere. Ist das wirklich nachhaltig so? So stand ich vor kurzem da, eine schöne dunkelblaue Hose Sohnemanns in der Hand, die komplett mit Fusseln überzogen war. Schuld war ein anderes Wäschestück in der Maschine gewesen und die Lösung gleich parat: eine Fusselrolle. Ein Plastikgriff mit einer Rolle klebrigem Papier, wahrscheinlich beschichtet mit mehr Plastik. Vor ein paar Jahren schien das eine gute Sache zu sein, heute käme das Ding nicht mehr in den Einkaufskorb. Aber ist es dadurch zu einem Fall für die Tonne geworden? Und was ist mit der durchsichtigen Rolle Klebeband, den Papierservietten oder den Plastik-Rührschüsseln in der Küche? Muss alles aus unserem Haushalt verschwinden, was grundsätzlich nicht nachhaltig produziert wurde und das ich so heute nicht mehr kaufen würde?

Die Frage beschäftigte mich ein paar Tage, denn immer wieder finden sich nachhaltige Alternativen zu diversen Produkten im Haus. Aber muss man sich diese, nur weil es sie gibt, auch unbedingt anschaffen? Das Ergebnis für mich persönlich ist ein eindeutig uneindeutiges „Es kommt darauf an!“. Entscheidend ist, wie die Sachen zum Einsatz kommen.

Was noch Schaden verursacht muss weg!

Ganz und gar nicht schwer fällt mir die Entscheidung bei allem, was auch jetzt noch, nachdem es in unserem Haushalt gelandet ist, Schaden verursachen kann. Seien es die Kosmetika mit gesundheitsschädlichen Inhalten oder Putzmittel, die das Abwasser belasten. Hier ist die fachgerechte Entsorgung auf jeden Fall die bessere Wahl, statt sich ungewollte Chemikalien ins Gesicht oder auf den Boden zu schmieren.

Ist der Schaden schon getan, bringt die Entsorgung auch nichts

Anders sieht es bei (Verbrauchs-)Gegenständen aus, wie die oben genannte Fusselrolle. Entweder werfe ich sie direkt in den Müll und schaue mich nach einer Alternative um. Oder ich benutze sie, bis die Rolle leer ist, entsorge sie im gleichen Müll (schwarze Tonne) und schaue dann nach Ersatz. Da bereits die Ressourcen für die Produktion „ausgegeben“ worden sind und ich durch meine Nutzung quasi keine weitere Umweltbelastung verursache, wäre es in meinen Augen eine Verschwendung der o.g. Ressourcen die Rolle wegzuwerfen. Also bleibt sie schön, wo sie ist und kommt so lange zum Einsatz, bis sie leer ist.

Und der Rest?

Tja, so einfach in „gut und böse“ können nicht alle Gegenstände eingeordnet werden, die ich heute nicht mehr kaufen würde, aber eben noch habe. Die Rührschüssel, die keinen erkennbaren Schaden hat, erscheint mir zu gut, um sie loszuwerden. Denn die Energie und das Material, das in der Produktion gebraucht wurde, ist schon auf meinem Konto verbucht. Jeder Ersatz wurde mit wieder neuen Ressourcen hergestellt. In die uralte Plastikdose würde ich aber lieber kein Essen mehr machen, denn ich kann nicht abschätzen, welche Stoffe davon ins Essen übergehen würden. Also weg damit! Für alles, was grundsätzlich gebraucht wird, begebe ich mich dann auch auf die Suche nach einer Alternative, die ich mit gutem Gewissen kaufen kann.

Was sind also die entscheidenden Kriterien?
  1. Schädliches muss weg: Was die Gesundheit oder die Umwelt gefährdet, sollte nicht im Haushalt bleiben.
  2. Lebensdauer verlängern: Vieles kann so lange benutzt werden, bis es wirklich kaputt ist.
  3. Unnötigen Ressourcenverbrauch vermeiden: Ihr verbraucht gleich 2x Ressourcen, wenn ihr eine (noch nutzbare) Sache entsorgt und sie durch etwas anderes ersetzt. Denn auch jede nachhaltige Alternative wird erst produziert.
Weitere Infos zum Thema:
Teilen:

Deo mit Natron – DIY für Haut und Natur

Die Deos und ich, wir hatten zeitweise ein schwieriges Verhältnis miteinander. Und dabei habe ich weder ein besonders großes Problem mit (meinem) Körpergeruch, geschweige denn irgendwelche Unverträglichkeiten. Früher, als ich noch munter kaufte, was die Drogerie so hergab, störte mich hauptsächlich so manch penetranter Geruch. Nachdem ich dann aber Schritt für Schritt auf Naturkosmetik umstieg, wurden die Probleme nicht weniger. Das eine Deo fand ich gut, es wurde dann aber nicht mehr produziert, das andere war recht teuer und enttäuschte in der Wirkung und irgendwie überzeugte mich am Ende keines so richtig.

Passenderweise hörte ich zu der Zeit aber, dass man schlicht und einfach Natron als Deo verwenden kann. Und ich musste nicht sonderlich tief im Internet stöbern, um herauszufinden, dass das ganz einfach ist. Theoretisch reicht es völlig, etwas handelsübliches Natron unter die Achseln zu schmieren. Mir stach aber die Variante mit Kokosöl ins Auge, weil dadurch noch ein bisschen Pflege dazu kommt (besonders praktisch nach dem Rasieren!).

Das fertige Gläschen mit dem Deo aus Natron
Zeit für einen Selbstversuch!

Die Wirkung hat mich gleich angenehm überrascht. Erstmal rieche ich damit nicht mehr nach (seltsamen) künstlichen Aromen, sondern nach mir selbst mit einem Hauch Kokos. Wenn es nicht gerade der heißeste Tag des Jahres ist und ich meine, ich müsste Sport machen (was – mal ganz ehrlich – quasi nie vorkommt), ist von Schweißgeruch keine Spur. Besser könnte es für mich fast nicht wirken.

Und ist das Selbermachen nicht zu viel Aufwand? Ganz klar: nein! Das Deo ist in ein paar Minuten gemacht und das kleine Gläschen (ca. 3 cm hoch), reicht meinem Mann und mir für mehrere Wochen. Zwei Nachteile in meinen Augen gibt es allerdings. Ein großer ist, dass das Kokosöl gezwungenermaßen eine größere Reise bis zu mir machen muss. Ein eher kleineres Übel ist die Tatsache, dass das Kokosöl mit seinem geringen Schmelzpunkt bei höheren Temperaturen sehr flüssig ist. Im Sommer(-urlaub) sollte man also etwas aufpassen, bevor man das Glas öffnet.

Hier findet ihr das Rezept von Maria für das DIY-Natron-Deo, welches ich nun seit rund 2 Jahren benutze.

Warum solltet ihr das selbstgemachte Deo ausprobieren?
  1. Weniger Müll – das Gläschen kann jedes Mal wiederverwertet werden und die Zutaten kommen in größeren Verpackungen, die für viele Portionen Deo reichen.
  2. Es ist gesünder – keine Konservierungsstoffe, Parfüme etc. und auch kein gesundheitsgefährdendes Aluminium von Nöten.
  3. Günstige Alternative zu naturzertifizierten Deos – die wenigen Zutaten kosten recht wenig, insbesondere, wenn kein Duftöl verwendet wird.
Mehr Infos rund um das Thema:
Teilen:

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben