Müllfreier Baby-Popo dank selbstgemachten Feuchttüchern

Selbstgemachte Feuchttücher für Babys

Ob zu Hause oder unterwegs – das beste universell einsetzbare Mittel gegen dreckige Hände, Gesichter und Babypopos scheint das in eine mysteriöse Flüssigkeit getränkte Feuchttuch aus der Plastikverpackung zu sein. Dieser scheinbare Status Quo war mir schon vor meiner Schwangerschaft befremdlich und daher musste für den kleinen Mann eine andere Lösung her. Denn zum einen störte mich natürlich der reine Müllberg, der dadurch entsteht. Zum anderen gruselt mich ein bisschen die Vorstellung, was da für Chemie zusammengemischt werden muss, damit die Tücher nach ein paar Tagen weder stinken noch schimmeln. Und das soll auf die zarte Haut meines Babys? Bitte nicht!

Zum Glück bin ich nicht die Erste, die sich darüber Gedanken gemacht hat, und so konnte ich nicht nur eine gute Alternative finden, sondern auch die Schwangerschaft nutzen, um alles vorzubereiten. Spoiler Alert: Der Aufwand hält sich in Grenzen!

Schritt 1: Die passende Grundlage

Geeignet für Feuchttücher sind alle Stoffe, die einigermaßen gut Wasser aufsaugen und im nassen Zustand nicht zu kratzig sind. Um kein Mikroplastik zu produzieren und damit die Tücher nicht so schnell müffeln sollten es Naturfasern sein. Wir nutzen sowohl Frottee, als auch einen einfachen Baumwollstoff und beides hat seine Vorteile. Einmal hatte der kleine Mann bisher einen etwas wunden Po, allerdings mussten wir da aufgrund von Durchfall auch sehr häufig wickeln.

Um daraus Feuchttücher zu machen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten sind fertige Waschlappen. Die gibt es in unterschiedlichen Materialien und Größen zu kaufen und machen entsprechend wenig Arbeit bei der Anschaffung. Schon alleine um sicher zu gehen, dass sie schadstofffrei sind, würde ich immer auf Bio-Qualität zurückgreifen. Günstiger ist es, auf den gängigen Plattformen nach gebrauchten Tüchern zu schauen. Dadurch werden nicht noch einmal Ressourcen für die Herstellung verbraucht, was sie noch nachhaltiger macht.

Die drei Varianten der selbstgemachten Feuchttücher

Wen ihr zumindest in Grundzügen nähen könnt, könnt ihr, wie ich, die Lappen selbst machen. Ich habe dazu ein altes Handtuch und alte Bettwäsche genommen, die ich beide mal wegen zu vielen Löchern aussortiert habe, und davon rund 15 Tücher (ca. 15×15 cm) ausgeschnitten. Danach die Kanten versäumen und fertig. Obwohl ich nicht besonders schnell im Nähen bin, war das in 1-2 Nachmittagen erledigt. Zusätzlich habe ich noch eine Handvoll Lappen aus einem alten T-Shirt geschnitten. Die haben den Vorteil, dass sie nicht versäumt werden müssen, da Jersey sich nicht auffädelt. Ein super simples Upcycling!

Schritt 2: Die Aufbewahrung

Zu Hause benötigen wir grundsätzlich keine spezielle Aufbewahrung für unsere Tücher, weil wir sie beim Wickeln nass machen und gleich nutzen. Wer nicht, wie wir, im Bad wickelt, kann eine Schüssel und eine (Thermos-)Kanne mit Wasser neben dem Wickeltisch deponieren.

Sind wir unterwegs will ich aber nicht immer zuerst nach Wasser Ausschau halten müssen, daher nehme ich die Tücher gleich feucht mit. Dazu habe ich eine Plastikdose, die ich sonst für nichts mehr brauche, reserviert. Ihr könnt natürlich auch jedes andere Gefäß nehmen: ein Schraubglas, eine alte Packung herkömmlicher Feuchttücher, … Hier lohnt es sich zu schauen, was der Haushalt hergibt und was gut in die Wickeltasche passt.

Zugegebenermaßen ist meine Dose aktuell noch deutlich größer, als sie sein müsste. Ich nehme i.d.R. nur 3-5 der dünnen Lappen mit, je nachdem wie oft ich voraussichtlich Windeln wechseln muss. Da so ein Baby sich mit steigendem Alter aber eher mehr als weniger dreckig macht, gehe ich davon aus, dass das ein oder andere Tuch künftig auch für Essensreste, Dreckflecken und diverses Anderes auf dem Körper des kleinen Mannes genutzt wird.

Die Aufbewahrung für die Feuchttücher unterwegs
Schritt 3: Trocken putzt es sich schlecht

Damit der Popo oder das dreckige Gesichtchen auch wirklich sauber werden, fehlt noch die richtige Flüssigkeit. Da ich immer nur so viele Lappen mitnehme, wie ich ungefähr brauche und diese dann nicht tagelang „rumstehen“, halte ich die Lappen einfach kurz unters Wasser, drücke die überschüssige Flüssigkeit raus und fertig. Natürlich könnte ich auch das Wasser separat mitnehmen und nach Bedarf befeuchten. Aber ich möchte nicht noch einen extra Behälter dafür mitschleppen (insbesondere, da die Dose ohnehin schon für die meisten Tage zu groß ist).

Natürlich sind so aber auch keine Pflegestoffe in den Tüchern, was bei empfindlicheren Popöchen natürlich ein guter Bonus sein kann. Sobald wir mal gleich für mehrere Tage Tücher brauchen, werde ich daher diese Variante mit zusätzlichem Öl ausprobieren.

Bonus-Schritt: Wisch und wohin damit?

Da wir mit Stoffwindeln wickeln, ist bei uns klar, wohin die benutzten Lappen sollen. Die kommen zusammen mit der dreckigen Windel in einen kleinen Wetbag. Aber jedes andere wasserdichte Behältnis wäre genauso geeignet. Und zu Hause wandert alles zusammen in die Wäsche. Wenn wir nicht unterwegs sind, waschen wir die Tücher nach jeder Nutzung gleich aus, dann muss auch nicht jedes Mal ein frisches her. Da kommt uns wieder entgegen, dass wir im Bad wickeln. Die kleinen Tücher nehmen quasi keinen Platz weg, daher passen sie einfach immer mit in die Waschmaschine.

Und was, wenn das Baby groß ist?

Irgendwann wird auch das letzte Baby keine Windeln mehr brauchen. Aber heißt das dann, dass die Tücher ausgedient haben? Keinesfalls! Zunächst wird es noch ein paar Jährchen dauern, bis es nicht mehr praktisch ist, ein (feuchtes) Tuch für dreckige Gesichter und Hände dabei zu haben. Und gut erhaltene Tücher können, wenn die eigenen Kinder „sauber“ sind, auch jederzeit an andere Mamas weitergegeben werden. Darüber hinaus bekommen die Lappen in anderen Bereichen ein zweites, drittes, viertes Leben. Sei es zum Putzen, Spülen, Fahrrad reparieren, etc. Was dann noch übrig bleibt, darf dann auch ohne schlechtes Gewissen entsorgt werden.

Es spricht also einiges dafür Feuchttücher selbst herzustellen:
  1. Weniger Inhaltsstoffe: Ihr habt selbst in der Hand, was auf die empfindliche Haut eurer Kleinen kommt.
  2. Weniger Müll: Die Tücher können viele Male wiederverwendet werden.
  3. Gleicher oder geringerer Aufwand: Ist alles im Haus, hält sich der Aufwand in Grenzen und er ist auf jeden Fall nicht (wirklich) größer als der Gang zur Drogerie. Und auch der finanzielle Aufwand ist, besonders bei der Upcycling-Variante, geringer.
Weitere Infos rund um das Thema:
Teilen:

Verwandte Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben