Nachhaltige Hochzeit Teil 1: Die ersten großen Entscheidungen

Ich muss zugeben: auch wenn ich nicht so ein rosa-glitzer-Mädchen bin, finde ich Hochzeiten immer schön. Als dann unsere eigene in Planung war, wurde mir klar, dass Hochzeitsgast zu sein, gechillter ist. Neben den unzähligen Entscheidungen, die ohnehin getroffen werden müssen, schien es mir schwer, das Ganze möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Tatsächlich ist eine nachhaltige Hochzeit nicht unmöglich. Oder zumindest eine nachhaltigere. Denn wie beim Reisen ist die nachhaltigste Feier die, die nicht stattfindet. Aber soweit wollen wir mal nicht gehen. Denn ihr habt einige Stellschrauben, um euer Fest grüner zu machen.

Im ersten Teil gehe ich erst einmal auf die großen Eckpunkte ein, die ihr teilweise schon Monate vor dem eigentlichen Tag festlegen müsst. Sie bilden in meinen Augen den Rahmen der ganzen Feier. Und um mal ganz bildlich zu sprechen: für eure nachhaltige Hochzeit sollte der Rahmen auf einem nachhaltigen Fundament stehen 😉 Also beantworten wir mal ein paar wichtige Fragen:

Wie viele Gäste dürfen es sein?

Viele Entscheidungen, die ihr während euren Hochzeitsvorbereitungen treffen müsst, hängen von der Anzahl der Gäste ab. Entsprechend wichtig ist der Punkt auch, wenn ihr eure Hochzeit nachhaltig gestalten wollt. Denn jeder zusätzliche Gast reist an, macht Müll und so weiter. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ, aber wie oft habe ich schon gehört, dass Person XY nur eingeladen wurde, weil *hier gerne einen total unsinnigen Grund einfügen*. So bläht ihr eure Gästeliste unnötig auf mit allen Konsequenzen. Mal davon abgesehen, gebt ihr Geld dafür aus, jemanden dabei zu haben, den ihr andernfalls nicht vermissen würdet. Also ist das fast schon ein Tipp für alle Hochzeitsplanenden, unabhängig davon, ob Nachhaltigkeit ein Kriterium ist.

Mit der Wahl der Location fängt die Planung einer nachhaltigen Hochzeit an
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Wo soll die Party steigen?

Als nächstes sucht ihr vermutlich eine Location. Je nach Größe der Festgesellschaft ist die Bandbreite vom kleinen Restaurant bis zum großen Ballsaal groß. Entsprechend kann ich euch nur schwer sagen, was „die“ nachhaltige Option für euch ist. Aber ihr habt verschiedene Ansatzpunkte. Je weiter die Location von potentiellen anderen Orten eurer Hochzeit (Standesamt/Kirche etc.), eurem Wohnort und dem eurer Gäste ist, umso mehr CO2 verursacht die Anfahrt. Bietet eine Örtlichkeit den vollen Service vom Essen bis zur Deko, kann es schwierig werden, etwas zu finden, wo bei allem auf Nachhaltigkeit geschaut wird. Je weniger im Paket dabei ist, umso mehr müsst ihr zwar selbst besorgen, aber umso mehr könnt ihr so gestalten, wie ihr möchtet. Je weniger Infrastruktur vor Ort vorhanden ist, umso mehr müsst ihr herbeischaffen, was am Ende wieder viel Fahrtweg und damit Umweltbelastung bedeuten kann.

Wir hatten uns da irgendwo in der Mitte des Spektrums eingefunden. Die Location lag zwischen unseren Heimatorten und unserem damaligen Wohnort und hatte kein eigenes Catering. Dafür waren fast die komplette Infrastruktur und Einrichtung, wie eine kleine Küche, Stehtische oder Tischdecken, gegeben. Wir mussten als Nutzungsbedingung lediglich auf die Getränke vor Ort zurückgreifen. Diese waren aber größtenteils aus der Region, daher passte das für uns. Den Rest konnten wir nach unseren Wünschen von externen Unternehmen dazu planen.

Wie sag ich es meinen Gästen?

Die Rahmendaten stehen – jetzt sollen natürlich alle Bescheid wissen. Also erst einmal ein „Save the Date“ drucken und danach die richtige Einladung mit passendem Antwortkärtchen losschicken. Ah, und die Anfahrtsskizze? Vergessen! Schnell ein Briefchen hinterherjagen. Ihr merkt schon, dass so eine Hochzeit ziemlich viel Papier verbrauchen kann. Nachdem der Tag feststand haben wir allen, die unbedingt dabei sein sollen, gleich per Anruf oder Nachricht Bescheid gegeben. Die Einladungen gingen dann schnellstmöglich raus. So hatten wir kaum Eingeladene, die schon verplant waren. Am umweltfreundlichsten wäre es gewesen, die Einladungen auch digital zu versenden. Da wir aber dann doch eine physische Karte wollten, haben wir diese bei einer nachhaltigen Druckerei produzieren lassen und in einfachen Umschlägen verschickt, die wir noch zu Hause hatten. Letztere haben wir zur Einladung passend mit Wasserfarben verschönert. Um trotzdem ressourcenschonend zu bleiben, haben wir auf zusätzliche Deko, wie Bändchen, Ummantelung o.ä. verzichtet.

