Quick Tip: Recycling-Toilettenpapier

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Jeder von uns muss mal aufs Klo! Und ohne genaue Zahlen zu kennen, behaupte ich jetzt einfach mal, dass ein Großteil von uns Klopapier nutzt. Und weil das so viele betrifft, gibt es hier einen kleinen Impuls dazu, warum Recycling-Toilettenpapier eure erste Wahl sein sollte.

Der Grund lässt sich auf zwei Arten erklären. In Zahlen ausgedrückt verbraucht Recycling-Toilettenpapier bis zu 60% weniger Energie und 70% weniger Wasser. Da der Toilettengang etwas ist, was ihr tendenziell mehrmals am Tag macht, spart ihr aufs Jahr einiges. Wenn Zahlen nicht so euer Ding sind, ein anderer Gedanke. Es ist eine ganz schöne Verschwendung einen Baum mehrere Jahre wachsen zu lassen, zu fällen, zu verkleinern, zu Klopapier zu verarbeiten, nur um uns damit einmal sauber zu machen. Besonders in einem Land wie unserem, in dem massenweise Papier zur Wiederverwertung gesammelt wird. Das macht auch Bambus zu einer schlechteren Alternative. Die recycelte Variante ist definitiv die bessere Wahl und sollte ihr kratziges Image endlich mal loskriegen.

Konsequenterweise könntet ihr noch einen Schritt weiterdenken. Denn so oder so geht das Papier nach einer Nutzung den Abfluss runter. Also möchte ich noch Alternativen nennen. Bei uns bisher selten, eher teuer und nur etwas für Haus-/Wohnungsbesitzer ist ein Hightech-Klo, wie man es beispielsweise in Japan nutzt. Mit Wasser und warmer Luft wird euer Popöchen auf Knopfdruck sauber. Altbekannt und aus der Mode gekommen ist das Bidet. Die flexiblere Variante ist eine Popodusche. Damit könnt ihr euch zwar nicht abtrocknen, aber sauber wird es. Und wie ein Babypo kann natürlich auch die Erwachsenenversion mit (Wasch-)Lappen sauber gemacht werden.

Zusammengefasst: Klopapier aus Frischfasern muss wirklich nicht sein. Der Umstieg auf Recycling-Toilettenpapier ist ein einfacher Weg für euch, euren Alltag nachhaltiger zu gestalten. Und noch dazu einer, der überhaupt keinen Mehraufwand macht.

Der Winter und ein Fazit aus dem Gemüsegarten

Es ist Februar und damit ist das erste komplette Jahr in unserem kleinen Gemüsegarten zu Ende. Höchste Zeit also, vom Herbst und Winter zu erzählen und ein Fazit zu ziehen. Erwartungsgemäß wurde es die letzten Monate immer ruhiger in unseren Kisten und Kübeln und damit auch weniger Arbeit. Nicht alles hat ganz so geklappt, wie geplant, wodurch es noch weniger zu tun gab. Nichtsdestotrotz liegt ein ereignisreiches Gartenjahr hinter uns mit vielen spannenden Erkenntnissen. Dazu ziehe ich später noch ein Fazit.

Als die Tage kürzer wurden

Der Spätsommer und Herbst brachten unserem Garten erstmal an verschiedenen Stellen Mehltau ein. Sehr ärgerlich, da dieser auch mit Hausmitteln nur schwer loszukriegen ist. Die erste Ladung Feldsalat war ebenso betroffen wie ein Teil des Mangolds. Ob das Gemüse dadurch noch essbar ist, konnte ich nicht 100%ig herausfinden. Entsprechend traurig stimmte mich der Anblick der Pflanzen. Eine schöne Überraschung waren dagegen die Roten Beeten. Wie in der Zusammenfassung vom Sommer erwähnt, war ich damit recht spät dran. Aber am Ende sind einige Mini-Beetchen dabei herausgekommen. Und das ist auf jeden Fall besser, als brach liegende Erde. Sehr spärlich war die Ausbeute beim Postelein. Obwohl ich an mehreren Stellen mit unterschiedlichen „Techniken“ gesät habe, sind es am Ende gerade mal drei kleine Pflänzchen geworden. Woran es lag? Ich bin völlig überfragt!

