Nachhaltig reisen: Warum Camping?

Da ich beruflich aus dem Tourismus komme, ist das Thema Urlaub für mich sehr emotional. Und natürlich wirkt sich unser Bestreben, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen, auch auf die Gestaltung unserer Freizeit aus. Glücklicherweise ist die von uns schon lange bevorzugte Reiseart auch eine, die sich gut mit einem überschaubaren ökologischen Fußabdruck kombinieren lässt. Warum Camping für uns das beste Paket bietet, um nachhaltig zu reisen, habe ich einmal für euch zusammengefasst.

Nachhaltig reisen – geht das überhaupt?

Nachhaltig reisen ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Möglichkeiten auf der einen Seite. Der entsprechende Markt wächst seit Jahren und zumindest auf dem Papier interessieren sich viele Deutsche dafür. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Herausforderungen. Die nachhaltigste Reise ist schon alleine wegen der Anreise die, die gar nicht erst gemacht wird. Gleichzeitig erweitert Reisen den Horizont und lässt vielleicht sogar erst das Bedürfnis entstehen, unsere schöne Erde zu schützen. Nicht zuletzt spielt natürlich auch das Bedürfnis nach Erholung eine Rolle. In einer Gesellschaft, die so auf Leistung ausgelegt ist, bietet der Urlaub ein wichtiges Gegengewicht.

Tipps, wie der Urlaub nachhaltig gestaltet werden kann, gibt es unzählige. Dass Flugreisen hohe CO2-Emissionen mit sich bringen, ist nicht neu. Ebenso bekannt ist, dass Kreuzfahrtschiffe viel Dreck ausstoßen und, dass die Einmalpackungen in vielen Hotels eine Menge Müll machen. Doch letztlich kommt es auf so viele Faktoren – und dabei auch auf die eigenen Bedürfnisse – an, dass niemand beurteilen kann, was DIE nachhaltige Reise ausmacht.

Es gibt nicht die eine Lösung für nachhaltiges reisen.

Frei und schön

Gerade weil die Urlaubsmotive so unterschiedlich sein können, gebe ich euch einen kleinen Einblick in unsere Wünsche. Wenn es darum geht, warum wir seit Jahren immer wieder Campen, spielen die eine große Rolle. Etwas, was wir beide nicht mögen, ist zu viel Struktur in unserem Urlaub. Auch wenn wir zu Hause zu recht festen Zeiten essen, schränkt uns das im Urlaub ein. Das hängt mit unserem zweiten Bedürfnis zusammen. Wir sind keine Urlauber, die ein oder zwei Wochen an einem Fleck auf der faulen Haut liegen. Bevor unser Kleiner da war, haben wir meist Rundreisen mit vielen Etappen gemacht, um möglichst viel von unserem Ziel zu sehen. Und auch jetzt sind Tagesausflüge ein fester Bestandteil. Entsprechend verpflegen wir uns lieber individuell.

Wir hatten eine recht lange Zeit, in der immer einer von uns beiden studierte. Entsprechend spielte in unseren „Urlaubsanfängen“ auch das Budget eine Rolle. Ein Hotel mit Verpflegung ist deutlich teurer als ein Zeltplatz und Essen aus dem Kocher. Selbst dann, wenn wir uns für eine Ferienwohnung entschieden haben, kamen wir am Ende noch günstig weg. Das gleiche gilt für das eigene Auto im Vergleich zu einer Anreise mit Zug oder gar Flugzeug und einem Mietwagen vor Ort. Nachdem wir beide im Job waren, waren wir so verliebt in unsere Zelturlaube, dass wir nicht mehr auf Hotel & Co. umsteigen wollten.

Campingplätze haben oft eine einzigartige Lage an Seen oder anderen schönen Orten.

Darum reisen wir beim Camping nachhaltig

Nun sind wir ja, wie erwähnt, nicht erst auf Camping umgestiegen, als wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern wollten. Dass unsere liebste Reiseart sich leicht klimafreundlicher gestalten lässt, ist eher Zufall. Doch was daran macht sie denn in meinen Augen grün? Zunächst einmal fällt (Infra-)Struktur weg. Anlagen, wie Bäder, werden gemeinsam genutzt, viele Räume und Wege braucht es nicht. Es gibt kein tägliches Handtuchwechseln oder Frühstücksbüffet, das bis zur letzten Minute gut bestückt sein muss. Das spart schon einmal Ressourcen, wie Wasser und Energie.

Das hängt natürlich auch mit Komfort zusammen. Im Zelt verzichten wir auf eine Klimaanlage, wir nutzen weniger elektrische Geräte und der Gang zur Dusche ist nicht durchgehend überdacht. In einem Hotel wären das fette Minuspunkte, aber für uns zur Erholung nicht notwendig. Unser eigenes, auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Equipment immer dabei zu haben, ist uns da wichtiger. Natürlich sind wir nicht ab dem ersten Urlaub perfekt ausgestattet losgezogen. Aber wir haben kaum mehr dabei als das, was wir wirklich brauchen und nutzen.

Durch geschickte Wahl des Campingplatzes lassen sich die Emissionen vor Ort noch einmal reduzieren. Inzwischen gibt es Öko-Campingplätze, aber da die selten sind, dies nur als Erwähnung. Trotzdem kann die Platzwahl einen Unterschied machen. Je besser die Lage, umso besser kommt ihr zu Fuß, mit (Leih-)Fahrrädern oder öffentlichen Verkehrsmitteln rum. Das funktioniert auch bei manchen großen Städten. London oder Kopenhagen sind hier gute Beispiele.

Nachhaltig reisen und Camping lassen sich vereinbaren

Perfekt ist es nicht

Ganz klares Ausrufezeichen: Auch wenn wir nur innerhalb von Europa reisen, ist die Anfahrt mit dem eigenen Auto mit einigen Emissionen verbunden. Da Camping aber auch viel Gepäck bedeutet, fällt eine Anreise mit dem Zug, zumindest, solange wir kleine Kinder haben, raus. Mehr als ärgerlich, dass das Angebot an Autozügen inzwischen so minimal ist. Und da fiel auch schon ein weiterer Punkt: die Ausrüstung. Neben einem Zelt oder Camper, also einem Dach überm Kopf, braucht es natürlich auch einen kleinen Haushalt, um ohne Schlafzimmer, Wohnzimmer und evtl. auch Küche zu reisen. Und nur einen kleinen Teil davon könnt ihr aus dem Alltag mitnehmen. Also haben wir Campingstühle und einen faltbaren Tisch, kompaktes Geschirr, Kocher, Matratzen, Schlafsäcke und so weiter. Zwar ist vieles davon schon seit Jahren im Gebrauch, aber angeschafft werden musste es trotzdem erstmal.

Weniger ins Gewicht fallend, aber trotzdem ein Punkt ist, dass die Ausrüstung zwischen den Urlauben auch gelagert werden muss. Der Platz ist im Vergleich zu unserer gesamten Wohnfläche vielleicht minimal. Doch auch der zählt in unseren ökologischen Fußabdruck mit hinein. Und nicht zuletzt ist die durchschnittliche Camping-Ausstattung nicht gerade besonders öko. Zelt und Luftmatratzen aus Plastik, keine transparenten Lieferketten, lange Transportwege. Und die wenigen Produkte, die grün(er) sind, sind oft unglaublich teuer. Für unser Familienzelt haben wir lieber auf Second Hand zurückgegriffen.

Camping ist und bleibt unsere erste Wahl

Wir verbringen unseren Urlaub nur selten anders als im Zelt. Und wenn, dann meist in einer Ferienwohnung. Das ist in Sachen Freiheiten und nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten dem Camping am ähnlichsten. An welchen Punkten ihr euren Campingurlaub nachhaltiger gestalten könnt, würde den Rahmen eines Beitrags sprengen. Deswegen werde ich auf verschiedene Aspekte separat eingehen. Jetzt habt ihr auf jeden Fall mal eine Übersicht darüber, was für uns dafürspricht, dass es sich mit Camping gut nachhaltig reisen lässt.

Achtet ihr bei eurem Urlaub auf Umweltverträglichkeit? Und wenn ja, wie sehr hat es euer Reiseverhalten verändert? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.

Darum lassen sich nachhaltig reisen und Camping vereinbaren:

  • Emissionsärmere Anreise: Gerade, wenn mehrere Urlauber in einem Fahrzeug verreisen, wird im Vergleich zum Flugzeug die Umwelt weniger belastet.
  • Überschaubare Infrastruktur: Im Vergleich zu anderen Urlaubsarten sind weniger Straßen, Gebäude etc. notwendig.
  • Weniger Ressourcen vor Ort: Der geringere Einsatz von elektrischen Geräten und die Eigenleistung z.B. bei der Verpflegung bieten Einsparpotentiale.

Mehr Infos zum Thema:

Getrocknete Hülsenfrüchte: Meine Küchenstars

Meine Liebe zu Hülsenfrüchten hält schon lange an. Der hier im Südwesten traditionelle Linseneintopf war schon immer ein Festessen für mich. Als Proteinquelle sind sie inzwischen aus meiner vegetarischen Ernährung erst recht nicht mehr wegzudenken. Kichererbsen für Hummus oder Curry, Bohnen für Chili sin Carne und verschiedene Linsen für diverse Gerichte findet ihr immer in unserem Vorratsschrank. Was ihr bei uns hingegen nicht finden werdet, sind die eben genannten in Dosen. Denn ich bin ein großer Fan davon getrocknete Hülsenfrüchte zu kaufen und selbst zu kochen. Warum? Das ist recht einfach erklärt!

Die Menge machts

Angefangen habe ich diese Angewohnheit, weil im Studium eine ganze Dose Bohnen oder Kichererbsen für mich allein einfach immer zu viel und mein Kühlschrank klein war. Alle Reste mussten immer schnellstmöglich verwertet werden. Koche ich allerdings meine Hülsenfrüchte selbst, kann ich immer so viel machen, wie ich wirklich brauche. Natürlich musste ich erst schätzen lernen, wie groß denn so eine Portion ist. Zum Wiegen bin ich zu faul. Aber mit etwas Übung kommt es inzwischen meist ganz gut hin.

Getrocknete Hülsenfrüchte, wie Bohnen, kann man einfach selber kochen

Eine Tüte statt mehrerer Dosen

Die Tatsache, dass ich durch diese Methode auch einiges an Müll spare, wurde mir erst später bewusst. Dazu mal grob überschlagen: In einer Packung Kichererbsen sind bei den meisten Herstellern 500 gr. Eingeweicht und gekocht wiegen sie etwas mehr als das doppelte, also runden wir mal großzügig auf ein Kilo ab. Die meisten Dosen, die ich gesehen habe, haben ein Abtropfgewicht von 240 gr. Macht also rund vier Dosen, die wir durch eine Tüte Kichererbsen einsparen. Hinzu kommt, dass wir fast nie Reste haben, die schlecht werden. Und zu guter Letzt punktet die Folie gegenüber der Dose mit einem geringeren Gewicht, was den Transport umweltfreundlicher macht. Wem selbst das noch zu viel Verpackung ist, der kann im Unverpackt-Laden den Müllaspekt gleich ganz umgehen. Und der Vollständigkeit halber: Die in Einwegglas verpackten Produkte mancher Marken sind auch nicht nachhaltiger als das Tütchen.

Unentschieden bei der Lagerung

Solange die Hülsenfrüchte trocken sind, sind sie sehr lange haltbar. Wie lange genau, kann ich nicht sagen. Zwar lagern wir sie ordentlich, also trocken und luftdicht verpackt, aber nie länger als ein paar Monate. Wir essen sie dafür zu oft und gerne. Aber grundsätzlich gibt es da kaum Unterschiede zu Dosen, die ja auch eine gefühlte Ewigkeit gelagert werden können. Wenn ich doch einmal eine Portion auf Vorrat vorkochen möchte, fülle ich die fertigen Hülsenfrüchte mit der übrigen Kochflüssigkeit in ein Schraubglas um und friere sie ein. Die zusätzliche Energie fürs Einfrieren und Wiederaufwärmen schlägt etwas auf die Klimabilanz. Aber beispielsweise bei der Vorbereitung des Wochenbetts war ich froh, diese Flexibilität zu haben.

Getrocknete Hülsenfrüchte im Vorrat

Einen Haken gibt es trotzdem

So schön das alles ist, es gibt auch einen Wermutstropfen. Fällt euch erst dann ein, dass ihr Hülsenfrüchte braucht, wenn ihr gerade anfangt zu kochen, habt ihr bei vielen Exemplaren verloren. Während besonders rote, aber auch andere Linsensorten auch ohne Einweichen genutzt werden können, brauchen andere einfach ihre Einweich- und Kochzeit. Da ist es gut, dass wir mit unserem Essensplan recht flexibel sind, denn das ist mir echt schon oft passiert. In der Regel weiche ich Bohnen oder Kichererbsen über Nacht ein und koche sie im Laufe des nächsten Tages. Diese Zeitspanne lässt sich mit einem Dampfdruckkochtopf, den wir nicht haben, geringfügig verringern.

Die Vorteile überwiegen

Sei es nun der Aspekt der Mülleinsparung oder die Flexibilität, was die Menge angeht: für mich gibt es kein zurück. Unsere Vorräte sind immer gefüllt mit getrockneten Hülsenfrüchten und ich vermisse die gekochte Alternative eigentlich nie. Für euch ist es eine einfache Möglichkeit Müll und Geld zu sparen und das bei gleichem Geschmack. Seid ihr auch Fans von Hülsenfrüchten? Welche Sorte darf in eurem Schrank nie fehlen?

Dabei punkten getrocknete Hülsenfrüchte gegenüber denen aus der Dose

  1. Weniger Verschwendung: Ihr könnt genau dosieren, wie viel ihr gerade braucht.
  2. Weniger Verpackung: Eine Tüte verursacht nicht nur weniger Müll an sich, sondern ersetzt auch noch mehrere Dosen.
  3. Weniger Geld: Auf die Portion hochgerechnet sind getrocknete Hülsenfrüchte günstiger.

Quick Tip: Recycling-Toilettenpapier

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Jeder von uns muss mal aufs Klo! Und ohne genaue Zahlen zu kennen, behaupte ich jetzt einfach mal, dass ein Großteil von uns Klopapier nutzt. Und weil das so viele betrifft, gibt es hier einen kleinen Impuls dazu, warum Recycling-Toilettenpapier eure erste Wahl sein sollte.

Der Grund lässt sich auf zwei Arten erklären. In Zahlen ausgedrückt verbraucht Recycling-Toilettenpapier bis zu 60% weniger Energie und 70% weniger Wasser. Da der Toilettengang etwas ist, was ihr tendenziell mehrmals am Tag macht, spart ihr aufs Jahr einiges. Wenn Zahlen nicht so euer Ding sind, ein anderer Gedanke. Es ist eine ganz schöne Verschwendung einen Baum mehrere Jahre wachsen zu lassen, zu fällen, zu verkleinern, zu Klopapier zu verarbeiten, nur um uns damit einmal sauber zu machen. Besonders in einem Land wie unserem, in dem massenweise Papier zur Wiederverwertung gesammelt wird. Das macht auch Bambus zu einer schlechteren Alternative. Die recycelte Variante ist definitiv die bessere Wahl und sollte ihr kratziges Image endlich mal loskriegen.

Konsequenterweise könntet ihr noch einen Schritt weiterdenken. Denn so oder so geht das Papier nach einer Nutzung den Abfluss runter. Also möchte ich noch Alternativen nennen. Bei uns bisher selten, eher teuer und nur etwas für Haus-/Wohnungsbesitzer ist ein Hightech-Klo, wie man es beispielsweise in Japan nutzt. Mit Wasser und warmer Luft wird euer Popöchen auf Knopfdruck sauber. Altbekannt und aus der Mode gekommen ist das Bidet. Die flexiblere Variante ist eine Popodusche. Damit könnt ihr euch zwar nicht abtrocknen, aber sauber wird es. Und wie ein Babypo kann natürlich auch die Erwachsenenversion mit (Wasch-)Lappen sauber gemacht werden.

Zusammengefasst: Klopapier aus Frischfasern muss wirklich nicht sein. Der Umstieg auf Recycling-Toilettenpapier ist ein einfacher Weg für euch, euren Alltag nachhaltiger zu gestalten. Und noch dazu einer, der überhaupt keinen Mehraufwand macht.

DIY: Esstisch vergrößern und aufarbeiten

Was Möbel angeht, sind wir eine Mischung aus pragmatisch und designverliebt. Will sagen: Wir hätten gerne lauter schön designte Möbelstücke um uns herum, können aber auch mit weniger schönem Leben, wenn es dafür Gründe hat. Ein Stück aus letzterer Kategorie war lange unser Esstisch. Der ist noch aus der ersten Wohnung der Schwiegereltern, über 30 Jahre alt und eines der ersten Exemplare des Möbelschweden, die bei ihnen damals eingezogen sind. Und ja, die Tischplatte hatte ein paar hässliche Brandflecken und war nicht mehr ganz gerade, aber das Teil stand stabil. Dafür konnten wir unseren Sohn getrost mit dem Löffel draufhauen lassen, denn darauf kam es nicht mehr an. Das Problem war nur, dass er uns so langsam zu klein wurde. Zum Glück war es ziemlich einfach, den Esstisch zu vergrößern und damit für uns anzupassen.

Ist es das überhaupt wert?

Lohnt es sich eigentlich wirklich, einen so alten Tisch zu retten? Dafür ein kurzer Blick zur Frage: Was macht ein Möbelstück nachhaltig? Materialien aus nachhaltiger Herkunft sind ein guter Anfang. Mit einer Produktion mit wenig bis gar keinen Schadstoffen sollte es weiter gehen. Von guten Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette brauchen wir nicht zu reden. Und getoppt wird das Ganze mit einem kurzen Transportweg zu uns nach Hause. Je mehr Punkte ihr davon abhaken könnt, umso nachhaltiger das Möbelstück. Und so wichtig diese und weitere Kriterien bei einem Neukauf sein können, ist auch danach noch ein Faktor nicht zu unterschätzen: die Nutzungsdauer. Denn eine kurze Nutzungsdauer macht auch aus der umweltfreundlichsten Produktion eine Verschwendung. Solange sich der Materialeinsatz zum Aufmöbeln also in Grenzen hält, ist es nachhaltiger ein altes Stück wiederherzurichten, als ein Neues zu kaufen.

Die alte Tischplatte von unserem Esstisch - zu klein und nicht mehr schön

Darum passte es hinten und vorne nicht

Die schlichte Optik unseres Tisches gefiel uns gut und ließ ihn harmonisch in unsere restliche Einrichtung passen. Aber er war einfach an jeder Seite ein paar Zentimeter zu klein. Nicht viel, aber genug, dass es uns mit der Zeit immer mehr störte. Wir sahen drei Lösungen. Erstens: Einen neuen Tisch kaufen. Das wäre unsere letzte Option gewesen, entsprechend haben wir uns da erstmal nicht umgeschaut. Zweitens: Einen gebrauchten Tisch kaufen. Hierfür habe ich ein paar Monate lang ebay Kleinanzeigen beobachtet. Aber so richtig gefallen hat mir dort nichts, denn ich hatte eine zu klare Vorstellung, wie der Tisch aussehen sollte. Bei Second Hand müsst ihr manchmal sehr geduldig sein oder Glück haben. Also blieb uns noch die letzte Lösung: Den Esstisch vergrößern und dabei auch gleich ein wenig verschönern.

Zwei Schritte zum Glück

Den Tisch herzurichten war im Endeffekt eine schnelle und einfache Lösung. Zuerst haben wir die alte Tischplatte abgeschraubt, die Beine abgeschliffen und mit weißer Farbe lackiert. Dann suchten wir uns im Baumarkt eine schöne, zur Küche passende Eichenholz-Platte aus und ließen sie auf die Wunschlänge zuschneiden. Diese schraubten wir dann an die Tischbeine dran, schliffen sie fein ab und behandelten die Oberfläche. Unbehandelt war zwar die Farbe wunderschön, aber das Holz zu empfindlich. Grundsätzlich eignet sich für Esstische alles, was für Holzarbeitsplatten gemacht ist. Ich habe aber noch ein Glas selbstgemachte „Board Butter“ rumstehen, also ein Pflegemittel für Holzschneidebretter und -utensilien. Wie gut das die Brettchen erhält, kann ich nicht wirklich sagen, weil ich leider zu faul bin, sie regelmäßig zu pflegen. Darum ist das Glas auch immer noch nicht leer. Shame on me 😀 Aber auf dem Tisch hat es wunderbar funktioniert, es hat nur die Farbe etwas verändert.

Harmonisch gestellt sich der Esstisch in die Wohnung - das Aufarbeiten und Vergrößern hat sich gelohnt

Es hat sich gelohnt

Hat es sich nun gelohnt den uralten Esstisch zu vergrößern? Wir finden, ja! Und es war die nachhaltigste Lösung. Klar, das Holz für die neue Platte könnte definitiv aus einer nachhaltigeren Quelle sein, vielleicht sogar gebraucht. Aber das gab die Situation gerade nicht her. Dafür ist die alte Platte, trotz ihrem Zustand, kein verlorener Posten. Ein Teil davon hängt jetzt als stylische Controller-Halterung neben unserem Fernseher, der Rest findet bestimmt auch noch in einem neuen Projekt Platz. Der Aufwand war sowohl zeitlich (2-3 Nachmittage bei gleichzeitiger Kleinkind-Bespaßung) als auch finanziell (knapp 120€) überschaubar. Der Hauptkostenpunkt war die Platte. Da haben wir definitiv nicht die günstigste, aber dafür die farblich passendste Platte genommen. Unsere begrenzte Grundausstattung an Werkzeug reichte ebenfalls locker aus, lediglich eine neue Farbrolle musste her. Alles in allem ein Projekt, das als DIY gut machbar ist.

Dieser Beitrag ist der Start für eine kleine Serie von einfachen DIYs, mit denen wir unsere Möbel für eine lange Nutzung aufbereitet haben. Aber ich freue mich auch von euch zu hören. Welchem Möbelstück sollte bei euch dringend mal neues Leben eingehaucht werden? Wie habt ihr schon ein Lieblingsstück gerettet, angepasst oder erst zu einem gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Mit dem Essensplan gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Und auch wenn vieles auf dem Müll landet, ohne jemals unseren Einkaufskorb zu sehen, wandern bei uns Endverbrauchern rund 52% aller Lebensmittelabfälle in dem Müll. Man sollte meinen, dass ein Haushalt wie unserer, in dem Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, kaum Essensabfälle hat. Doch leider warfen auch wir lange mehr weg, als mir lieb war. Und das nicht, weil es uns nicht wichtig war und wir nicht darauf achteten. Sondern vielmehr, weil wir zu unorganisiert waren und die Lebensmittel nicht schnell genug aßen. Irgendwann zogen wir einen Schlussstrich und überlegten uns einen Plan, um das zu vermeiden. Das Ziel: Mit einem Essensplan für mehrere Tage und einem strukturierten Wocheneinkauf unsere Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren.

