DIY Körbchen aus Papier (-müll)

Körbchen aus Papier selber machen

Müll zu vermeiden ist in unserem Haushalt ein wiederkehrendes Thema. Insgesamt ist unser Motto eher Less Waste, denn so ein ganz müllfreies Leben ist für uns aktuell zu zeitaufwändig. Entsprechend fällt immer mal wieder Müll an, der eigentlich zu vermeiden wäre. Manchen davon bewahre ich auf, weil ich irgendwie das Gefühl habe, es könnte noch ein zweites Leben finden. Gleichzeitig hat das Leben mit Kind eines gezeigt: es gibt so etwas wie zu viele kleine Aufbewahrungen für Kinderschätze und Spielsachen nicht. Klar könnte ich diese günstig Second Hand zusammensuchen, aber das ist recht zeitaufwändig. Sie alle neu zu kaufen, entspricht nicht unseren Grundsätzen. Das klingt erstmal wie zwei völlig gegensätzliche Themen, die nichts miteinander zu tun haben. Dann entdeckte ich ein DIY-Körbchen aus Papier, das gleichzeitig beide Probleme ein wenig löste.

Aber fangen wir von vorne an. Und zwar bei einem kleinen Berg Packpapier, der hier von ein paar unvermeidbaren Online-Bestellungen rumlag. Da unser Umzug schon vorüber war, hatte ich gerade keinen Bedarf dafür. Also legte ich ihn beiseite. Etwas später, als ich den Spielbereich unseres Sohnes einrichtete, zeigte sich, dass ein paar kleine Aufbewahrungen praktisch wären. Ein bisschen suchen und ich stieß auf den Artikel von Laura aka Miss Lila. Ein Körbchen selber machen aus dem Papier, das noch hier rum liegt? Volltreffer! Ihre Anleitung ist eigentlich auch so schon ganz gut verständlich, daher will ich hier nur ein paar Anmerkungen ergänzen und erzählen, wie ich die Idee weitergedacht habe.

Aus Packpapier wird ein Körbchen

Die Materialien vorbereiten

Wie Laura habe ich zuerst einmal meine „Vorräte“ an Packpapier aufgebraucht. Zwar hatte meines andere Maße, aber ich konnte es ungefähr gleich zuschneiden und entsprechend ähnlich wurde dann auch mein erster Korb. Wenig später entdeckte ich eine zweite Quelle: Unsere Sammlung an leeren Verpackungen von Haferflocken und Mehl. Diese eignen sich auch gut als Mülltüten, doch wir haben schlichtweg mehr Tüten als Müll. Seitlich aufgeschnitten und vom „Boden“ befreit sind sie eine tolle, farbneutrale Alternative zum Packpapier. Bonus Tipp: durch das etwas dickere Papier könnt ihr (oder in unserem Falle unser Sohn) sie gut vor dem Weiterverarbeiten mit Wasserfarben bemalen.

Sowohl die Größe als auch die Stabilität der Körbchen hängen davon ab, wie ihr die Papierstreifen faltet. Je breiter, umso größer das Endergebnis. Je öfter ihr sie faltet, umso stabiler wird das Ganze. Ich habe meine immer mindestens zweimal von jeder Seite zur Mitte gefaltet, also vierschichtig gemacht. Waren mir die Streifen dann doch zu breit, habe ich sie noch einmal in der Mitte gefaltet. Die dickere Variante ist etwas widerstandsfähiger. Ein Körbchen mit dünnen Streifen hat nach einer Weile (eher grobe) Benutzung durch unser Kleinkind kleinere Risse im Papier. Optisch sprach mich die Anleitung von Laura gleich an, weil sich die Nähte schön abheben. Das habe ich durch einen farbigen Faden noch einmal verstärkt. Rein für die Haltbarkeit scheint es keinen Unterschied zu machen. Die Aufbewahrung ohne Naht hält bisher genauso gut. Ihr braucht also nicht zwingend eine Nähmaschine. Ihr könnt die offene Seite alternativ mit etwas Kleber zusammenkleben.

Körbchen aus Papier selber machen

Der Zusammenbau

Wie ihr auf den Fotos seht, habe ich ein bisschen bei der Größe variiert. Das lässt sich mit der Methode sehr gut, denn alles was ihr machen müsst, ist mehr oder weniger Papierstreifen zu nehmen. Je größer der Boden, umso mehr Papier braucht ihr, um an den Seiten hoch zu weben. Ich habe pro Ebene meist zwei Streifen gebraucht, manchmal auch nur anderthalb. Da habe ich den Rest einfach abgeschnitten und für die nächste Schicht benutzt. Wenn ihr darauf achtet, dass die sich überlappenden Stellen hinten sind, ist das am Ende kaum sichtbar. Theoretisch könntet ihr unendlich in die Höhe gehen, wenn ihr die Streifen, die von Boden kommen, mit Neuen verlängert. Das habe ich aber noch nie ausprobiert, denn bisher hatte ich eher Bedarf für flachere Körbchen.

Beim Weben helfen Büroklammern

Zuletzt könnt ihr das Endergebnis beeinflussen, indem ihr mehr oder weniger sauber arbeitet. In meinem ersten Versuch (im unteren Bild links) habe ich alles sehr locker gewoben und es mit den Ecken nicht ganz so genau genommen. Entsprechend ist der Korb auch etwas runder. Beim Nächsten habe ich dann die Ecken jeweils ganz genau an der Stelle, an der es um die Ecke gehen sollte, vorgefaltet. So wird das Ergebnis sauberer. Im Endeffekt ist das aber nur Geschmackssache, stabil sind beide Varianten.

So sehen die fertigen Körbchen aus

Fertig ist das DIY-Körbchen aus Papier

Der Zeitaufwand, um ein Körbchen selber zu machen, hält sich in Grenzen. Das gilt besonders, wenn ihr es nicht bemalt oder näht. Am längsten dauert es, die Enden oben festzukleben. Um das zu beschleunigen, halte ich das Papier mit Büroklammern am Platz bis der Kleber trocken ist. Für das Weben des letzten Körbchens (im ersten Bild ganz rechts), habe ich schätzungsweise eine knappe halbe Stunde gebraucht. Eine Idee, die meiner lieben Schwiegermama gleich in den Sinn kam: Macht zwei Körbchen und eines davon einen Tick kleiner als das andere. Schon habe ihr eine schöne Geschenkverpackung. Was kommt in euer erstes DIY-Körbchen und welches Papier braucht ihr dafür auf?

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