Brot richtig lagern

Wir Deutschen sind ja schon ein wenig verrückt nach Brot. Und kaum etwas lässt mich im Ausland mehr merken, dass auch ich typisch deutsch sozialisiert wurde, als die Tatsache, dass ich mich sehr über gutes Brot freuen kann. Nicht, dass es dafür wie daheim schmecken muss 😉 Gleichzeitig finde ich es ätzend, wenn der Laib, der frisch gekauft so superlecker war, einen Tag später schon eher „meh“ ist. Darum bin ich froh eine Methode gefunden zu haben, um frisches Brot oder auch Brötchen zu lagern und länger genießbar zu halten.

Grundsätzliches zum Thema Brot aufbewahren

Ganz unabhängig davon, worin ihr euer Brot lagern wollt, gibt es eine Grundregel. Jede Schnittfläche macht das Brot nicht nur anfälliger für Schimmel, sondern vergrößert auch die Fläche, an der das Brot austrocknen kann. Daher kaufe ich inzwischen kein geschnittenes Brot mehr. Brötchen versuche ich nur dann aufzuschneiden, wenn ich sicher bin, dass ich sie ganz esse. Bei letzterem schneide ich sonst nur ein Stück ab, sodass die Schnittfläche möglichst klein ist. Ich war von zu Hause den Luxus einer Brotschneidemaschine gewöhnt. Den gab es damals in meiner 1,5 qm Studentenküche nicht. Seither ist ein gutes Brotmesser für mich ein perfekter und platzsparender Ersatz.

Die Lösung zum Kaufen

In der Zeit als wir, im Gegensatz zu heute, nicht fast jeden Tag Brot gegessen haben, hatten wir öfter ungenießbare Reste. Also musste die Lebenszeit irgendwie verlängert werden. Denn einfach so in der Papier- oder Plastiktüte vom Kauf wird das meiste Brot entweder steinhart oder schimmelig. Eine kleine Recherche brachte einen Tontopf zu Tage, der kurz darauf bei uns einzog. Der war nicht billig, aber wir waren mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Ton gleicht Feuchtigkeit aus, entzieht also Überschuss und gibt ihn bei Bedarf wieder ab. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Materialien, aus denen Brottöpfe gemacht sind. Da ich aber keines davon selbst getestet habe, kann ich zu deren Erfolgsquote nichts sagen.

Brot lagern geht einfach in einem Stoffbeutel

Die gute Jute

Einige Zeit später offenbarte uns eine Lösung, die nicht nur günstiger ist, sondern in unserem Falle auch ohne Neukauf ausgekommen wäre. Eigentlich ärgerte ich mich nur darüber, dass ich alle paar Tage eine Papiertüte rumliegen hatte, nur um Backwaren vom Bäcker bis nach Hause zu transportieren. Trotz Wiederverwertung als Mülltüte hatten wir irgendwann zahlreiche davon rumliegen. Also funktionierte ich einen unserer Stoff-Einkaufsbeutel zum „Transportmittel“ um. Und siehe da: darin halten sich Brötchen & Co richtig gut! Meist legen wir den Beutel trotzdem in den Tontopf, damit es aufgeräumt ist. Aber im Urlaub, wo wir den Topf natürlich nicht mitschleppen, zeigte sich, dass die Tasche alleine schon reicht.

Und wenn es noch länger halten soll?

Auch diese Methode hat ihre Grenzen und kann eure Backwaren nicht ewig lange frischhalten. Zum einen sind manche Brotsorten unabhängig von der Aufbewahrung schnell nicht mehr so spannend. Da hilft der Toaster, denn geröstet merkt ihr davon meist nichts mehr. Aber es gibt auch Situationen, in denen das Brot mehr als nur ein paar Tage aufbewahrt werden muss. Beispielsweise wenn wir länger nicht zu Hause sind, können und wollen wir nicht immer sämtliche Essensreste mitnehmen. Dann vergesst einfach meine Grundregel von oben, schneidet das Brot in Scheiben und friert es ein. So könnt ihr nach Bedarf einzelne Scheiben auftauen, ggf. im Toaster etwas auffrischen und der Rest wartet geduldig im kühlen Schlaf.

Brot richtig lagern ist sinnvoll

Der Stoffbeutel ist für uns eine sehr praktikable Lösung. Die leere Tasche nehmen wir mit zum Bäcker, halten sie dem Personal hin und lassen das Gebäck hineinlegen. Dann lagern wir das Brot darin, bis es leer ist. Weigert sich das Personal die Waren selbst in den Beutel zu legen, lassen wir sie uns in die Hand geben. Das kam bisher aber selten vor. Immer mal wieder kommt der Beutel in die Wäsche.

Als ich euch von unserem Essensplan erzählt habe, habe ich es schonmal erwähnt. Rund die Hälfte aller Lebensmittel, die in der Tonne landen, tun dies in Privathaushalten. Etwa 13% davon sind Backwaren. Es macht also Sinn dafür zu sorgen, dass euer Brot nicht zu schnell verdirbt. Eine Stofftasche dürftet ihr fast alle zu Hause rumliegen haben oder zumindest leicht besorgen können. Neben euren Mägen und Geldbeuteln dankt es euch auch die Umwelt. Habt ihr eine andere Taktik, um Brot frisch zu halten? Haben sich für euch Brotboxen aus anderen Materialien im Alltag bewährt?

Darum solltet ihr euer Brot richtig aufbewahren:

  1. Lecker: Ihr habt länger was von euren Backwaren und freut euch nicht nur am ersten Tag über deren Frische.
  2. Günstig: Ein Stoffbeutel ist günstig bis umsonst und im Laufe der Zeit spart ihr Geld, weil ihr weniger Brot entsorgen müsst.
  3. Grün: Weniger Lebensmittelabfälle bedeuten weniger Ressourcenverbrauch und damit wird die Umwelt geschont.

Weitere Infos zum Thema:

Getrocknete Hülsenfrüchte: Meine Küchenstars

Meine Liebe zu Hülsenfrüchten hält schon lange an. Der hier im Südwesten traditionelle Linseneintopf war schon immer ein Festessen für mich. Als Proteinquelle sind sie inzwischen aus meiner vegetarischen Ernährung erst recht nicht mehr wegzudenken. Kichererbsen für Hummus oder Curry, Bohnen für Chili sin Carne und verschiedene Linsen für diverse Gerichte findet ihr immer in unserem Vorratsschrank. Was ihr bei uns hingegen nicht finden werdet, sind die eben genannten in Dosen. Denn ich bin ein großer Fan davon getrocknete Hülsenfrüchte zu kaufen und selbst zu kochen. Warum? Das ist recht einfach erklärt!

Die Menge machts

Angefangen habe ich diese Angewohnheit, weil im Studium eine ganze Dose Bohnen oder Kichererbsen für mich allein einfach immer zu viel und mein Kühlschrank klein war. Alle Reste mussten immer schnellstmöglich verwertet werden. Koche ich allerdings meine Hülsenfrüchte selbst, kann ich immer so viel machen, wie ich wirklich brauche. Natürlich musste ich erst schätzen lernen, wie groß denn so eine Portion ist. Zum Wiegen bin ich zu faul. Aber mit etwas Übung kommt es inzwischen meist ganz gut hin.

Getrocknete Hülsenfrüchte, wie Bohnen, kann man einfach selber kochen

Eine Tüte statt mehrerer Dosen

Die Tatsache, dass ich durch diese Methode auch einiges an Müll spare, wurde mir erst später bewusst. Dazu mal grob überschlagen: In einer Packung Kichererbsen sind bei den meisten Herstellern 500 gr. Eingeweicht und gekocht wiegen sie etwas mehr als das doppelte, also runden wir mal großzügig auf ein Kilo ab. Die meisten Dosen, die ich gesehen habe, haben ein Abtropfgewicht von 240 gr. Macht also rund vier Dosen, die wir durch eine Tüte Kichererbsen einsparen. Hinzu kommt, dass wir fast nie Reste haben, die schlecht werden. Und zu guter Letzt punktet die Folie gegenüber der Dose mit einem geringeren Gewicht, was den Transport umweltfreundlicher macht. Wem selbst das noch zu viel Verpackung ist, der kann im Unverpackt-Laden den Müllaspekt gleich ganz umgehen. Und der Vollständigkeit halber: Die in Einwegglas verpackten Produkte mancher Marken sind auch nicht nachhaltiger als das Tütchen.

Unentschieden bei der Lagerung

Solange die Hülsenfrüchte trocken sind, sind sie sehr lange haltbar. Wie lange genau, kann ich nicht sagen. Zwar lagern wir sie ordentlich, also trocken und luftdicht verpackt, aber nie länger als ein paar Monate. Wir essen sie dafür zu oft und gerne. Aber grundsätzlich gibt es da kaum Unterschiede zu Dosen, die ja auch eine gefühlte Ewigkeit gelagert werden können. Wenn ich doch einmal eine Portion auf Vorrat vorkochen möchte, fülle ich die fertigen Hülsenfrüchte mit der übrigen Kochflüssigkeit in ein Schraubglas um und friere sie ein. Die zusätzliche Energie fürs Einfrieren und Wiederaufwärmen schlägt etwas auf die Klimabilanz. Aber beispielsweise bei der Vorbereitung des Wochenbetts war ich froh, diese Flexibilität zu haben.

Getrocknete Hülsenfrüchte im Vorrat

Einen Haken gibt es trotzdem

So schön das alles ist, es gibt auch einen Wermutstropfen. Fällt euch erst dann ein, dass ihr Hülsenfrüchte braucht, wenn ihr gerade anfangt zu kochen, habt ihr bei vielen Exemplaren verloren. Während besonders rote, aber auch andere Linsensorten auch ohne Einweichen genutzt werden können, brauchen andere einfach ihre Einweich- und Kochzeit. Da ist es gut, dass wir mit unserem Essensplan recht flexibel sind, denn das ist mir echt schon oft passiert. In der Regel weiche ich Bohnen oder Kichererbsen über Nacht ein und koche sie im Laufe des nächsten Tages. Diese Zeitspanne lässt sich mit einem Dampfdruckkochtopf, den wir nicht haben, geringfügig verringern.

Die Vorteile überwiegen

Sei es nun der Aspekt der Mülleinsparung oder die Flexibilität, was die Menge angeht: für mich gibt es kein zurück. Unsere Vorräte sind immer gefüllt mit getrockneten Hülsenfrüchten und ich vermisse die gekochte Alternative eigentlich nie. Für euch ist es eine einfache Möglichkeit Müll und Geld zu sparen und das bei gleichem Geschmack. Seid ihr auch Fans von Hülsenfrüchten? Welche Sorte darf in eurem Schrank nie fehlen?

Dabei punkten getrocknete Hülsenfrüchte gegenüber denen aus der Dose

  1. Weniger Verschwendung: Ihr könnt genau dosieren, wie viel ihr gerade braucht.
  2. Weniger Verpackung: Eine Tüte verursacht nicht nur weniger Müll an sich, sondern ersetzt auch noch mehrere Dosen.
  3. Weniger Geld: Auf die Portion hochgerechnet sind getrocknete Hülsenfrüchte günstiger.

Mit dem Essensplan gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Und auch wenn vieles auf dem Müll landet, ohne jemals unseren Einkaufskorb zu sehen, wandern bei uns Endverbrauchern rund 52% aller Lebensmittelabfälle in dem Müll. Man sollte meinen, dass ein Haushalt wie unserer, in dem Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, kaum Essensabfälle hat. Doch leider warfen auch wir lange mehr weg, als mir lieb war. Und das nicht, weil es uns nicht wichtig war und wir nicht darauf achteten. Sondern vielmehr, weil wir zu unorganisiert waren und die Lebensmittel nicht schnell genug aßen. Irgendwann zogen wir einen Schlussstrich und überlegten uns einen Plan, um das zu vermeiden. Das Ziel: Mit einem Essensplan für mehrere Tage und einem strukturierten Wocheneinkauf unsere Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren.

Schritt 1: Die Planung

So gehen wir vor: Als erstes entscheiden wir, welche Gerichte wir in den nächsten Tagen kochen möchten. Dabei berücksichtigen wir zuerst, welche Lebensmittel noch da sind, die in den nächsten Tagen gegessen werden müssen. Danach schauen wir, was gerade Saison hat und nicht zuletzt, ob der Terminkalender nach schnellen oder besonderen Mahlzeiten verlangt. Schön ist es, wenn wir an einem Tag bereits Zutaten für zwei Essen vorbereiten können. Das ist aber eher selten der Fall. Steht der Plan, gehen wir Gericht für Gericht durch und notieren uns, was wir dafür noch einkaufen müssen. So vergessen wir es auch seltener eine wichtige Zutat einzukaufen.

Schritt 2: Der Einkauf

Mit der fertigen Einkaufsliste steht nun der Wocheneinkauf an. Momentan heißt das, dass wir samstags erst auf den Wochen- und danach in den Supermarkt gehen. Zusätzlich gehe ich oft ein paar Tage später nochmal auf dem zweiten Wochenmarkt vorbei, damit wir möglichst frisches Gemüse haben. Auch wenn es uns generell gut passt, nur einmal die Woche groß einkaufen zu gehen, schaffen wir es nicht immer, einen Plan für eine ganze Woche aufzustellen. Entsprechend kaufen wir manchmal auch zwei Mal in einer Woche ein.

Regional und saisonales Obst und Gemüse

Schritt 3: Die Umsetzung

Nun folgt der angenehmste Teil: kochen und essen. Grundsätzlich legen wir nicht fest, welches Gericht wir an welchem Tag machen. Aber durch den Überblick über die nächsten Tage können wir einfacher entscheiden, was wir zuerst essen sollten, damit nichts verdirbt. Darüber hinaus entscheiden wir dann spontan, auf was wir Lust haben. Wie so ziemlich jeder andere Haushalt auch bestellen auch wir hin und wieder etwas – geplant oder spontan. Und manchmal werfen wir den Plan auch wieder über den Haufen, weil irgendwas nicht so ganz passt. Das ist völlig ok, denn durch die halboffene Planung sind wir nicht allzu eingeengt.

Und was hat es gebracht?

Ganz grundsätzlich haben wir schon lange unser Essen vorgeplant. Trotzdem ist uns immer wieder Essen vermeidbar schlecht geworden. Eine scheinbar kleine Veränderung hat uns dann einen großen Schritt nach vorne gebracht. Statt den Plan weiter auf einer Liste in einem unserer Handys festzuhalten, haben wir eine große Tafel aufgehängt. Alleine dadurch, dass wir unkompliziert und mit einem Blick den ganzen Essensplan sehen können, haben wir die leicht verderblichen Lebensmittel nun besser auf dem Schirm. Manchmal ist es eben nur Kopfsache. Ganz ohne Essensabfälle läuft es auch bei uns nicht. Aber der Anteil ist deutlich geringer als noch vor ein paar Jahren. Also ja, der Essensplan und der gezielte Wocheneinkauf haben unsere Lebensmittelverschwendung reduziert.

Teilt gerne mal eure Erfahrungen! Plant ihr auch lieber voraus und macht einen Großeinkauf oder entscheidet ihr immer spontan? Und was hat euch geholfen eure Lebensmittelabfälle zu reduzieren?

Darum lohnen sich Essensplan und Wocheneinkauf gegen Lebensmittelverschwendung:

  1. Weniger Emissionen: Auch Essen, das nicht gegessen wird, hat in der Erzeugung und dem Transport Emissionen verursacht. Muss es gar nicht erst produziert werden, fallen diese auch nicht an.
  2. Weniger Ressourcen gehen verloren: Besonders, wenn verdorbene Lebensmittel nicht kompostiert werden können, sondern auf der Müllhalde verbrannt werden, gehen wertvolle Nährstoffe verloren.
  3. Gut für den Geldbeutel: Jedes weggeschmissene Lebensmittel ist auch gleichzeitig weggeschmissenes Geld.

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Brotaufstrich selber machen ohne Rezept

Wir sind eine klassische Brotzeit-Familie. Besonders seit wir – Elternzeit und Pandemie sei Dank – alle fast jeden Tag zu Hause sind, essen wir viel Brot. In der Regel vespern wir, wie man es hier im Badischen nennt, jeden Mittag. Abends wird dann warm gekocht. Neben klassischen Brotbelägen wie (veganer) Käse, steht bei uns in der Regel fast immer ein Brotaufstrich auf dem Tisch. Und der kommt oft aus der eigenen Küche. Dafür aber Rezepte rauszusuchen, Zutaten einzukaufen und abzumessen ist mir zu zeitaufwändig. Daher zeige ich euch hier meine schnelle und einfache Methode, wie ihr mit wenig Aufwand leckeren Brotaufstrich selber machen könnt – und das ganz nach eurem Geschmack.

Warum überhaupt Brotaufstrich selber machen?

Als ich Vegetarierin wurde, wusste ich oft nicht, was ich aufs Brot machen soll. Obwohl ich gerne Käse esse, finde ich eine Scheibe Käse auf der Stulle meist nicht so dolle. Fragt mich nicht warum, ich weiß auch nicht so recht. Wurstalternativen gab es damals schon ein paar, aber das ist für mich auch nichts für jeden Tag. Also ewig Butter oder Frischkäse und vielleicht ein paar Kräuter? Klingt auch nicht so berauschend. Dann entdeckte ich beim Einkaufen vegetarische Brotaufstriche und trotz kleiner Auswahl (und gefühlt nur Variationen mit Tomaten als Basis), war mein Vesper gerettet.

Inzwischen ist die Vielfalt besonders in Bio-Läden fast schon überwältigend. Und in so manches Glas könnte ich mich glatt reinlegen, so gut schmecken die. Ende der Geschichte, danke für’s Lesen – könnte man meinen. Aber nicht ganz. Denn auch wenn ich wirklich viele der Einweggläser weiternutze, in die unser Essen verpackt ist, wusste ich irgendwann nicht mehr wohin mit den Schraubgläsern. Also versuche ich nun möglichst müllarm meinen Brotaufstrich selber zu machen. Gleichzeitig habe ich so auch besser im Blick, wie viel Fett und Salz drin ist. Denn die fertigen Produkte sind nicht immer ausgewogen zusammengestellt.

Schritt 1: Die Zutaten wählen

Bevor ihr den Kochlöffel schwingt, müsst ihr euch überlegen, aus was ihr euren Brotaufstrich selber machen wollt. Ich schaue meist, was ich gerade habe und entsprechend ist kaum eine Portion wie die andere. Die fertigen Gläschen sind eine gute Inspiration für passende Kombis. Wenn euch darüber hinaus etwas gut schmeckt, beispielsweise in einem Eintopf oder Auflauf, dann ist die Chance hoch, dass es als Aufstrich funktioniert.

Verschiedene Zutaten als Basis für selbstgemachten Brotaufstrich

Die bunte Basis

Die Grundlage eures Aufstrichs könnt ihr je nach Lust und Laune aus zwei Komponenten zusammenstellen. Die erste Komponente ist eine Proteinquelle. Das können beispielsweise Bohnen, Kichererbsen, Linsen oder auch Sonnenblumenkerne oder Walnüsse sein. Die zweite Komponente ist Gemüse. Da nehme ich, was gerade Saison hat und mir schmeckt. Im Winter eher Karotten, im Sommer auch mal eine Aubergine, mal nur eine Sorte, mal mehrere. Nun könnt ihr frei entscheiden, wie viel ihr von was nehmt. An einem Tag habe ich nur Lust auf Kichererbsen und mache klassischen Humus, dann gibt es mal nur Gemüse oder ich mische beides. Je mehr Bohnen und Co. ihr nehmt, umso sämiger wird der Aufstrich. Je mehr Gemüse, umso leichter und fruchtiger wird es.

Meine Aufstriche sind in der Regel vegan. Das liegt daran, dass wir unseren Konsum an Milchprodukten reduzieren wollen und daher geeignete Zutaten wie Quark oder Frischkäse selten in Haus haben. Mit rohem Gemüse oder nach dem Kochen hinzugefügt können solche Zutaten eine Alternative zu Hülsenfrüchten oder Nüssen/Kernen sein. Vegane Varianten habe ich dafür noch nicht getestet, diese dürften aber genauso funktionieren.

Öl und Fett

Da unser Körper grundsätzlich Fette und Öle braucht, ist ein Brotaufstrich eine gute Gelegenheit, gesunde Öle einzubauen. Als Bonus wird alles dadurch noch cremiger. Ich nutze beim Kochen meist Rapsöl und gebe davon auch einen Schuss in meine Aufstriche. Manchmal, wie bei Humus, greife ich aber auch auf Tahini (Sesammus) oder Olivenöl zurück. Eher „spezielle“ und geschmacksintensivere Öle, wie Walnussöl, haben wir nie im Haus, sind aber je nach Basis bestimmt gut zum Verfeinern geeignet.

Die Zutaten mit möglichst wenig Wasser kochen

Das würzige Finish

Zuletzt geht es an das Feintuning: die Gewürze. Würzt ihr jetzt schon ein bisschen, verteilen sich die Gewürze gut in der Masse. Da unser Sohnemann auch von den Aufstrichen isst, koche ich erstmal ohne Salz. Er ist noch recht klein und ich möchte nicht bei jeder Kleinigkeit darauf achten müssen, dass es möglichst salzarm ist. Daher koche ich, wenn es gut passt, ohne Salz und würze später für uns Erwachsenen nach. Ist das für euch nicht relevant, darf gerne gleich gesalzen werden.

Darüber hinaus könnt ihr jetzt noch einmal kreativ werden. Greift in die Gewürzschublade und tobt euch aus. Lieber Mediterrane Kräuter oder eine orientalische Gewürzmischung? Oder doch Schnittlauch aus dem Garten? Curry, Knoblauch oder Zitrone? Mischt rein, was euch gefällt! Seid ihr euch unsicher, was passt, könnt ihr auch erst im nächsten Schritt würzen.

Schritt 2: Kochen, zermatschen und genießen

Alle Zutaten schneide ich, wenn nötig, klein und koche sie mit möglichst wenig Wasser weich. Gießt lieber schlückchenweise Flüssigkeit nach, damit nichts anbrennt. Einen zu festen Aufstrich könnt ihr immer mit Wasser strecken. Ist er dagegen zu flüssig, macht er euch auf dem Brot wenig Freude. Da spreche ich aus Erfahrung. Habt ihr Grill- oder Ofengemüse übrig, ist das auch eine feine Sache und spart euch das Kochen. Anschließend zermatscht ihr alles grob mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer oder püriert es mit einem (Stab-)Mixer oder einer Küchenmaschine. Je nachdem, was ihr habt und wie fein es sein soll. Noch einmal abschmecken und schon seid ihr fast fertig.

Schritt 3: Aufbewahren

Wenn ihr es aushaltet, könnt ihr jetzt warten, bis euer Aufstrich abgekühlt ist. Oder ihr schmiert euch gleich mal eine Stulle. Der ganze Aufwand lohnt sich natürlich nur dann, wenn ihr mehr als eine Portion kocht. Was übrig ist, könnt ihr in Schraubgläser oder kleine (Glas-)Dosen füllen. Solange die Gefäße sauber gespült sind, hält sich das Ganze ein paar Tage im Kühlschrank. Ich schaue immer, dass es am Ende zwei oder drei Gläser voll werden. Eines kommt in den Kühlschrank, die anderen friere ich ein. Da ich quasi keine Erfahrung damit habe, Essen einzukochen und damit haltbar zu machen, kann ich leider nichts dazu sagen, ob das mit meiner Methode auch geht. Die wenigen Gläschen, die ich mache, passen bei uns eigentlich immer in den Gefrierer.

Mit einem Stabmixer kannst du Brotaufstrich einfach selber machen

Zur Inspiration ein paar Bestseller auf unserem Teller

Zum Schluss noch ein paar Anregungen für euch. Wie schon erwähnt ist Humus einer der Klassiker unter den Brotaufstrichen. Im Winter gibt es bei uns oft Ofengemüse, beispielsweise mit Karotten, Pastinaken und Rote Beere. Bleibt davon etwas übrig, wird es fürs Brot püriert. Ihr könnt natürlich auch ganz absichtlich mehr backen. Eine Kombination von Erbsen und weißen Bohnen gewürzt mit Curry wurde vom Sohnemann schon direkt aus dem Glas gelöffelt. Langweile sollte also so schnell nicht aufkommen.

Schnell und einfach

Ich brauche in der Regel so 15-20 Minuten fürs Schnippeln, Pürieren und Abfüllen (inkl. Kochzeit) von zwei bis drei Gläschen. Wenn ich wollte, könnte ich mit ein wenig zusätzlicher Zeit auch mehr Portionen kochen. Das scheitert meist nur daran, dass ich es nicht in unserem Wocheneinkauf eingeplant und daher nicht genug Gemüse eingekauft habe. Wollt ihr mehr Abwechslung haben, dann macht mehr von der Basis und würzt jedes Gläschen ein wenig anders. So habt ihr kaum Mehraufwand und esst trotzdem nicht wochenlang das Gleiche. Habt ihr euch schon einmal daran versucht, Brotaufstrich selber zu machen? Welche Kombinationen könnt ihr empfehlen? Schreibt mir gerne in die Kommentare.

Brotaufstrich selber machen? Darum macht es Sinn:

  1. Weniger Müll: Die Dosen und Einweggläser der Aufstriche aus dem Supermarkt sind auf Dauer nur bedingt nachhaltig. Beim Selbermachen reduziert sich der Abfall.
  2. Essensreste verwerten: Die Reste des Wocheneinkaufs, die dann doch nicht gebraucht wurden oder das zu große Häppchen Gemüse, das noch da liegt, nachdem alle satt sind: ab aufs Brot!
  3. Geschmacksvielfalt genießen: Keiner kennt euren Geschmack besser als ihr selbst. Macht was euch schmeckt!

Quick Tip: Wasserkocher richtig füllen

Mein letzter Quick Tip zum Thema Kochen war so schnell umzusetzen, wie ihr einen Deckel aus eurer Schublade zaubern könnt. Heute möchte ich die Reihe mit einem ebenso einfachen Tipp weiterführen. Denn auch beim simplen Wasser kochen lässt sich Energie sparen. Wie so oft ist die Einsparung bei einem Mal nicht riesig. Übers Jahr gerechnet spart es aber einiges ein, den Wasserkocher richtig zu füllen.

Grundsätzlich sei gesagt, dass es auf die Situation ankommt, ob ein Topf oder ein Wasserkocher die bessere Wahl ist. Das hängt von Faktoren wie der Herdart und der Wassermenge ab. Wollt ihr euch nur eine Tasse Tee machen, lohnt sich auf jeden Fall der Wasserkocher. Und hier kommt nun gleich mein Tipp: Füllt ihn auch nur mit so viel Wasser, wie ihr braucht. Bei den meisten Kochern gibt es zwar eine Mindestmenge, die man erhitzen soll. Aber ihr werdet euch sicher gut vorstellen können, dass ihr viel Energie verbraucht, wenn ihr den Kocher bis oben hin füllt und dann nur einen kleinen Teil einschenkt.

Dass das gängig ist, fiel mir im Büro auf. Da lief ich nicht selten in die Küche und zwei Liter Wasser kochten für ein Tässchen Tee vom Kollegen. Oft kam es sogar vor, dass eine volle, heiße Kanne rumstand und keiner wartete darauf. Irgendwann bekam ich dann mit, dass manche den Wasserkocher auf Verdacht füllen und anmachen. Sehr nett! Aber da das Wasser dann im Zweifel eine Stunde später, wenn es gebraucht wird, wieder erhitzt wird, geht Energie verloren.

Das nächste Mal, wenn ihr euren Wasserkocher füllt, könnt ihr einfach die Tasse (oder das, was ihr mit Wasser füllen wollt) als „Messbecher“ nehmen. Dann erhitzt ihr garantiert nicht mehr Wasser, als ihr braucht. Und schon habt ihr wieder einen kleinen Schritt getan, ein bisschen Energie gespart und etwas für das Klima getan. Was sind eure kleinen Gewohnheiten, durch die ihr quasi nebenbei ein bisschen nachhaltiger unterwegs seid?

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