Die Einladung eignet sich gut dafür euren Gästen mitzuteilen, was euch wichtig ist. Beispielsweise, dass sie Fahrgemeinschaften organisieren oder keine Spiele planen sollen, die Müll produzieren. Inhaltlich wurden bei uns gleich alle relevanten Informationen auf die Karte gedruckt und wir baten um eine Rückmeldung per Mail oder Telefon. Die Menge an Infos war gerade noch überschaubar genug, dass die Karte nicht überfüllt war. Eine andere schöne Lösung haben Freunde von uns gefunden. Da die Anreise etwas komplizierter war (und im Endeffekt COVID noch ein paar Infos erfordert hat) haben sie alle weiteren Informationen digital als kleine, selbst gedrehte Videos verschickt. Das geht gut über E-Mails oder Messenger-Dienste. Wer dafür affin ist, kann auch eine Homepage gestalten.

Für eine nachhaltige Hochzeit darf regionales und saisonales Essen nicht fehlen
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Wie lange soll das Essen auf Reisen sein?

Dass das Essen Bio-Qualität hat, war für uns ein wichtiger Punkt. Mit etwas Recherche haben wir gleich zwei potentielle Caterer in unserer Nähe gefunden, die das anbieten. Dort haben wir unsere groben Wünsche geäußert und uns die Gerichte vorschlagen lassen, die in der Saison, in der wir geheiratet haben, Sinn machten. Dabei konnten wir sogar noch ein bisschen feintunen. Beispielsweise wurde aus dem Schoko-Orangen-Mousse eines ohne Orange, wodurch wir ein importiertes Produkt weniger hatten. Da ich kein Fan von Zitrusdesserts, aber ein großer Fan von Schokolade bin, war das gleich ein doppelter Gewinn. Trotz dieser scheinbaren Einschränkung hatten wir am Ende ein buntes und außergewöhnliches Menü fern von Braten und regionalem Standardessen. Ein guter Caterer lässt sich von so etwas nämlich nicht einschränken.

Hat noch jemand Hunger?

Für eine nachhaltige Hochzeit könnt ihr beim Essen gleich auf einen zweiten Punkt achten: wie lassen sich Essensreste vermeiden? Grundsätzlich sagt euch euer Caterer, wie viele Portionen ihr einplanen solltet. Trotzdem müsst ihr ein wenig mitdenken. Wie viele Vegetarier/Veganer gibt es? Wie viele werden das fleischlose Gericht probieren wollen? Wann gibt es welches Essen? Wir haben uns beispielsweise für ein Buffet entschieden, damit sich keiner auf ein Gericht festlegen muss. So konnten auch die „Fleischesser“ vom vegetarischen Essen probieren. Entsprechend planten wir anteilig etwas weniger Fleisch ein und das ging gut auf.

Außerdem bestellten wir weniger Nachtische als vorgeschlagen. Es gab grundsätzlich genug Torte für alle und dazu noch einige wenige Kuchen. Da das zeitlich gut passte, legten wir den Sektempfang mit einigen herzhaften Häppchen und Kaffee und Kuchen einfach zusammen. Alles übrig Gebliebene wurde dann später zum Nachtisch noch einmal angeboten. Alles in allem blieb hatten wir trotzdem Reste, was wohl laut unserem realistisch kalkulierenden Caterer kaum zu vermeiden ist. Aber nachdem wir hier und da etwas an Gäste und das Service-Team verteilt hatten und eine Portion für uns eingepackt war, war fast alles weg.

Auch das Brautkleid und der Outfit für den Bräutigam ergänzt eine nachhaltige Hochzeit
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Gibt’s chic auch in fair? 

Wie für die meisten gehörte auch für uns ein festliches Outfit an „unserem“ Tag dazu. Aber extra eines dafür kaufen, das dann den Rest unseres Lebens im Schrank hängt, widersprach uns doch sehr. Mal ehrlich – wer kennt nicht eine Braut, die bei der Hochzeit gesagt hat, dass das Kleid hinterher verkauft wird. Und ein paar Jahre später ist es immer noch da… Bei meinem Mann war das Problem schnell gelöst. Er wollte am liebsten einen dunkelblauen Anzug anhaben und sein einziger Anzug im Schrank sieht exakt so aus. Da sag mal einer er wüsste nicht, was ihm gefällt! Also musste nur noch ein weißes Hemd her und als besonderer Kniff eine schöne Fliege und Hosenträger. Dazu ein paar schicke Schuhe. Und alles kann und wurde schon zu anderen Anlässen angezogen. Fertig ist der Mann! 

Auch Bräute haben ein paar Möglichkeiten zu einem nachhaltigen Brautkleid zu kommen. Wie bei der Alltagsmode gibt es inzwischen auch Produzenten fairer und ressourcenschonender Brautmode. Wenn es nicht das klassische Brautkleid sein muss, bietet sich ein fair produziertes Outfit an, dass so oder mit kleineren Änderungen für andere Anlässe taugt. Die dritte Möglichkeit, die mich am meisten angesprochen hat, ist es, ein Kleid zu leihen. Das bieten nicht viele Brautgeschäfte an und auch nicht in allen Größen. Meine Durchschnittsfigur eignete sich dafür aber ganz gut und um mich herum gab es gleich drei Geschäfte, die das anbieten. Befragt da einfach mal das Internet. Ganz nebenbei war das auch noch eine kostengünstige Lösung. 

Puh, und damit habt ihr bereits einen großen und wichtigen Teil der Hochzeitsvorbereitungen geschafft. Ich fand es tatsächlich schon sehr beruhigend, als wir hier alle Entscheidungen getroffen hatten. Es sind zwar nur eine Handvoll Punkte, aber damit nimmt irgendwie alles Gestalt an. Die kleinen Details und wie ihr diese umweltverträglich gestalten könnt, folgen dann in Teil 2. Aber bis dahin freue ich mich von euch zu hören, ob ihr zu den Punkten oben noch etwas ergänzen wollt oder wie ihr eure (nachhaltige) Hochzeit gefeiert habt.

Darum lohnt es für eine nachhaltige Hochzeit bei den großen Entscheidungen aufzupassen
  1. Ressourcen schonen: Vom Papier für die Einladungen bis zum Stromverbrauch der Party machen ein paar vorausschauende Entscheidungen einen großen Unterschied.
  2. Lebensmittelverschwendung vermeiden: Je besser ihr das Essen auf den Tagesplan und die Zusammensetzung eurer Gäste abstimmt, umso weniger Reste werdet ihr haben.
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Quick Tip: Auf Frischhaltefolie verzichten und Plastik sparen

Heute geht es wieder weiter in der Kategorie „Quick Tip„. Wie immer könnt ihr die Tipps einfach und schnell umsetzen und vermeidet dieses Mal dadurch nicht nur Plastik, sondern spart auch Geld. Was kann ich da noch als Argument vorbringen? Ach ja! Ihr habt wahrscheinlich schon alles, was ihr braucht, zu Hause. Na, wenn das nicht mal ein Allrounder unter den Tipps ist.

Aber zum Thema. Frischhaltefolie wird aus Erdöl gewonnen und landet nach einer Verwendung in der Regel im Müll. Sie scheint zwar eine praktische Erfindung zu sein, aber am Ende zeigt sich für mich (und viele andere), dass es super ohne geht. Die Alternative zu Frischhaltefolie? Die Schüssel mit den Resten vom Essen könnt ihr fix mit einem Teller abdecken. Das bringt den Bonus, dass ihr oben drauf noch etwas anderes stapeln könnt. Das Stück Zwiebel (oder ein anderes Stück Obst oder Gemüse) wandert in einem Schraubglas in den Kühlschrank. Und mal ehrlich: manche Sachen lagern wir einfach so. Nicht alles wird gleich staubtrocken und ungenießbar, wenn es nicht luftdicht verpackt rumliegt.

Der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Verpackungen, die ihr erst kaufen müsst. Für die altbekannten (aber vielleicht nicht zwingend gesunden) Plastikdosen findet ihr zahlreiche Alternativen. Wenn auch nicht komplett plastikfrei, bin ich ein großer Fan von Glasschüsseln mit auslaufsicherem Plastikdeckel. Zur Arbeit habe ich damit immer mein Mittagessen transportiert und vor Ort direkt darin in der Mikrowelle erwärmt. Zu Hause nutze ich sie auch, um Reste einzufrieren oder – ohne Deckel – darin zu backen. Mit einer Handvoll Dosen in verschiedenen Größen kommt ihr ziemlich weit. Leichter, etwas stoßfester, aber je nach Modell nicht auslaufsicher, sind Edelstahlbüchsen. Bei uns unterwegs im Gebrauch für die Snacks des Sohnemanns. Und zu Guter Letzt lassen sich ein Stück Käse oder das belegte Brot für den Ausflug auch in ein Wachstuch einwickeln. Ob mit Bienenwachs oder als vegane Version, selbstgemacht oder gekauft – eure Einsatzmöglichkeiten sind auch hier vielfältig.

Die Liste ließe sich noch etwas verlängern, aber ich denke, ihr versteht auch so, worum es mir geht. Ein Stück Frischhaltefolie von der Rolle zu reißen scheint die einfachste Lösung zu sein. Eine nachhaltige Alternative habt ihr aber ebenso schnell zur Hand und muss oft auch gar nichts kosten. Damit spart ihr vielleicht keine Unsummen oder Berge an Abfall. Aber der Blog heißt ja auch nicht umsonst „Kleine Schritte“ 🙂

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Ein Jahr Wickeln mit Stoffwindeln – ein Erfahrungsbericht

Zum ersten Geburtstag unseres kleinen Mannes habe ich euch im letzten Beitrag unsere Erstausstattung für die Babypflege gezeigt. Ein paar Wochen und einen Umzug später kommt nun endlich auch das zweite Baby-Fazit. Dieses Mal geht es um unsere Erfahrungen nach einem Jahr Wickeln mit Stoffwindeln. Inzwischen sind doch einige Wochen seit seinem Geburtstag ins Land gegangen, daher kann ich jetzt auch wirklich von einem Jahr sprechen. Denn wir sind nicht von Anfang an mit den Stoffies, wie sie viele liebevoll nennen, eingestiegen. Aber dazu später mehr. Wir haben inzwischen auf jeden Fall ausreichend Geschäftchen versorgt, um die wichtigsten Erkenntnisse und Tipps mit euch zu teilen.

Da ich hier nicht auf alle Details vom Wickeln mit Stoffwindeln eingehen kann, möchte ich euch erst einmal etwas Lesestoff empfehlen. Für so ziemlich jede Frage, die euch kommen kann, findet ihr im Windelwissen-Blog von Julia eine Antwort. Praktisch sind ihre Beiträge zu den verschiedenen Altern/Situationen, denn nicht jeder steigt ja direkt nach der Geburt ein.

Welcome to the System-Jungle

All-in-one, Pocketwindeln, Prefolds – wer sich für das Wickeln mit Stoffwindeln entscheidet, scheint erstmal eine neue Sprache lernen zu müssen. Das sieht erstmal kompliziert aus, ist aber eine sinnvolle Vielfalt für unterschiedliche Ansprüche. Bei Windelwissen findet ihr eine tolle Übersicht über die verschiedenen Systeme. Wir haben uns gleich zwei verschiedene angeschafft und sie haben sich beide bewährt. Meist nutzen wir die Kombination aus einer wasserdichten Überhose und Mullwindeln. Unsere Überhosen sind genaugenommen Pocketwindeln, in die man die Einlage einschieben kann, aber wir legen sie einfach oben drauf. Die Mullwindeln, die ihr vielleicht als Spucktuch kennt, sind toll, weil man sie mit dem Kind mitwachsend flexibel falten kann. Für alle, die jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Mit den Windeltüchern putzen wir dem Kleinen später nicht das Gesicht ab. Wir haben zwei gut unterscheidbare Stapel für die zwei Zwecke ;-).

Mitwachsende Pocketwindel-Überhose und All-in-One-Windel im Vergleich

Während diese Kombi auch immer noch unser Standard ist, hat sich das zweite Set inzwischen doch nicht als Fehlkauf herausgestellt. Das ist eine All-in-One-Windel, bei der die Einlage (aus Bambusfasern) mit Druckknöpfen in der Überhose befestigt wird. Wie bei den Pocketwindeln haben wir auch hier mitwachsende Modelle gekauft. D.h., dass die Überhose durch Druckknöpfe verkleinert werden kann. Für unseren schmalen Knirps waren uns die Windeln aber am Anfang zu wulstig und sie hielten an den dünnen Beinchen nicht immer dicht. Da wir aber keinen anderen Hersteller ausprobieren wollten, blieben sie erstmal im Schrank. Seit wir sie komplett offen nutzen können, greife ich aber immer öfter danach. Durch die fixe Einlage und die Klettverschlüsse sind sie nämlich auch dann schnell angezogen, wenn der kleine Mann keine Zeit zum Wickeln hat.

Wie viel Waschgänge dürfen es sein?

Zur nächsten Frage: Wie viele Windeln braucht ihr? Eine Orientierung dafür findet ihr auch bei Windelwissen. Welche Menge für euch passt, hängt davon ab, wie oft ihr waschen wollt und könnt. Und davon, wie viel zusätzliche Wäsche ihr habt, um die Maschine aufzufüllen und ressourcenschonend zu waschen. Es gibt zwei „Extreme“. Entweder ihr kauft gerade so viele, dass ihr jeden zweiten, maximal dritten Tag waschen müsst. Das setzt voraus, dass ihr genügend dreckige Handtücher etc. als „Füllmaterial“ habt. Denn mit dem meisten Systemen sollte eine durchschnittliche Waschmaschine mit der Menge von zwei Tagen noch nicht voll sein. Dafür könnt ihr dann alle Windeln direkt vom Popo in ein Behältnis werfen. Bis es Zeit ist alles in die Maschine zu kippen, stinkt es nicht (zu arg). Je länger nasser Urin sich zersetzen kann, umso mehr stinkender Ammoniak entsteht.

Alternativ könnt ihr den Weg gehen, der für uns sehr gut funktioniert. Wir sind mit Einlagen für 4-5 Tage versorgt. Damit unser Bad aber nicht durchgängig nach altem Pipi riecht, hängen wir die benutzten Windeln zum Trocknen auf und stecken sie dann in einen Wetbag. Mit Einführung der Beikost duftet das, was davon hinten rauskommt, natürlich auch bei uns nicht nach Rosen. Daher ist es ganz gut, dass der Wetbag geruchsdicht ist. Egal, wie oft ihr waschen wollt, lässt sich das nämlich nicht verhindern. Da zumindest machen Stoffies oder Wegwerfwindeln keinen Unterschied.

Stoffwindeln mit Mulltuch als Einlage
Alter und Schönheit schließen sich nicht aus

Anders als bei Wegwerfwindeln kauft ihr Stoffwindeln in der Regel nur einmal und dann gleich alle, die ihr bis zum Ende der Wickelzeit braucht. Entsprechend sind es eben nicht mal ein paar Euro hier, ein paar Euro da, sondern gleich ein Batzen auf einmal. Und je nach Menge und Hersteller könnt ihr auch ordentlich in die Tasche greifen. Rechnet man hoch, was all die Wegwerfwindeln am Ende kosten, seid ihr aber schnell wieder im Plus. Nichtsdestotrotz ist der Preis eines der Argumente dafür, die Augen nach gebrauchten Stoffwindeln offen zu halten. Wir haben unsere beiden Sets günstig als Komplettpakete online gefunden. Sowohl Mamikreisel als auch ebay Kleinanzeigen sind voll davon und die Auswahl an Marken und Mustern ist riesig.

Neben dem Preis spricht beim Wickeln mit Stoffwindeln auch die Umweltbilanz für Second Hand. Wie ich schon in meinem Beitrag zu Stofftaschentüchern festgestellt habe, ist entscheidend, dass keine neuen Ressourcen gebraucht werden und, dass die Nutzungsdauer verlängert wird. Leider sind die Studien zu dem Thema, wie ihr bei der Windelmanufaktur nachlesen könnt, veraltet. Als grober Richtwert taugen sie dennoch. Selbst mit deren Datenlage kann man sagen, dass Stoffwindeln umweltfreundlicher sind, wenn mindestens 2 Kinder damit gewickelt werden. Und das halten sie auch locker aus. Unsere Pocketwindeln, die neu eher so zu den Billigheimern gehören, wurden vor unserem Kleinen von mindestens einem anderen Kind getragen und zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Wickeln mit Stoffwindeln ist flexibel und wächst mit

Gerade im ersten Jahr verändern sich das Kind und dessen Ausscheidungsverhalten immer wieder. Hier punktet die Flexibilität der Kombi Mullwindeln und Überhosen. Am Anfang haben wir die Mullwindel noch so gefaltet, dass sie möglichst gut am Kind sitzt (Dreieck mit Steg). Da bei unserem Spargeltarzan die abdichtenden Speckröllchen fehlten, ersparte uns das die ein oder andere ausgelaufene Windel. Später, als er das Pipi länger halten konnte und entsprechend mehr auf einmal rauskam, bewährte sich eine Faltung mit mehr Lagen vorne. Die ist gleichzeitig schneller anzulegen, ein weiteres Plus bei unserem aktiven Kind.

Was bei uns überhaupt keine Verwendung findet, ist Windelvlies. Die „Auffangtücher“ fürs große Geschäft, die danach in den Müll geworfen werden, sind für viele unabdingbar. Da der Muttermilchstuhl fürs Waschen nicht entfernt werden muss, wollte ich erstmal die Beikost abwarten. Als die kam zeigte sich, dass das Kaka nach wie vor für uns ein mehrmals tägliches Vergnügen bleibt. Wir müssten also fast durchgängig Windelvlies benutzen und nur für Pipi ist mir das zu schade. Daher kratzen wir das Häufchen schnell mit einem alten, sonst ungenutzten Plastiklöffel ins Klo. Hätten wir ein „Einmal-die-Woche-Kind“ wäre das vielleicht anders.

All-in-One Stoffwindeln mit Einlage aus Bambusfasern
Stoffwindeln sind angenehm – auch für das Kind

Grundsätzlich sind Stoffies atmungsaktiver, da sie je nach Hersteller einen geringen oder gar keinen Kunststoffanteil haben. Dadurch gibt es seltener einen gereizten oder entzündeten Windelbereich. Wir hatten selten einen richtig roten Popo und wenn, dann in der Regel gut zuordenbar. Die meisten Reizungen kamen erst die letzten Monate bedingt durchs Essen und wären unabhängig vom Windelsystem aufgetaucht. Was bei Stoffies fehlt, ist das trockene Gefühl, nachdem etwas rein gemacht wurde. Gerade bei den Bambuseinlagen scheint das unseren Sohn anfangs auch etwas gestört zu haben. Das finden wir Eltern aber eigentlich eine gute Sache. Denn so angenehm es für uns ist, eine volle Windel noch eine Weile dran lassen zu können, die Kleinen verlieren jedes Gefühl für ihre Ausscheidungen und wir müssen es ihnen später wieder „antrainieren“. Und mit der Zeit hat sich unser Zwerg doch soweit daran gewöhnt, sodass nicht immer sofort eine frische Windel her muss.

Aber: Macht euch nicht mehr Stress als nötig!

Zum Schluss noch der fast wichtigste Tipp von allen: Nehmt das alles nicht zu streng! Natürlich ist es schön, dass wir mit Stoffies jede Menge Müll vermeiden und Ressourcen schonen und unseren Kleinen etwas Gutes tun. Aber trotzdem ist alles nicht umsonst gewesen, wenn ab und zu doch mal eine Wegwerfwindel zum Einsatz kommt. Obwohl wir uns schon vor der Geburt mit Stoffwindeln eingedeckt hatten, haben wir auch gleich eine Packung (Öko-)Einmalwindeln bereitgelegt. Praktische Wickelerfahrung hatten wir nämlich, wie so viele frisch gebackene Eltern, quasi nicht. Und da ein Neugeborenes sowieso schon so viele Fragen aufwirft, wollten wir uns in Sachen Wickeln keinen Stress machen. Dieses Backup in der Hinterhand zu haben, hat uns da auch echt den Druck rausgenommen und den Einstieg erleichtert.

Als der Kleine dann auf der Welt war, kam noch dazu, dass er eher schmal war – gerade an den Oberschenkeln. Ungeübt, wie wir waren, liefen uns anfangs einige Windeln aus, sodass wir uns nicht gleich an die Stoffies trauten. Nach ein paar Wochen üben stiegen wir dann tagsüber um. Da unser Wickeltisch im Bad steht und wir nachts nur ungern aufstehen wollten, blieben wir hier bei Wegwerfwindeln. Irgendwann war morgens beim Aufstehen aber immer die Windel leer oder frisch gefüllt, daher gibt es jetzt auch nachts Stoff. Wenn es hin und wieder doch geschickter ist, weil wir nicht waschen können und der Vorrat an sauberen Windeln nicht ausreicht, dann greifen wir wieder zur Variante für die Tonne. Und das ist für uns auch völlig in Ordnung.

Unsere 2 Stoffwindel-Systeme
Wie geht es für uns mit den Stoffies weiter?

Ihr habt es sicherlich gemerkt: ich bin ein echter Fan vom Wickeln mit Stoffwindeln. Nach einem Jahr stehe ich aber immer noch vor weiteren Herausforderungen. Seit der Kleine läuft, ist er noch weniger davon begeistert, eine Pause auf dem Wickeltisch einzulegen. Gleichzeitig haben wir aber auch schon angefangen das Töpfchen als Option anzubieten und hoffen, es die nächsten Monate auch als solche zu etablieren. Daher werde ich mich bald nach Möglichkeiten umsehen, ihm diesen Schritt zu erleichtern. Unsere neue Wohnung hat zudem nicht so empfindliche Böden und einen Garten hat, also bleibt die Windel erstmal öfter weg. Wenn es wieder kühler wird, werde ich vermutlich ein paar Trainer-Höschen anschaffen, um ihm das selbstständige Ausziehen zu erleichtern.

Auf jeden Fall werden uns die Stoffies noch eine Weile begleiten, daher ziehe ich hier auf dem Blog bestimmt noch ein weiteres Fazit. Spätestens dann, wenn wir windelfrei sind. Bis dahin hoffe ich, dass ich mit unseren Erfahrungen dem ein oder anderen von euch den letzten sanften Stubs für das „Ja“ zum Wickeln mit Stoffwindeln gegeben habe, den ihr noch gebraucht habt. Und ich beantworte natürlich gerne alle offenen Fragen, die euch bleiben. Schreibt mir einfach in die Kommentare 🙂

Das spricht für das Wickeln mit Stoffwindeln
  1. Zero Waste-freundlich: Selbst mit Wegwerfwindeln als Backup und optionalem Windelvlies könnt ihr jede Menge Abfall sparen.
  2. Umweltfreundlich: Die Klimabilanz von bis zum Ende der Lebensdauer genutzten Stoffies ist deutlich besser als die herkömmlicher Einmalwindeln.
  3. Hautfreundlich: Durch die bessere Atmungsaktivität ist der Windelbereich besser vor Reizungen geschützt.
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Sanfte und nachhaltige Babypflege

Meine erste Begegnung mit der Abteilung für Babypflege im Drogeriemarkt hatte ich schon lange bevor mein Sohn überhaupt angedacht war. Da meine Kopfhaut von zu aggressivem Shampoo anfängt zu jucken, habe ich eine Zeit lang Babyshampoo benutzt. Dabei musste ich allerdings feststellen, dass einige Hersteller sehr optimistisch sind, was die zarte Babyhaut aushält. Den Inhaltsstoffen nach müssen die Kleinen ganz schön robust sein. Teilweise ist der einzige Unterschied zur Variante für Erwachsene der Duft. Inzwischen ist unser Sohn schon quasi kein Baby mehr. Daher möchte ich mit euch meine Erkenntnisse und Erfahrung zum Thema nachhaltige Babypflege weitergeben.

Wie viel darf es denn sein?

Kein bisschen Hornhaut, selbst die ultraweichen Babynägel hinterlassen Kratzer – nichts scheint so zart zu sein, wie die Haut eines Säuglings. Verständlich, dass es da verlockend ist, die Kleinen regelmäßig von Kopf bis Fuß mit einer dicken Cremeschicht zu versehen. Ist die Babyhaut allerdings gesund, ist allzu viel Pflege nicht notwendig. Ein bis zwei Mal die Woche ohne Badezusatz in die Wanne, eincremen nach Bedarf und schon ist der Zwerg gut versorgt.

Die wenigen Produkte, die ihr verwendet, sollten auf die empfindliche Haut abgestimmt sein. Lasst euch aber von der Beschreibung mancher Hersteller nicht in die Irre führen. Denn nicht überall, wo „Baby“ draufsteht, ist auch ein sanftes Produkt drin. Ein paar entscheidende Punkte auf der Liste der Inhaltsstoffe solltet ihr im Blick behalten, wie ihr in diesem Ratgeber nachlesen könnt.

Am Anfang darf es gerne überschaubar sein

Eines kann ich euch gleich zu Beginn versprechen: Die Erstausstattung für euer Baby ist mit ganz wenigen Pflegeprodukten komplett. Und von denen solltet ihr vorsichtshalber auch lieber erstmal eine Packung kaufen. Denn auf so einen kleinen Hopser könnt ihr nicht viel schmieren :-). Wir kommen nach einem Jahr Elternschaft auf 4 1/2 Produkte für unsere nachhaltige Babypflege.

  1. Popocreme: Selbst mit Stoffwindeln und unseren schonenden, selbstgemachten Feuchttüchern sind auch wir nicht vor dem bösen roten Popo gefeit. Ein tagelanger Durchfall letzten Herbst und das ein oder andere neue Essen bei der Beikost haben unseren kleinen Mann nicht kalt gelassen. Bei uns hat sich da eine Naturkosmetik-Salbe mit Calendula bewährt. Gerade sprießen auf unserem Balkon viele kleine Ringelblumen-Sprösslinge. Wie mein erster Versuch glückt, selbst eine Salbe daraus zu machen, werde ich euch hoffentlich in ein paar Monaten berichten können. Ist der Windelbereich mal so richtig rot, dann hilft eine Salbe mit (mehr) Zink weiter. Unsere Popocreme hat davon nicht ganz so viel und hilft daher in den Fällen nicht so schnell, wie eine Zinksalbe aus der Apotheke es tut.
  2. Pflegeöl: Gerade am Anfang gab es immer mal wieder eine kleine Hautstelle bei unserem Kleinen, die ein wenig Unterstützung gebrauchen konnte. Sei es der Windelbereich, der zwar nicht wund, aber vielleicht ein wenig gereizt war, oder eine Hautfalte. Unsere Hebamme hatte uns eine kleine Probepackung Babyöl mitgegeben und das setzen wir in so einem Fall ganz gezielt ein. Da sich die Begeisterung für eine Babymassage bei unserem Wurm in Grenzen hielt, reichen uns bisher die paar Milliliter.
  3. Zahnpflege: Ich bin kein (Zahn-)Arzt oder sonst irgendwie qualifiziert euch hier zu sagen, was die richtige Zahnpflege für euer Baby ist. Dass sie, in welcher Form auch immer, aber von Anfang an sinnvoll ist, werden euch viele (Experten) sagen. Wir möchten jedenfalls, dass die Zahnpflege ebenso wie das Baden oder Essen im Alltag unseres Kindes integriert ist.
  4. Abgerundete Nagelschere: Den Punkt könnt ihr als optional ansehen, denn ich gehe mal davon aus, dass so ziemlich jeder eine Nagelschere im Haus hat. Ich hatte auch eigentlich nicht vor extra eine Babynagelschere zu kaufen. Bis ich dann das erste Mal mit meiner eigenen vor meinem Sohn saß. Da lief mir auf einmal fast der Angstschweiß den Rücken herunter. Ich konnte einfach nicht mit dem spitzen Ding die Mini-Nägel kürzen während er, wie so oft, nicht ans Stillhalten dachte (selbst im Schlaf). Also haben wir jetzt noch ein Exemplar mit abgerundeter Spitze und das hilft zumindest meinen Nerven. Denn einfacher wird das Ganze nicht, wenn der Bewegungsdrang zunimmt.

Und der halbe Tipp? Das Schweizer Taschenmesser der Babypflege ist die gute, alte Muttermilch. Ein Schuss ins Badewasser, ein bisschen auf eine raue Hautstelle, eine Schicht auf den wunden Popo – Mutter Natur hat uns Mamas da gleich mal was mitgegeben. Ich hatte zwischenzeitlich immer mal wieder Milch abgepumpt, die der kleine Mann dann aber aus der Flasche verschmähte. War gerade Badetag, dann kam sie halt ins Wasser und er hatte trotzdem was davon.

Optionalin der Erstausstattung Babypflege: eine abgerundete Nagelschere
Was eine nachhaltige und sanfte Babypflege ausmacht

Grundsätzlich versuche ich, wie ihr seht, die Menge an Produkten klein zu halten. Dadurch schmeiße ich nicht lauter halb volle Packungen weg, wenn sich kein anderer Verwendungszweck mehr findet. Gleichzeitig kontrolliere ich bei meinem Kleinen sehr genau, welche Inhaltsstoffe die verschiedenen Cremes und Co. haben. Da ich mir aber leider nicht annähernd merken kann, welche Inhaltsstoffe ich vermeiden will, nutze ich die App Codecheck. Dort ist genau aufgelistet, welche Inhaltsstoffe aus welchen Gründen problematisch sind oder sein können. Ich greife im Endeffekt dann auf zertifizierte Naturkosmetik zurück. Da der Begriff „Naturkosmetik“ nicht gesetzlich geschützt ist, werdet ihr einige Produkte finden, die sich damit zu Unrecht schmücken. Hier gibt es aber einige Siegel, auf die ihr vertrauen könnt, wie beispielsweise NaTrue oder Ecocert.

Behaltet ihr also ein paar Sachen im Auge, habt ihr fast keinen Aufwand um eure Zwerge natürlich zu pflegen. Hat euer Baby krankheitsbedingt Probleme mit der Haut, kann selbstverständlich noch die ein oder andere Notwendigkeit dazu kommen. Da wir hier keinerlei Probleme hatten, kann ich dazu leider nichts sagen. Aber ein gesundes Baby braucht wirklich nur ganz wenige Produkte, um zufrieden zu sein. Dass das nicht nur für die Pflege gilt, darauf werde ich mit Sicherheit einmal in einem anderen Beitrag eingehen.

Nachhaltige Babypflege tut den Kleinen und der Natur gut
  1. Keine Schadstoffe: Ihr schützt die zarte Haut und langfristig auch die Gesundheit eurer Zwerge.
  2. Keine Erdölprodukte: Bei der Herstellung von Naturkosmetik wird auf Bestandteile aus Erdöl verzichtet.
  3. Weniger Müll: Durch die Reduzierung auf wenige Produkte fällt wenig Verpackungsmüll an und die Chance, dass nur wenige oder keine ungenutzten Reste übrigbleiben, steigt.
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Quick Tip: Umweltfreundlich Naseputzen

Grüßt euch auch jedes Jahr das Heuschnupfen-Murmeltier? Oder nehmt ihr im Winter jede Erkältung mit? Dann habt ihr bestimmt auch einen ordentlichen Verbrauch an Taschentüchern. Mein heutiger Beitrag der Quick Tip-Reihe soll euch daher zeigen, warum Stofftaschentücher und Recycling-Papiertaschentücher nachhaltiger sind als die üblichen Verdächtigen.

Im Jahr 2017 verbrauchte jeder Deutsche rund 17 Kilogramm „Hygienepapier“. Der Begriff schließt neben Taschentüchern auch beispielsweise Toilettenpapier, Küchenkrepp oder Servietten ein. Während diese Zahl in den letzten Jahren immer weiter anstieg, sank eine andere. Einst wurden 75% dieser Papiere aus Recyclingmaterial gefertigt. Inzwischen werden aber für knapp die Hälfte davon Frischfasern verwendet. Wir fällen also, nur um unsere Nase zu putzen, Bäume.

Die benutzten Taschentücher können aber wiederum nicht recycelt werden. Sie gehen dem Kreislauf also nach einer Nutzung verloren. Wenn dann noch Regenwald gerodet wird, nur um für diese einmalige Nutzung Bäume anzubauen, ist das gleich doppelt schädlich für die Umwelt. Und genau das ist immer öfter der Fall.

Eine sehr ausführliche Übersicht darüber, wie umweltfreundlich verschiedene Arten von Taschentüchern sind, hat Sarah von minimalwaste.de erstellt. Stofftaschentücher liegen in der Umweltbilanz langfristig klar vorne, da sie viele Male wieder genutzt werden können. Das gilt insbesondere, wenn ihr Second Hand kauft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Flohmärkte und die Schränke der (Groß-)Eltern da großartige Fundgruben sein können. Dann fällt auch meist kein zusätzlicher Verpackungsmüll an. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: viele meiner Stofftaschentücher sind so weich, dass meine Nase nicht so schnell wund wird.

Wenn ihr euch damit nicht anfreunden könnt – auch wenn ich euch nur empfehlen kann, es auszuprobieren – dann achtet beim nächsten Einkauf einfach auf den Blauen Engel. Trägt ein Produkt dieses Siegel, besteht es ausschließlich aus Recyclingfasern. Dadurch putzt ihr eure Nase auf jeden Fall ressourcensparender. Ob Stofftaschentücher oder Papiertaschentücher – mit einem Blick auf die Herkunft seid ihr schnell nachhaltiger.

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Quick Tip: Akkus statt Batterien

Es gab mal eine Zeit, da habe ich gefühlt täglich Batterien ausgewechselt. Der geliebte Discman hat ebenso eine Menge davon geschluckt, wie der Gameboy und andere technische Geräte. Heute sind die genannten nicht mehr im Einsatz. Aber beispielsweise die Fernbedienung, das Stilllicht und die Fahrradlampe sind auf Saft aus dieser Art von Quelle angewiesen. Das sieht bei vielen von euch vermutlich nicht viel anders aus. Daher ist mein nächster Quick Tip darüber, warum ihr zugunsten von Akkus auf nicht-aufladbare Batterien verzichten solltet.

Auf den ersten Blick sehen Akkus, die man wiederaufladen kann, und Batterien, die nach der Entleerung im Müll landen, gleich aus. Der Unterschied liegt rein technisch im Inhalt, in Sachen Umweltfreundlichkeit in der Nutzungsdauer. Warum Akkus die nachhaltigere Variante sind, lässt sich kinderleicht ausrechnen. Jede Wiederaufladung eines Akkus spart die Rohstoffe einer Batterie. Außerdem benötigt die Herstellung letzterer deutlich mehr Energie, als die eines Akkus.

Bleibt zu erwähnen, dass ein Akku in der Anschaffung etwas mehr kostet. Ohne ein passendes Ladegerät kommt ihr auch nicht weit. Da ein Akku aber sehr oft wieder aufgeladen werden kann, seid ihr recht schnell im Plus. Mit in die Rechnung muss, dass die Ladung Strom aus der Steckdose günstiger als die aus einer Batterie. Wir haben vor ein paar Jahren ein Ladegerät für mehrere Größen und einige Akkus angeschafft. Wie viele wir brauchen, haben wir schlichtweg abgezählt und dann noch einen kleinen Puffer eingerechnet. Manchmal ist es ja ungeschickt warten zu müssen, bis der Akku geladen ist.

Geht euch also das nächste Mal eine Batterie leer, dann nutzt doch einfach die Gelegenheit und versorgt euch mit Akkus. Wer weiß, vielleicht freut ihr euch dann in so verrückten Zeiten wie zurzeit, dass ihr wegen einer solchen Kleinigkeit nicht in den Laden rennen müsst 😉

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