Kleine Rote Beete im Gemüsegarten im Winter

Der Gemüsegarten genießt im Winter die Ruhe

Der Winter war sehr ruhig. Bisher war es kaum lange trocken, sodass ich kaum gießen musste. Also konnte ich die letzten Wochen nur hier und da etwas ernten. Beispielweise die kleinen, aber leckeren Reste Pak Choi, die die Raupen übriggelassen haben. Durch meine Fehlplanung und die nicht aufgegangenen Samen war aber generell nicht allzu viel zu holen. Naja, nicht weiter schlimm. Zum einen ist es auf so kleiner Fläche utopisch sich selbst zu versorgen. Zum anderen war das Jahr gewollt experimentell, denn ich musste ja alles erst einmal kennen lernen und mir Wissen aneignen.

Der Postelein wuchs leider nur sehr spärlich

Ein spannendes Jahr

Was ist nun also mein Fazit zum Gemüsegarten nach dem Winter und damit nach vier vollen Jahreszeiten? Es gab – wenig verwunderlich – Höhen und Tiefen. Praktisch dabei zuzusehen, wie Raupen die liebevoll gehegten Pflanzen aufessen, war nicht so schön. Und von manchem, wie den Zuckerschoten oder dem Postelein, hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Aber gerade die tolle Tomaten- und Erdbeerernte haben einiges wieder wett gemacht. Manche Fehler von meiner Seite habe ich auch schon erkannt. Von Kübeln mit nassen Füßen hatte ich schon erzählt. Dazu kommt, dass ich teilweise zu sparsam mit der Erde war, wodurch sich nicht alle Pflanzen richtig ausbreiten konnten. Ab sofort bin ich also großzügiger und vergesse nicht, dass die Erde mit der Zeit wieder etwas in sich zusammenfällt.

Zusätzlich halte ich schon die Augen nach ein paar größeren Gefäßen offen. Manches, was gut in ganz kleinen Behältern wächst, wie Radieschen, wird bei uns einfach nicht oder nur selten gegessen. Und zuletzt versuche ich für das nächste Jahr einen besseren Anpflanzplan auszuarbeiten. Teils waren die eingeplanten Behälter doch nicht früh genug frei. Bei manchen Pflanzen, wie dem Mangold, hätte ich das Säen bzw. Pflanzen auf mehr Zeitpunkte aufteilen sollen, damit nicht alles auf einmal reif wird. Ein Anfängerfehler, zugegebenermaßen, den ich unterschätzt hatte.

Roter Mangold war unser Farbtupfer im Winter im Gemüsegarten

Und nun?

Meine Vorbereitungen für die nächste Saison sind schon gestartet. Weltbewegend anders als letztes Jahr wird es nicht werden, aber hoffentlich etwas stimmiger und erntereicher. Da es entsprechend eher wenig Interessantes zu erzählen geben wird, ist dieser Bericht zum Gemüsegarten im Winter erstmal der letzte Teil der kleinen Beitragsserie. Ein paar Themen, die ich euch rund um das Thema „Garten und Balkon“ ans Herz legen will, sind noch in Planung. Und falls wir unseren Vertical Garden noch erweitern, werde ich auch berichten. So üppig wie bei anderen sieht es hier ja leider noch nicht aus.

Nun freue ich mich aber erstmal zu hören, wie euch diese kleine Serie gefallen hat und ich bin gespannt, wie es in euren Gärten und auf euren Balkonen die letzten Monate aussah. Wie war euer Gartenjahr? Hattet ihr auch, wie ich und einige (Hobby-)Gärtner um mich herum, Besuch vom Mehltau? Tauscht euch gerne mit mir in den Kommentaren aus.


Was schon zu Ende? Alle, die den Anfang verpasst haben, können direkt zu Teil 1 der Reihe rüber hüpfen. Alle Beiträge im Überblick gibt es natürlich auch für euch.

DIY: Esstisch vergrößern und aufarbeiten

Was Möbel angeht, sind wir eine Mischung aus pragmatisch und designverliebt. Will sagen: Wir hätten gerne lauter schön designte Möbelstücke um uns herum, können aber auch mit weniger schönem Leben, wenn es dafür Gründe hat. Ein Stück aus letzterer Kategorie war lange unser Esstisch. Der ist noch aus der ersten Wohnung der Schwiegereltern, über 30 Jahre alt und eines der ersten Exemplare des Möbelschweden, die bei ihnen damals eingezogen sind. Und ja, die Tischplatte hatte ein paar hässliche Brandflecken und war nicht mehr ganz gerade, aber das Teil stand stabil. Dafür konnten wir unseren Sohn getrost mit dem Löffel draufhauen lassen, denn darauf kam es nicht mehr an. Das Problem war nur, dass er uns so langsam zu klein wurde. Zum Glück war es ziemlich einfach, den Esstisch zu vergrößern und damit für uns anzupassen.

Ist es das überhaupt wert?

Lohnt es sich eigentlich wirklich, einen so alten Tisch zu retten? Dafür ein kurzer Blick zur Frage: Was macht ein Möbelstück nachhaltig? Materialien aus nachhaltiger Herkunft sind ein guter Anfang. Mit einer Produktion mit wenig bis gar keinen Schadstoffen sollte es weiter gehen. Von guten Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette brauchen wir nicht zu reden. Und getoppt wird das Ganze mit einem kurzen Transportweg zu uns nach Hause. Je mehr Punkte ihr davon abhaken könnt, umso nachhaltiger das Möbelstück. Und so wichtig diese und weitere Kriterien bei einem Neukauf sein können, ist auch danach noch ein Faktor nicht zu unterschätzen: die Nutzungsdauer. Denn eine kurze Nutzungsdauer macht auch aus der umweltfreundlichsten Produktion eine Verschwendung. Solange sich der Materialeinsatz zum Aufmöbeln also in Grenzen hält, ist es nachhaltiger ein altes Stück wiederherzurichten, als ein Neues zu kaufen.

Die alte Tischplatte von unserem Esstisch - zu klein und nicht mehr schön

Darum passte es hinten und vorne nicht

Die schlichte Optik unseres Tisches gefiel uns gut und ließ ihn harmonisch in unsere restliche Einrichtung passen. Aber er war einfach an jeder Seite ein paar Zentimeter zu klein. Nicht viel, aber genug, dass es uns mit der Zeit immer mehr störte. Wir sahen drei Lösungen. Erstens: Einen neuen Tisch kaufen. Das wäre unsere letzte Option gewesen, entsprechend haben wir uns da erstmal nicht umgeschaut. Zweitens: Einen gebrauchten Tisch kaufen. Hierfür habe ich ein paar Monate lang ebay Kleinanzeigen beobachtet. Aber so richtig gefallen hat mir dort nichts, denn ich hatte eine zu klare Vorstellung, wie der Tisch aussehen sollte. Bei Second Hand müsst ihr manchmal sehr geduldig sein oder Glück haben. Also blieb uns noch die letzte Lösung: Den Esstisch vergrößern und dabei auch gleich ein wenig verschönern.

Zwei Schritte zum Glück

Den Tisch herzurichten war im Endeffekt eine schnelle und einfache Lösung. Zuerst haben wir die alte Tischplatte abgeschraubt, die Beine abgeschliffen und mit weißer Farbe lackiert. Dann suchten wir uns im Baumarkt eine schöne, zur Küche passende Eichenholz-Platte aus und ließen sie auf die Wunschlänge zuschneiden. Diese schraubten wir dann an die Tischbeine dran, schliffen sie fein ab und behandelten die Oberfläche. Unbehandelt war zwar die Farbe wunderschön, aber das Holz zu empfindlich. Grundsätzlich eignet sich für Esstische alles, was für Holzarbeitsplatten gemacht ist. Ich habe aber noch ein Glas selbstgemachte „Board Butter“ rumstehen, also ein Pflegemittel für Holzschneidebretter und -utensilien. Wie gut das die Brettchen erhält, kann ich nicht wirklich sagen, weil ich leider zu faul bin, sie regelmäßig zu pflegen. Darum ist das Glas auch immer noch nicht leer. Shame on me 😀 Aber auf dem Tisch hat es wunderbar funktioniert, es hat nur die Farbe etwas verändert.

Harmonisch gestellt sich der Esstisch in die Wohnung - das Aufarbeiten und Vergrößern hat sich gelohnt

Es hat sich gelohnt

Hat es sich nun gelohnt den uralten Esstisch zu vergrößern? Wir finden, ja! Und es war die nachhaltigste Lösung. Klar, das Holz für die neue Platte könnte definitiv aus einer nachhaltigeren Quelle sein, vielleicht sogar gebraucht. Aber das gab die Situation gerade nicht her. Dafür ist die alte Platte, trotz ihrem Zustand, kein verlorener Posten. Ein Teil davon hängt jetzt als stylische Controller-Halterung neben unserem Fernseher, der Rest findet bestimmt auch noch in einem neuen Projekt Platz. Der Aufwand war sowohl zeitlich (2-3 Nachmittage bei gleichzeitiger Kleinkind-Bespaßung) als auch finanziell (knapp 120€) überschaubar. Der Hauptkostenpunkt war die Platte. Da haben wir definitiv nicht die günstigste, aber dafür die farblich passendste Platte genommen. Unsere begrenzte Grundausstattung an Werkzeug reichte ebenfalls locker aus, lediglich eine neue Farbrolle musste her. Alles in allem ein Projekt, das als DIY gut machbar ist.

Dieser Beitrag ist der Start für eine kleine Serie von einfachen DIYs, mit denen wir unsere Möbel für eine lange Nutzung aufbereitet haben. Aber ich freue mich auch von euch zu hören. Welchem Möbelstück sollte bei euch dringend mal neues Leben eingehaucht werden? Wie habt ihr schon ein Lieblingsstück gerettet, angepasst oder erst zu einem gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Hausmittel im Garten: überhaupt nicht altmodisch

Nachhaltiges Gärtnern hat viele Facetten und füllt nicht umsonst ganze Bücher. Und so habe ich gar nicht erst den Anspruch euch hier geballtes Wissen weiterzugeben. Es soll vielmehr eine Anregung sein, um bei den Experten weiterzulesen. Vor einiger Zeit habe ich euch zusammengefasst, warum die Wahl der richtigen Erde einen großen Unterschied macht. Dieses Mal kriegt ihr einen kurzen Überblick über das Thema Hausmittel gegen Schädlinge und Krankheiten im Garten. In der geschützten Umgebung unseres alten Balkons war das kaum ein Problem. Viele Tierchen fanden schlichtweg nicht den Weg an meine Pflanzen. Jetzt mit Garten sieht das ganz anders aus. Die Sonnenblumen wurden von Schnecken gefuttert, an einigen Pflanzen hatten es sich Blattläuse gemütlich gemacht und es fressen sich Gemüseeulen (kleine Raupen) dick und rund.

Es ist natürlich ärgerlich zu sehen, wie die liebevoll aufgezogenen Pflänzchen von anderen gegessen werden. Doch Rachegedanken im Sinne von vergiften können nach hinten losgehen. Denn viele Mittel, die Plagegeister vertreiben, schaden auch denjenigen, die gerne gesehen sind. Insekten gehören zu einem funktionierenden Gartenkreislauf dazu und wer ernten will, muss es summen lassen. Es gibt sicherlich Bereiche im Leben, bei denen die „Tricks“ von Oma und Opa nicht mehr weiterhelfen. Im Garten sind sie aber genau richtig. Nicht altmodisch, sondern trendy nachhaltig 😉

Mit Hausmitteln den Garten vor Schädlingen schützen

Back to basics

Brennnesselsud, absammeln und abspülen, Barrieren errichten… Für fast jeden Schädling und jede Krankheit gibt es ein Hausmittel als Alternative zu den Pestiziden aus dem Fachhandel. Vielleicht geht es euch wie mir. Mir fehlt schlichtweg das Wissen und die Erfahrung was ich am besten wann einsetzen soll. Doch zum Glück gibt es Bücher und das Internet. Einen konkreten Buchtipp habe ich da leider (noch) nicht, aber so gehe ich aktuell vor. Zuerst müsst ihr natürlich herausfinden, was da an euren Pflanzen knabbert oder welche Krankheit sich eingenistet hat. Dazu gleiche ich meinen Fund mit Bildern und Beschreibungen auf Gartenwebseiten ab. Habt ihr einen Namen, findet sich über eine Websuche „Hausmittel gegen xy“ in der Regel immer etwas. Habt ihr, wie ich, erfahrene Gärtner zur Hand, könnt ihr selbstverständlich dort nachfragen. Und dann müsst ihr es natürlich umsetzen.

Ein weiterer Schritt sollte immer sein, die Lebensbedingungen für Schädlinge und Krankheiten zu verschlechtern und die von Nützlingen zu verbessern. Ganz konkret heißt das, dass ihr auf Fruchtfolgen und gute Beetpartner achten solltet. Und – was ihr bestimmt sowieso macht – darauf, dass die Pflanzen alles haben, um gesund zu wachsen. Aber überversorgt sie auch nicht. Gesunde Pflanzen werden generell weniger befallen.

Krankheiten auf Pflanzen sind oft mit Hausmitteln zu behandeln

Das Ergebnis sind unbelastete Lebensmittel

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass Schädlinge und Krankheiten im Garten nervig sind. Sie mit Hausmitteln zu behandeln, bringt gegenüber der Chemiekeule zugegebenermaßen hin und wieder keinen Zeitvorteil. Aber die Tatsache, dass wir am Ende unbelastete Lebensmittel essen, überwiegt für mich allemal. Und die Natur dankt es uns sowieso. Welches Hausmittel für den Garten hat euch denn mal so richtig überrascht? Weil es einfach so gut gewirkt hat oder ihr nie darauf gekommen wärt. Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Wer freut sich über Hausmittel im Garten?

  1. Die Natur: Jeder Einsatz von Pestiziden bringt die natürlichen Abläufe der Natur durcheinander.
  2. Die Pflanzen: Vorbeugung und Nützlinge stärken eure Pflanzen nicht nur gegen Schädlinge und Krankheiten.
  3. Der Körper: Sowohl das Ausbringen als auch die Aufnahme von Pestiziden durch die Nahrung gefährden eure Gesundheit.

Weitere Infos zum Thema:

Mit dem Essensplan gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Und auch wenn vieles auf dem Müll landet, ohne jemals unseren Einkaufskorb zu sehen, wandern bei uns Endverbrauchern rund 52% aller Lebensmittelabfälle in dem Müll. Man sollte meinen, dass ein Haushalt wie unserer, in dem Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, kaum Essensabfälle hat. Doch leider warfen auch wir lange mehr weg, als mir lieb war. Und das nicht, weil es uns nicht wichtig war und wir nicht darauf achteten. Sondern vielmehr, weil wir zu unorganisiert waren und die Lebensmittel nicht schnell genug aßen. Irgendwann zogen wir einen Schlussstrich und überlegten uns einen Plan, um das zu vermeiden. Das Ziel: Mit einem Essensplan für mehrere Tage und einem strukturierten Wocheneinkauf unsere Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren.

Schritt 1: Die Planung

So gehen wir vor: Als erstes entscheiden wir, welche Gerichte wir in den nächsten Tagen kochen möchten. Dabei berücksichtigen wir zuerst, welche Lebensmittel noch da sind, die in den nächsten Tagen gegessen werden müssen. Danach schauen wir, was gerade Saison hat und nicht zuletzt, ob der Terminkalender nach schnellen oder besonderen Mahlzeiten verlangt. Schön ist es, wenn wir an einem Tag bereits Zutaten für zwei Essen vorbereiten können. Das ist aber eher selten der Fall. Steht der Plan, gehen wir Gericht für Gericht durch und notieren uns, was wir dafür noch einkaufen müssen. So vergessen wir es auch seltener eine wichtige Zutat einzukaufen.

Schritt 2: Der Einkauf

Mit der fertigen Einkaufsliste steht nun der Wocheneinkauf an. Momentan heißt das, dass wir samstags erst auf den Wochen- und danach in den Supermarkt gehen. Zusätzlich gehe ich oft ein paar Tage später nochmal auf dem zweiten Wochenmarkt vorbei, damit wir möglichst frisches Gemüse haben. Auch wenn es uns generell gut passt, nur einmal die Woche groß einkaufen zu gehen, schaffen wir es nicht immer, einen Plan für eine ganze Woche aufzustellen. Entsprechend kaufen wir manchmal auch zwei Mal in einer Woche ein.

Regional und saisonales Obst und Gemüse

Schritt 3: Die Umsetzung

Nun folgt der angenehmste Teil: kochen und essen. Grundsätzlich legen wir nicht fest, welches Gericht wir an welchem Tag machen. Aber durch den Überblick über die nächsten Tage können wir einfacher entscheiden, was wir zuerst essen sollten, damit nichts verdirbt. Darüber hinaus entscheiden wir dann spontan, auf was wir Lust haben. Wie so ziemlich jeder andere Haushalt auch bestellen auch wir hin und wieder etwas – geplant oder spontan. Und manchmal werfen wir den Plan auch wieder über den Haufen, weil irgendwas nicht so ganz passt. Das ist völlig ok, denn durch die halboffene Planung sind wir nicht allzu eingeengt.

Und was hat es gebracht?

Ganz grundsätzlich haben wir schon lange unser Essen vorgeplant. Trotzdem ist uns immer wieder Essen vermeidbar schlecht geworden. Eine scheinbar kleine Veränderung hat uns dann einen großen Schritt nach vorne gebracht. Statt den Plan weiter auf einer Liste in einem unserer Handys festzuhalten, haben wir eine große Tafel aufgehängt. Alleine dadurch, dass wir unkompliziert und mit einem Blick den ganzen Essensplan sehen können, haben wir die leicht verderblichen Lebensmittel nun besser auf dem Schirm. Manchmal ist es eben nur Kopfsache. Ganz ohne Essensabfälle läuft es auch bei uns nicht. Aber der Anteil ist deutlich geringer als noch vor ein paar Jahren. Also ja, der Essensplan und der gezielte Wocheneinkauf haben unsere Lebensmittelverschwendung reduziert.

Teilt gerne mal eure Erfahrungen! Plant ihr auch lieber voraus und macht einen Großeinkauf oder entscheidet ihr immer spontan? Und was hat euch geholfen eure Lebensmittelabfälle zu reduzieren?

Darum lohnen sich Essensplan und Wocheneinkauf gegen Lebensmittelverschwendung:

  1. Weniger Emissionen: Auch Essen, das nicht gegessen wird, hat in der Erzeugung und dem Transport Emissionen verursacht. Muss es gar nicht erst produziert werden, fallen diese auch nicht an.
  2. Weniger Ressourcen gehen verloren: Besonders, wenn verdorbene Lebensmittel nicht kompostiert werden können, sondern auf der Müllhalde verbrannt werden, gehen wertvolle Nährstoffe verloren.
  3. Gut für den Geldbeutel: Jedes weggeschmissene Lebensmittel ist auch gleichzeitig weggeschmissenes Geld.

Weitere Infos zum Thema:

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