Minimalistischer Kleiderschrank: 3 Fragen für einen bewussten Kleidungskonsum

Sprechen wir über ein unangenehmes Thema: Wir als Gesellschaft konsumieren zu viel Kleidung. Das ist weder für die Natur oder das Klima noch für die Menschen gut, die unsere Kleidung herstellen. Trotzdem kaufen wir Mode in großer Menge. Und jedes fünfte Kleidungsstück wird nie getragen. Gleichzeitig scheint es unser gesellschaftlicher Running Gag zu sein, dass wir am Ende vor dem Schrank stehen und nichts zum Anziehen finden. Auch wenn ich inzwischen sehr bewusst Kleidung kaufe, muss ich gestehen, dass es mir manchmal genauso geht. Daher versuche ich nun seit längerem meine Garderobe umzugestalten. Mein Ziel ist ein minimalistischer Kleiderschrank, der gleichzeitig für jeden Anlass etwas bietet.

Inspiration dazu findet ihr online genug. Von Capsule Wardrobe mit einer bestimmten, je nach Autor wechselnden Anzahl an Kleidungsstücken bis zum Projekt 333 mit genau 33 Stücken für drei Monate ist für strukturliebende Menschen genug dabei. Mir ist das alles etwas zu starr. Und bisher hatte ich auch nicht die Muse dazu, mich über mehrere Wochen oder Monate intensiv mit meinem Kleiderschrank zu beschäftigen. Vielmehr ist mein Ziel langsam über die Zeit eine noch nicht festgelegte Menge an Lieblingsstücken zusammenzustellen. Damit das gelingt, stelle ich mir vor jeder Neuanschaffung drei Fragen.

Frage 1: Werde ich es gerne tragen?

Als ich jünger war, landete gerne einmal ein Kleidungsstück in meinem Schrank, das ich quasi nie anhatte. Meist war es schlichtweg nicht mein Stil, saß nicht optimal oder war unbequem. Generell stört es mich aber sehr Dinge zu besitzen, die ungenutzt rumliegen und damit umsonst hergestellt und gekauft wurden. Schade um die Ressourcen und das Geld! Und so war mir schon lange jedes dieser fehlgekauften Kleidungsstücke in Dorn im Auge. Darum versuche ich nun bei jedem Kauf ganz ehrlich zu mir zu sein. Gefällt mir das Stück wirklich an mir? Fallen mir Situationen ein, bei denen ich es anziehen würde, ohne, dass ich mich darin unwohl fühle?

Mir kommt entgegen, dass mein Mann nicht nur einen guten Geschmack hat, sondern auch gerne beratend zur Seite steht. Sind wir beide nicht überzeugt, wandert das Stück nicht in die Einkaufstasche. Ansonsten versuche ich ein offenes Auge dafür zu haben, was ich oft trage und worin ich mich wohl fühle. So lande ich oft bei schlichten und bequemen Teilen und lasse den schicken, engen Rock lieber im Geschäft. Da kann er noch so eine schöne Figur machen 😉 Bei euch sieht das Wohlfühloutfit vielleicht ganz anders aus oder euer tägliches Umfeld verlangt einen bestimmten Dresscode. Wichtig ist am Ende, dass ihr euch sicher seid, dass ihr das Kleidungsstück auch anziehen werdet.

Nachhaltige Jeans

Frage 2: Habe ich bereits etwas in der Art?

Sich eng am bisherigen Stil zu orientieren, birgt eine Falle. Denn zu viel Gleiches bringt nichts, wenn genau das gerade nicht zum Anlass oder zur Laune passt. Mein Guilty Pleasure sind da gestreifte Oberteile. Jedes Mal, wenn ich eines sehe, denke ich: “Wie schön, das würde ich anziehen!”. Aber mal ehrlich: Ich habe schon mehrere davon, das reicht. Das lässt sich auf vieles andere übertragen. Ich habe für den Alltag nur eine schmal geschnittene Jeans ohne Waschung. Eine Zweite hätte keinen Mehrwert. Ein Modell mit Waschung oder in einer anderen Farbe schon eher. Die drei identischen, weißen Tops, die ich gerne auch als Unterhemden anziehe, sind dagegen alle drei ein wertvoller Bestandteil meiner Garderobe. Denkt also kurz darüber nach: Brauche ich wirklich mehrere dunkelblaue T-Shirts oder Jeans-Miniröcke oder geblümte bodenlange Kleider oder, oder, oder? Eure Antworten sind sicherlich andere als meine, aber selten immer “Ja”.

Frage 3: Kann ich es ausreichend kombinieren?

Nehmen wir also an, ich habe ein neues Kleidungsstück in der Hand, von dem ich sicher bin, dass es mir steht und gefällt. Und es gleicht auch keinem anderen Stück in meinem Schrank. Dann schnell mal kaufen, oder? Nicht ganz. Denn es gibt noch eine Falle, in die ich schon öfter getappt bin. Hand hoch, wer schon mal etwas unbedingt kaufen wollte und die Rechtfertigung lautete irgendwie wie folgt: Da muss ich ja nur noch xy kaufen und schon kann ich es anziehen. Beispielsweise fehlt zu dem Rock nur noch ein farblich passendes Oberteil im Schrank. Oder zu der Hose ein passender Gürtel und Schuhe mit einer bestimmten Absatzhöhe. Die fehlenden Teile werden aber nie gekauft und so wird das gute Stück irgendwann ungetragen aussortiert.

Been there, done that…. Gut, dass ihr diese Falle leicht umgehen könnt. Denk immer kurz darüber nach, ob das neue Teil mit dem Bestand harmoniert. Je mehr bereits vorhanden ist, mit dem es kombiniert werden kann, umso höher die Chance, dass ich es anziehe. Und damit auch, dass ich es kaufe. So baue ich mir nach und nach eine Garderobe auf, die aus vielen miteinander kombinierbaren Kleidungsstücken besteht.

Mein Minimalistischer Kleiderschrank: da stehe ich

Ich achte nun schon ein paar Jahre darauf, was ich kaufe. Anfangs habe ich “nur” versucht, meinen Stil zu finden und damit quasi die erste Frage zu beantworten. Zeitgleich zu meinem wachsenden Bewusstsein für meinen Impact auf die Welt, haben mein Mann und ich angefangen unser Leben zu entrümpeln. Auch wenn ein minimalistischer Kleiderschrank also nicht von Anfang an mein Ziel war, bin ich auf dem Weg dahin gelandet. Inzwischen ist alles, was neu dazu kommt, entweder gebraucht, Fair Fashion oder in ganz wenigen Ausnahmen “konventionell”, aber hochwertig und langlebig. Für die Schwangerschaft und Stillzeit habe ich überhaupt nichts neu gekauft. Als nichts mehr passte, habe ich ein paar Stücke Second Hand gekauft. Seither habe ich zwar noch ein paar Stücke aussortiert, aber, Socken und Unterwäsche mal ausgenommen, nichts neu dazu gekauft.

Mit der aktuellen Menge an Kleidungsstücken bin ich schon recht zufrieden. Hier und da ist es noch etwas zu viel. Nach wie vor habe ich Stücke, die ich nicht so gerne trage oder für irgendeinen ominösen Anlass aufhebe. Da ich aber während der Stillzeit viele Sachen nur deshalb nicht anhatte, weil sie dafür unpraktisch waren, habe ich das Ausmisten noch aufgeschoben. Die Winterklamotten, die ich letzte Saison über nicht getragen habe, habe ich bereits aussortiert. Das Gleiche mache ich nochmal nach dem Sommer. Dann werde ich klarer sehen, was mir wirklich noch fehlt und gezielt danach suchen.

Was kann für dich dabei rausspringen?

Die Vorteile eines reduzierten Kleiderschranks gehen über die Auswirkungen auf Umwelt und Natur hinaus. Durchbrechen wir die Konsumspirale von schnelllebiger, billiger Mode und setzen auf Qualität und faire Preise, können wir die Lebensbedingungen für alle entlang der Lieferkette verbessern. Aber auch mit uns selbst macht der andere Fokus etwas. Das “Konkurrenzdenken” um das beste, schönste, modischste Outfit war für mich nie ein freudiger Teil meines Lebens. Mir stundenlang über meine Kleidung Gedanken zu machen, macht mich nicht glücklich. Je weniger Zeit ich dafür in meinem Alltag einräume, umso freier und selbstsicherer fühle ich mich. Und trotzdem renne ich nicht ewig mit den gleichen, langweiligen Klamotten rum. Durch gezielte Käufe bleibt mein Kleiderschrank lebhaft. Gleichzeitig habe ich Stücke, die ich seit Jahren mit Freude trage. Ein minimalistischer Kleiderschrank kann für euch also eine Bereicherung sein und steht nicht zwingend für Verzicht.

Darum ist ein minimalistischer Kleiderschrank gut für alle:

  1. Mentalen Platz sparen: Vom Einkaufen bis zum Outfit zusammen stellen – ein minimalistischer Kleiderschrank mit vielen Kombinationsmöglichkeiten macht euren Kopf freier.
  2. Physischen Platz sparen: Weniger Kleidung bedeutet, dass euer Kleiderschrank kleiner ausfallen kann.
  3. Geld sparen: Selbst mit Fokus auf hochwertiger, langlebiger Fair Fashion spart ihr letztendlich Geld dadurch, dass ihr weniger Teile braucht und kauft.

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Haarseife gegen trockene Kopfhaut: Es funktioniert!

Volumen, Glanz, Geschmeidigkeit,… die Versprechen auf Shampoo-Flaschen sind vielfältig. Viel ehrlicher wären die Werbeslogans: “Putzt radikaler als deinem Kopf lieb ist” oder “Viel Verpackung für wenig Haarwäsche”. Naja, kommt halt dann eher nicht so gut. Mal abgesehen von Müll-Aspekt, können die Inhaltsstoffe der meisten Shampoos nicht nur empfindliche Köpfe unter Stress setzen. Da genau das bei mir der Fall war, musste ich mich auf eine lange Suche nach einer guten Alternative machen. Falls es euch gerade genauso geht, ist hier vielleicht die gute Nachricht des Tages für euch. Haarseife kann für trockene, juckende Kopfhaut die Rettung sein.

Zum Thema Haarseife, No-Poo und festem Shampoo findet ihr online bereits viele super erklärte Beiträge. Darum gehe ich hier nicht auf alle Details ein, sondern verlinke euch lieber entsprechende Artikel in bzw. unter dem Text. Viel lieber will ich euch von meiner Erfahrung erzählen. Vielleicht hilft sie euch auf der Suche nach einer Alternative für eure Haarpflege.

So fing alles an

Erstmal zur Ausgangslage, denn jeder Haartyp hat andere Bedürfnisse. Habt ihr komplett andere Haare als ich, könnt ihr eventuell mit meinen Erfahrungen wenig anfangen. Warum “eventuell” erkläre ich später. Ich bin so ziemlich das Gegenteil von einem Lockenkopf. Meine Haare sind dünn, glatt und hängen am liebsten so rum. Volumen ist für mich ein Fremdwort und nicht ganz richtig gesetzte Haarnadeln und -klammern verabschieden sich gerne mal wortlos. Da ich nicht gerne zum Frisör gehe, aber gerne die Haare aus dem Weg flechte, sind sie bis auf einen Pony stufenlos lang (auf dem nächsten Foto waren sie für mich sehr kurz). Nicht ganz so eindeutig ist leider meine Kopfhaut. Mit Anfang 20, damals noch mit gewöhnlichem Shampoo, wurde meine Kopfhaut immer trockener und juckte teils stark. Besonders vorne an der Stirn schälte sich die Haut im Winter gerne mal über Wochen wieder und wieder.

Gesunde und schöne Haare dank Haarseife

Wenn mal der Wurm drin ist…

Der Stress durch das aggressive Shampoo und das (je nach Jahreszeit) dazugehörige Föhnen waren zu viel für meine Kopfhaut. Um alles etwas zu schonen, gewöhnte ich mir erst einmal ab jeden Tag die Haare zu waschen. Traurig, dass uns oft suggeriert wird, wir wären schmuddelig, wenn wir uns nicht täglich die Haare waschen. Dann war ich neun Monate im Ausland als Backpacker und was soll ich sagen: eine ausgiebige Haarpflege ist da oft nicht drin gewesen. Aber nur alle drei, manchmal vier Tage die Haare zu waschen tat meiner Kopfhaut ganz gut.

Zurück in Deutschland folgte nun eine sehr lange Zeit, in der ich mich durch diverse Shampoos testete. Erst hatte ich ein ganz Sanftes gefunden, dann wurde es nicht mehr produziert. Ich hatte schon mal erwähnt, dass ich eine Weile dann Babyshampoo nutzte. Wobei es auch hier nicht einfach war, eines ohne aggresive Tenside zu finden. Die juckende Kopfhaut blieb aber stets mein treuer Begleiter. Zu der Zeit kamen dann langsam die ersten Haarseifen auf dem Markt. Daran interessierte mich erstmal nur der Aspekt der Mülleinsparung. An eine Kopfhaut ohne Probleme glaubte ich schon fast nicht mehr. Inzwischen bin ich aber komplett glücklich mit meiner Entscheidung, das einmal auszuprobieren.

…ist doch nicht alles verloren!

Eines gleich vorweg: sonderlich viele Haarseifen getestet habe ich nicht. An die Marke des ersten Seifenstücks kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, ich hatte es zufällig irgendwo entdeckt. Die war okay, aber mehr auch nicht. Unser damaliger Stamm-Biomarkt hatte zu der Zeit genau einen Hersteller im Sortiment und davon gab es eine Sensitiv-Version. Und jetzt, so drei oder vier Jahre später, nutze ich noch genau die Gleiche, denn die passt für mich einfach. Ist vielleicht ein Ausgleich dafür, dass ich mich vorher durch gefühlt 50 Shampoos getestet habe. Außer im allerkältesten Winter mit viel Mützenzeit und Temperaturwechsel habe ich keine juckende Kopfhaut mehr. Meine Haare sind gesund und die Anwendung ist für mich angenehm und problemlos.

Haarseife gegen trockene Kopfhaut

Der Schwangerschaft sei Dank wasche ich meine Haare inzwischen nur noch einmal die Woche. Nein, ist kein Tippfehler. Natürlich sehen meine Haare am sechsten Tag nicht mehr aus wie frisch gewaschen. Aber mit der richtigen Handhabung und ab und zu ein wenig Trockenshampoo sieht man mir den langen Abstand zwischen den Wäschen selten an. Wobei ich hier scheinbar recht kritisch bin, denn mein Mann sieht die Bad Hair Days meist nicht. Und der muss mir nach all den Jahren zusammen sicherlich nichts vorlügen 😉

So wende ich die Haarseife gegen meine trockene Kopfhaut an

Scheinbar unvermeidbar haben auch meine Haare ein paar Wochen gebraucht, um sich an die Umstellung zu gewöhnen. Da ich nicht gleich vom “normalen” Shampoo und vielen Haarwäschen umgestiegen bin, war das aber recht harmlos. Je nach Ausgangslage müsst ihr da aber ganz schön Geduld mitbringen. Darum würde ich euch empfehlen erstmal ein mildes, festes Shampoo zu nutzen. Inzwischen läuft es bei mir wie folgt ab: Zuerst kämme ich die Haare gut mit meiner Bürste aus Holz durch. Dann ab unter die Dusche. Ich mag es lieber das Seifenstück direkt über die Haare zu reiben. Und zwar am ganzen Haaransatz, nicht aber in den Spitzen. Das schont sie und verringert Spliss. Am besten verteilt sich die Seife, wenn die Haare gut nass sind. Also lieber zwischendrin noch einmal etwas Wasser drüber laufen lassen. Nach dem Verteilen ist gutes Auswaschen essentiell. So schnell wie gewöhnliches Shampoo wäscht sich Haarseife nicht raus.

Fühlen sich meine Haare noch an, als wären Reste drin, hat sich (zu viel) Kalkseife gebildet. Das ist nicht schädlich, aber störend. Bei mir ist das so jedes dritte bis vierte Mal der Fall. Generell hängt das von euren Haaren und der Wasserhärte ab. Ist es soweit, spüle ich mit einer sauren Rinse nach. Die könnt ihr ganz einfach herstellen. Ihr braucht, wie der Name sagt, etwas Saures. Die meisten nehmen Zitronensaft oder (Apfel-)Essig. Ich fülle einen Schluck von letzterem in eine Flasche und fülle sie mit einem halben Liter Wasser auf. Davon grob die Hälfte, mal auch nur ein Drittel, kommt nach der Wäsche auf die Haare. Gut verteilen und – je nachdem wie geruchempfindlich ihr seid – ausspülen. Letzteres ist komplett optional, der Geruch verfliegt auch beim Trocknen. Aber gerade, wenn ihr langes Haar lufttrocknen lässt, dauert das ja ein bisschen. Danach lassen sich die Haare auch super einfach durchkämmen.

Haarseife kann gegen trockene Kopfhaut helfen

Manche sind halt hart im Nehmen

Und warum kann euch nun mein Bericht auch mit komplett anderer Haarstruktur helfen? Das beste Beispiel sitzt direkt bei mir. Auf dem Papier könnte mein Mann – so ganz ohne trockene Kopfhaut – meine Haarseife doof finden. Er hat recht dicke und feste Haare, die er (für Männer) kurz bis mittellang trägt. So richtig zufrieden war er mit seiner Shampoo-Situation auch nicht. Da meine Haarseife immer in der Dusche hängt, griff er dann doch mal zu und probierte sie aus. Und tatsächlich funktioniert sie auch bei seinen Haaren sehr gut. Wenn auch anders als bei mir. Er nutzt nämlich trotz gleichem Wasser nur ganz selten die saure Rinse. Erst nach Wochen hat er sie mal ausprobiert, aber kaum einen Unterschied gemerkt. Die Haare fühlen sich trotzdem toll an. Ebenso kann euch der Umstieg auf eine Haarseife auch von einer herkömmlichen Waschroutine sehr leicht oder sehr schwer fallen. Da hilft nur: ausprobieren!

Nicht mehr ohne, bitte!

Alles in allem will ich meine Haarseife auf jeden Fall nicht mehr missen. Sie ist super ergiebig (ein Seifenstück hält bei uns 2-3 Monate), wie bei vielen anderen Herstellern auch nur minimal verpackt (Papierbanderole und kleiner Klebestreifen) und funktioniert einfach. Essig haben wir sowieso immer im Haus, daher fällt dafür auch kein zusätzlicher Müll an. Leider kann ich euch nicht versprechen, dass auch ihr eure trockene Kopfhaut mit Haarseife loswerdet. Aber die Chancen stehen gut, denn die meisten Hersteller verwenden sanftere Inhaltsstoffe als die in herkömmlichen Shampoos üblichen. Habt ihr euch schon an Haarseife ran gewagt (und vielleicht sogar eine ganz andere Haarstruktur als ich)? Oder habt ihr Fragen dazu? Schreibt mir gerne in den Kommentaren.

Darum lohnt sich Haarseife nicht nur für trockene Kopfhaut

  1. Schonend: Die milden Inhaltsstoffe von Haarseifen schonen Kopfhaut und Haare.
  2. Verpackungsarm: Von einer Pappschachtel bis gänzlich unverpackt – mit Haarseifen lässt sich eine Menge Verpackung sparen.
  3. Ergiebig: Mit einem Seifenstück seid ihr deutlich länger versorgt als mit einer Flasche Shampoo.

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Quick Tip: Haarbürste aus Holz

Mein letzter Beitrag in der Quick Tip-Reihe ist schon eine Weile her, der letzte zum Thema Körperpflege ebenso. Höchste Zeit also, dass ich euch verrate, warum ich ein großer Fan meiner Haarbürste aus Holz bin. Spoiler: Die Bürste ist nicht nur nachhaltig, sondern auch gut zu meinen langen Haaren. Mein Modell im Speziellen ist wahrscheinlich nicht das umweltfreundlichste, das es aktuell auf dem Markt gibt. Aber es ist trotzdem ein gutes Beispiel dafür, was ein langlebiges und damit nachhaltiges Produkt ausmacht.

Warum das so ist, ist schnell erklärt. Ich habe die Bürste bereits vor etlichen Jahren in der Drogerie gekauft, nachdem meine alte Plastikbürste kaputt ging. Das war so eine mit kleinen Knubbeln oben auf den Borsten, die mit der Zeit abgefallen sind. Da das meine ohnehin schon empfindliche Kopfhaut nicht so dufte fand, wählte ich mein Modell aus, bei dem die Borsten aus einem Stück sind. Dass sie nicht aus Plastik sind, war da eher ein Bonus. Damals achtete ich noch nicht so sehr auf Nachhaltigkeit. Heute würde ich einen genaueren Blick auf Material und Verpackung werfen. Aber das Holz ist sogar FSC-zertifiziert, also war mein Kauf gar nicht so übel. Und da ich vorhabe sie noch viele Jahre zu nutzen, lässt sich das bisschen Plastik in der Verpackung verschmerzen.

Der Langzeittest spricht jedenfalls voll und ganz für meine Wahl. Auch wenn meine Haarbüste selten so sauber ist wie auf dem Foto, kann man daran keine großen Gebrauchsspuren entdecken. Ganz nebenbei ist sie antistatisch, sehr schonend zu den Haaren und massiert die Kopfhaut angenehm. Bürstet ihr immer von den Spitzen bis zum Ansatz lösen sich auch größere “Vogelnester” sanft wieder auf. Wenn sich also eure alte verabschiedet, dann schaut doch mal im Unverpackt-Laden oder einem Öko-Onlineshop nach. Und selbst die Variante aus der Drogerie ist, wenn auch etwas mehr verpackt, eine gute Wahl. An einer Haarbürste aus Holz werdet ihr lange Freude haben!

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Nachhaltige Hochzeit Teil 2: Die Details

Eine Hochzeit zu planen ist eindeutig etwas für detailverliebte Menschen. Das ändert sich auch nicht, wenn es eine nachhaltige Hochzeit werden soll. Die im ersten Teil beschriebenen Eckpfeiler eures Festes habt ihr bereits festgelegt. Jetzt könnt ihr euch ins Getümmel der Kleinigkeiten werfen. Die Hände sollen bald ein Schmuckstück zieren, die ausgewählte Location will dekoriert werden, die Gäste sollen auch was von der Party haben. Viel zu tun! Aber auch hier habt ihr wieder teils ganz einfache Möglichkeiten eure Feier umweltfreundlich zu gestalten. Los geht’s!

Das Symbol für die Ewigkeit setzt weitere Zeichen 

Edelmetalle und -steine sehen nur noch halb so edel aus, wenn man weiß, unter welchen Bedingung sie oft aus der Erde geholt werden. Für die Förderung von Gold werden beispielsweise giftige Chemikalien eingesetzt. Die Suche nach Diamanten bringt schon seit Jahrzehnten Konflikte mit sich. Schwieriges Thema also. Auf Eheringe verzichten wollten wir aber – wie so viele andere Paare – nicht. Der Markt an nachhaltig geförderten oder recycelten Materialien ist noch klein ist. Dennoch hatten wir das Glück in unserer Stadt einen entsprechenden Goldschmied zu finden. Der fertigte unsere Ringe aus recyceltem Gold her.

Anders als in anderen Schmuckgeschäften konnte man uns dort nicht die gefühlt 3000 verschiedenen Kombinationen und Verzierungen in Persona zeigen. Das können unserer Erfahrung nach nur Juweliere, die ihre Trauringe von einem der großen Hersteller beziehen, die Ringe in Masse produzieren und dann an den Kundenwunsch anpassen. Einen ernstzunehmenden Nachweis über die Herkunft der Rohstoffe konnte ich bei keinem davon finden. Ein richtiger Goldschmied kann eure Ringe ebenfalls komplett individuell gestalten. Ihr müsst also keinen Kompromiss eingehen, sondern bekommt so oder so euer Wunschdesign.

Der Blumenschmuck und die Dekoration machen eine nachhaltige Hochzeit aus.
Image by Pexels / Pixabay

Alles schön, alles grün: Servietten, Tischdecken & Co. 

Was wäre eine Hochzeit ohne Deko? Hier verlieren sind Bräute gerne in Details und so manche Hochzeit produziert an einem Tag gefühlt so viel Müll wie ein 4-Personen-Haushalt in einem Monat. Doch was ist die Alternative? Zum einen könnt ihr die Zahl der Einmalprodukte reduzieren. Papier-Servietten und -Tischdecken halten nicht den ganzen Tag durch und müssen teils mehrfach ersetzt werden. Die Freudentränen-Taschentücher sind vielleicht nett, bleiben aber am Ende bei den meisten unbenutzt liegen. Die Luftballons, die eben noch so schön in die Luft flogen, liegen etwas später kaputt in der Natur. Am Ende summieren sich die Kleinigkeiten ganz schön. Dazu kommen noch theoretisch mehrfach nutzbare Gegenstände, die ihr vielleicht gerne hättet, aber nicht besitzt. Beispielsweise eine schöne Zinkwanne zum Getränke kühlen oder große Pompons, die von der Decke baumeln. 

Auch ich bin da anfällig für solche Kleinigkeiten und wollte zugunsten der Nachhaltigkeit nicht auf alles verzichten. Zum Glück könnt ihr viele Gegenstände der Art leihen. Schaut einfach mal, ob es einen Partyverleih um euch herum gibt. Und tauscht euch mal mit anderen Brautpaaren, Freunden und Verwandten aus und leiht euch gegenseitig, was ihr habt. Ihr werdet staunen, was sich da alles findet. Alleine von unseren Eltern hatten wir verschiedene Bilderrähmen, Deko-Gläser und einen alten Koffer für die Geschenkkarten. Eine alte Tafel, die ich zufällig am Straßenrand gefunden hatte, wanderte nach unserer Feier weiter zu einer Freundin.

Candybar, Donutbar, Limobar – wunderbar? 

Der Trend ging in den letzten Jahren eindeutig zu einer besonderen Ecke, in der es alles zu und von einer Sache gibt. Oder gleich drei davon. Der Spaß ist hier für alle Beteiligten definitiv hoch ist. Doch ihr seid da schnell bei zu viel des Guten. Seid also realistisch, was wirklich zusätzlich zum normalen Essen gegessen und getrunken wird. Wir haben mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. An unserer “Bar” gab es alles zum Getränke aufpimpen: große Wasserspender mit Zitronenscheiben, Minze im Topf (der Rest wächst bei uns im Garten weiter), selbstgemachte Sirups, saisonales Obst und Eiswürfel. Davon waren nicht nur die Kinder begeistert. Dazu gab es eine Handvoll Alkoholika, damit sich die Erwachsenen nach ihrem Geschmack ein Getränk mixen konnten. Zwei Bilderrahmen mit ein paar zum Angebot passenden alkoholischen und alkoholfreien Rezepten daneben und fertig war die Bar.

Ein nachhaltiges Gastgeschenk freut nicht nur die Gäste.
Image by Mabelle Imago / Pixabay

Ein kleiner Dank für die Gäste 

Natürlich sollen sich die Gäste nur gut an eine Hochzeit erinnern. Entsprechend viel Mühe wird in kleine Gastgeschenke gesteckt. Doch wenn eine kleine Sache in viel Verpackung gesteckt wird, sind wir vom nachhaltig heiraten weit entfernt. Wie geht das besser? Sucht euch erst einmal ein sinnvolles Geschenk aus. Am besten etwas, das nicht ewig bei den Leuten rumliegt. Klingt trocken, kann aber ganz besonders sein, beispielsweise ein Leckerbissen aus einer lokalen Handwerksbäckerei oder eine feine Teemischung. Uns gefiel die Variante mit bienenfreundlichen Blumensamen. Eingepackt in selbstgebastelte Tütchen aus Recycling-Packpapier dienten diese gleich als Namensschild und vervollständigten somit die Tischdeko.

Auch Blumen haben eine Saison 

Der Blumenschmuck ist nicht nur ein großer Posten in vielen Hochzeitsbudgets, sondern wieder ein wichtiger Punkt in Sachen Nachhaltigkeit. Analog zum Essen solltet ihr euch auch hier erst einmal fragen, was zu der Zeit gerade Saison hat. Klar könnt ihr alle eure Lieblingsblumen rund ums Jahr bekommen. Dass diese auch vom anderen Ende der Welt kommen können, sollte euch dann nicht verwundern. Und eine Pestizid-Phobie ist dann auch eher hinderlich. Da üppige Deko nicht so unser Ding ist, benötigten wir auch keine Massen an Blumen. Mit allem, was wir aus den Gärten von den Schwiegereltern und ein paar Bekannten bekamen, waren wir schnell ausgestattet. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit den eigenen Garten – oder den von anderen – zu plündern. Daher rate ich euch im Blumenladen nachzufragen, welche Blumen sie wann von regionalen Zulieferern bekommen. Vielleicht habt ihr sogar einen Anbieter von Bio-Blumen in der Nähe.

Wie erwähnt hatten wir nur wenig Blumenschmuck. Unsere Trauung war im kleinsten Kreis und wir hatten nicht das Bedürfnis für die gute halbe Stunde den zusätzlichen Aufwand zu betreiben. Wobei uns hier der schöne Raum entgegenkam. Die Location der Feier sah auch mit wenig zusätzlicher Deko stimmungsvoll aus. Zusätzlich wollten wir die Tische nicht so zustellen, dass die Gäste ihr Gegenüber nicht mehr sehen können. Und zu guter Letzt traf ich noch eine eher ungewöhnliche Entscheidung: die gegen den Brautstrauß. Außer als schönes Accessoire für die Bilder sehe ich darin nämlich keinen höheren Sinn. Ich habe ihn jedenfalls nicht vermisst.

Blumen aus der Saison sind für eine nachhaltige Hochzeit unerlässlich.

Die Details machen den Unterschied

Je nach Umfang, Location etc. habt ihr bei eurer Feier bestimmt noch einige andere Punkte auf der Liste für eure nachhaltige Hochzeit. Besonders die diversen Dienstleister, die ihr je nachdem noch benötigt, können sich in euer CO2-Bilanz niederschlagen. Je weiter Fotografen, DJs, Stylisten und Co. anreisen müssen, umso schlechter wird diese. Lokale Anbieter mit kurzer Anreise verlangen logischerweise auch weniger Fahrtkosten, entsprechend freut sich das Budget. Für alle weiteren Punkte könnt ihr euch vorher ein paar Fragen stellen. Braucht und wollt ihr es wirklich für eure Feier oder macht man das nur so? Kann es möglichst müllarm gestaltet werden? Könnt ihr es leihen oder bei einem regionalen Anbieter kaufen?

Sicherlich fragt ihr euch nun nach meinen zwei eher langen Beiträgen, ob eine nachhaltige Hochzeit zu planen einen großen Mehraufwand macht. Das kann ich aus meiner Erfahrung heraus verneinen. Ob ihr nach “Catering Hochzeit” oder nach “biologischer Caterer” sucht, ihr müsst euch die einzelnen Anbieter immer genau ansehen. Ob ihr nach Sympathie, Preis oder Nachhaltigkeit auswählt, ihr müsst eure Deko irgendwo besorgen. Der Organisation macht eben Arbeit, aber ihr entscheidet, welche Kriterien ihr bei der Auswahl ansetzt. Eure nachhaltige Hochzeit lässt sich also auch ohne Überstunden schön und festlich gestalten. Fehlt euch ein Punkt auf der Liste oder habt ihr noch weitere schöne Ideen? Ich freue mich auf euren Kommentar! Und seid ihr mal wieder Gast auf einer Hochzeit, habe ich auch ein paar Tipps für euch.

Darum sollte eure nachhaltige Hochzeit bei den Details punkten

  1. Faire Arbeitsbedingungen fördern: Von goldenem Metall bis goldenen Blumen – schöner ist’s, wenn dafür niemand ausgebeutet wurde.
  2. Klimaschutz auch beim Feiern: Kurze Wege und kein unnötiger Ressourcenverbrauch wirken sich positiv auf eure CO2-Bilanz aus.
  3. Große Feier mit kleinem Rückstand: Schöne Erinnerungen habt ihr nach eurem Fest bestimmt viele, welche an einen großen Müllberg hoffentlich nicht.

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Regional und saisonal essen Teil 2: Im Supermarkt und Co.

Es ist inzwischen schon ein paar Monate her, seit ich für euch ein Fazit gezogen habe, wie saisonal und regional unser Obst- und Gemüsekonsum ist. Geplant war, den zweiten Teil zeitnah hinterher zu schicken. Aber wie so viele Pläne in diesem Jahr, wurde auch dieser durcheinander gebracht. Das lag hauptsächlich daran, dass sich unser Einkaufsverhalten in den letzten Monaten teilweise deutlich geändert hat. Klar war da auch kurzzeitig die Pandemie schuld. Aber hauptsächlich mussten wir uns nach dem Umzug in der neuen Stadt erst einmal in Sachen (Super-)Märkte und Sortiment orientieren. Warum wir regional und saisonal einkaufen und essen wollen, hatte ich euch bereits im ersten Teil erzählt. Daher lasse ich das heute einfach mal aus.

Doch bevor ich nun konkreter in unsere Einkäufe blicken lasse, gleich noch eines vorneweg. Während bei Erdbeeren, Tomaten und Kohl die Saison eine große Rolle spielt, ist sie bei vielen anderen Lebensmitteln egal. Entweder produzieren die Hersteller sowieso das ganze Jahr über, etwa bei Milchprodukten. Oder die Ernte kann gut eingelagert werden bis Nachschub kommt, wie bei Getreiden. Entsprechend kaufen wir beispielsweise nicht nur dann Mehl, wenn die Felder frisch abgeerntet wurden. Der Fokus dieses Beitrags liegt daher deutlich auf der Regionalität der Produkte und nicht oder kaum auf der Saisonalität.

Milchprodukte und Mehl gibt es oft von regionalen Herstellern.
Image by Markus Spiske / pixabay

Jede Region hat ihre eigenen Produkte

Unsere Essensplanung beginnt oft mit dem Besuch beim Gemüsestand. Natürlich fehlt uns danach noch das ein oder andere. Und so einfach ihr dort auf Regionalität achten könnt, so schwer bis unmöglich kann es bei anderen Lebensmitteln sein. Ich versuche also die Transportwege so kurz wie möglich zu halten. Bei manchen Produkten hat sich die Bilanz durch den Umzug direkt verbessert. Das beste Beispiel dafür ist etwas, was wir bisher auf dem Wochenmarkt nicht bekamen: frische (und unglaublich leckere) Tofuprodukte. Statt den in Plastik verpackten Versionen im Supermarkt können wir nun direkt bei einem regionalen Hersteller einkaufen. Und das unverpackt. Gleichzeitig schmeckt es auch noch besser als alles, was wir bisher abgepackt probiert haben. Ein Grund zur Freude also!

Einiges hat sich durch unseren Umzug aber kaum verändert. Wir kaufen beispielsweise immer noch Milch von einer nahe gelegenen Molkerei, die diese von Bauern aus unserem Bundesland bezieht. Solche regionalen Anbieter gibt es – nicht nur bei Milchprodukten – deutschlandweit. Ein weiteres Beispiel: Im Supermarkt bekommen wir die Mehle und Getreideprodukte einer Mühle, die ihren Sitz ein paar Orte weiter hat. Um herauszufinden, was bei euch alles zu haben ist, müsst ihr also einmal alle Optionen abchecken. Das ein oder andere Produkt, das ihr regional einkaufen und essen könnt, wird euch bestimmt überraschen.

Das Entfernungs-Paradoxon gibt es auch im Supermarkt

Im ersten Teil hatte ich schon vom berüchtigten Apfel-Vergleich erzählt. Ein typisches Beispiel dafür, dass ein weitgereistes Lebensmittel in der Klimabilanz besser als ein regionales sein kann. Bei den sonstigen Einkäufen kommt ein weiteres Beispiel hinzu. Das aufs Kilo hochgerechnet klimaschädlichste Lebensmittel ist nämlich Butter! Obwohl die Zutaten für Margarine teilweise eine lange Anreise haben, ist deren Klimabilanz besser. Also versuchen wir die Butter so oft wie möglich durch Margarine oder gleich durch ganz andere Alternativen zu ersetzen. Gerade bei Margarine ist es nämlich nicht so einfach eine ohne Palmöl und ohne irgendwelche unnötigen Zusatzstoffe und Aromen zu bekommen.

Käse kann auch saisonal sein, regional bekommt man ihn gut auf dem Wochenmarkt.
Image by Jill Wellington / pixabay

Mal aus der Nachbarschaft, mal ein Weltreisender

Eher zweigeteilt fällt unser Einkauf bei Käse aus. Gerade auf dem Wochenmarkt können wir einige Sorten von Bauernhöfen um uns herum bekommen. In unserer Region lassen viele Höfe unabhängig von einer Zertifizierung auf der Weide grasen, was die Auswahl nochmal vergrößert. Im Zweifel könnt ihr immer nachfragen. Ich habe noch keinen Verkäufer auf dem Wochenmarkt erlebt, der keine Auskunft über seine Produkte geben wollte (vorausgesetzt er wird nicht gerade überrannt). Das ist auch eines der wenigen Produkte, die von der Saison abhängen können. So gab es auf unserm alten Wochenmarkt nur einmal im Jahr einen besonders gereiften Bergkäse. Manche Käsesorten, wie Mozzarella, habe ich noch nicht von einem regionalen Hersteller gefunden. Da heißt es dann im Supermarkt: Packung umdrehen und nachsehen. Auch Produkte, die ihren Ursprung nicht in unserer Küche haben, werden inzwischen oft von deutschen Herstellern produziert.

Auch bei anderen Lebensmitteln, wie Couscous oder Kichererbsen, steht auf der Packung meist das Herkunftsland. So kann ich auf Produkte aus Deutschland oder den Nachbarländern zurückgreifen. Regionaler Pfeffer? Bei unserem Klima eher unwahrscheinlich. Es gibt also Fälle, bei denen wir abwägen. Lieber verzichten oder, wie bei Schokolade, auf eine nachhaltige Produktion achten? Durch unseren Konsum beeinflussen wir maßgeblich die Lebensbedingungen in anderen Ländern. Ein gutes Beispiel hierfür ist das als Superfood gehypte Pseudogetreide Quinoa. Solche Lebensmittel gibt es bei uns entsprechend nicht oder nur selten. Aber tatsächlich fällt mir gerade nichts ein, bei dem mich das besonders stört.

Wenn der Hype die Alternative verdrängt

Ein letzter kleiner Abstecher: Als Kind gab es in meiner Wahrnehmung nur eine Quelle von (weißem) Zucker. Eben die, die der gewöhnliche Haushaltszucker hat: die Zuckerrübe. Irgendwann, vielleicht mit der wachsenden Popularität von Caipirinhas, schien die perfekte Süße nur noch aus Rohrzucker zu kommen. Auch wenn der gerne mal mit der braun eingefärbten Variante in einen Topf geworfen wird. Doch außer dem etwas karamelligeren Geschmack hat dieser keine Vorteile gegenüber dem “europäischen” Pendent. Während Deutschland einer der größten Produzenten von Zuckerrüben ist, wächst Zuckerrohr nur in den Tropen und Subtropen. Umso überraschender ist es für mich, dass fast alle Bio-Marken nur welchen aus Zuckerrohr anbieten. Doch im gut sortierten Bio- und manchmal auch im normalen Supermarkt findet ihr auch (Bio-)Alternativen aus der heimischen Rübe.

Nicht immer könnt ihr regional einkaufen und essen

Kurze Wege bis vor die Tür

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich, warum der Umzug unseren Einkauf so durcheinandergebracht hat. So erfreulich die Auswahl an Produkten, die wir regional und teilweise sogar saisonal einkaufen und damit essen können, erst einmal klingt, hat sie doch einen entscheidenden Haken. Die Lebensmittel sind hier nur über mehrere Einkaufsstätten verteilt zu bekommen. Wir wollen aber logischerweise nicht alle abfahren, um den Wocheneinkauf abzuhaken. Also will dieser entsprechend geplant sein, damit alles in einem Laden zu haben ist. Kein Vergleich zu früher, als wir (teilweise zu Fuß) zu einem Supermarkt gingen und alles hatten, was wir über den Wochenmarkt hinaus gebraucht haben. Dafür können wir letzteren jetzt zwei Mal in der Woche besuchen und sind da etwas flexibler.

Alles in allen beziehen wir mit überschaubarem Aufwand einen großen Teil unseres Essens aus der Region oder zumindest einer annehmbaren Nähe. Erzählt gerne mal, wie das bei euch aussieht. Habt ihr eine Anlaufstelle, bei der ihr regional einkaufen könnt oder müsstet ihr auch mehrere Läden ansteuern?

Warum auch ihr möglichst regional und saisonal einkaufen und essen solltet:

  • Weniger Klimagase: Kurze Transportwege schonen das Klima.
  • Keine Auslagerung von Problemen: Problematische Anbaumethoden in anderen Ländern werden nicht unterstützt und eine Verschlechterung der Lebenssituation der einheimischen Bevölkerung wird nicht gefördert.
  • Lokale Kreisläufe fördern: Der Kauf von heimischen Lebensmitteln stärkt die Produzenten vor Ort.

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