Schritt 1: Die Planung

So gehen wir vor: Als erstes entscheiden wir, welche Gerichte wir in den nächsten Tagen kochen möchten. Dabei berücksichtigen wir zuerst, welche Lebensmittel noch da sind, die in den nächsten Tagen gegessen werden müssen. Danach schauen wir, was gerade Saison hat und nicht zuletzt, ob der Terminkalender nach schnellen oder besonderen Mahlzeiten verlangt. Schön ist es, wenn wir an einem Tag bereits Zutaten für zwei Essen vorbereiten können. Das ist aber eher selten der Fall. Steht der Plan, gehen wir Gericht für Gericht durch und notieren uns, was wir dafür noch einkaufen müssen. So vergessen wir es auch seltener eine wichtige Zutat einzukaufen.

Schritt 2: Der Einkauf

Mit der fertigen Einkaufsliste steht nun der Wocheneinkauf an. Momentan heißt das, dass wir samstags erst auf den Wochen- und danach in den Supermarkt gehen. Zusätzlich gehe ich oft ein paar Tage später nochmal auf dem zweiten Wochenmarkt vorbei, damit wir möglichst frisches Gemüse haben. Auch wenn es uns generell gut passt, nur einmal die Woche groß einkaufen zu gehen, schaffen wir es nicht immer, einen Plan für eine ganze Woche aufzustellen. Entsprechend kaufen wir manchmal auch zwei Mal in einer Woche ein.

Regional und saisonales Obst und Gemüse

Schritt 3: Die Umsetzung

Nun folgt der angenehmste Teil: kochen und essen. Grundsätzlich legen wir nicht fest, welches Gericht wir an welchem Tag machen. Aber durch den Überblick über die nächsten Tage können wir einfacher entscheiden, was wir zuerst essen sollten, damit nichts verdirbt. Darüber hinaus entscheiden wir dann spontan, auf was wir Lust haben. Wie so ziemlich jeder andere Haushalt auch bestellen auch wir hin und wieder etwas – geplant oder spontan. Und manchmal werfen wir den Plan auch wieder über den Haufen, weil irgendwas nicht so ganz passt. Das ist völlig ok, denn durch die halboffene Planung sind wir nicht allzu eingeengt.

Und was hat es gebracht?

Ganz grundsätzlich haben wir schon lange unser Essen vorgeplant. Trotzdem ist uns immer wieder Essen vermeidbar schlecht geworden. Eine scheinbar kleine Veränderung hat uns dann einen großen Schritt nach vorne gebracht. Statt den Plan weiter auf einer Liste in einem unserer Handys festzuhalten, haben wir eine große Tafel aufgehängt. Alleine dadurch, dass wir unkompliziert und mit einem Blick den ganzen Essensplan sehen können, haben wir die leicht verderblichen Lebensmittel nun besser auf dem Schirm. Manchmal ist es eben nur Kopfsache. Ganz ohne Essensabfälle läuft es auch bei uns nicht. Aber der Anteil ist deutlich geringer als noch vor ein paar Jahren. Also ja, der Essensplan und der gezielte Wocheneinkauf haben unsere Lebensmittelverschwendung reduziert.

Teilt gerne mal eure Erfahrungen! Plant ihr auch lieber voraus und macht einen Großeinkauf oder entscheidet ihr immer spontan? Und was hat euch geholfen eure Lebensmittelabfälle zu reduzieren?

Darum lohnen sich Essensplan und Wocheneinkauf gegen Lebensmittelverschwendung:

  1. Weniger Emissionen: Auch Essen, das nicht gegessen wird, hat in der Erzeugung und dem Transport Emissionen verursacht. Muss es gar nicht erst produziert werden, fallen diese auch nicht an.
  2. Weniger Ressourcen gehen verloren: Besonders, wenn verdorbene Lebensmittel nicht kompostiert werden können, sondern auf der Müllhalde verbrannt werden, gehen wertvolle Nährstoffe verloren.
  3. Gut für den Geldbeutel: Jedes weggeschmissene Lebensmittel ist auch gleichzeitig weggeschmissenes Geld.

Weitere Infos zum Thema:

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben